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Göttingen Göttinger drehen Film über Konflikt zwischen Youtube und Gema
Die Region Göttingen Göttinger drehen Film über Konflikt zwischen Youtube und Gema
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00:16 07.02.2013
„Zahlen, zahlen, zahlen“: Der weißgesichtige Clown (Adrian Buchner) bedroht das rote Gesicht (Benjamin Stürzenhofecker). Quelle: EF
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Göttingen

„Zahlen, zahlen, zahlen. Immer muss man zahlen. Dann ist man verfügbar. So läuft das Spiel.“ Es ist eine einfache Regel, die der Clown in dem Kurzfilm „Not available“ (Nicht verfügbar) seinem Gegenüber formuliert.

Es ist eine Regel, die im Mittelpunkt des Streites steht, den die Internet-Filmplattform Youtube und die deutsche Verwertungsgesellschaft Gema um die Aufführung von urheberrechtlich geschützten Videos seit Jahren ausfechten. Eine Einigung und eine Umsetzung scheint umso schwerer.

„Wir sind nicht gegen die Gema“, macht Stürzenhofecker, selbst Musiker, deutlich. Die Auseinandersetzung zwischen Youtube und Gema bezeichnet er als Farce. „Seit 2008 liegen sie im Clinch und kriegen es nicht gebacken“, ärgert er sich. Die Konsequenz: Viele Videos, vor allem offizielle Musikvideos, sind derzeit gesperrt.

Stürzenhofecker bemängelt, dass in dem Youtube-Gema-Konflikt nie die Frage gestellt worden ist, wie die Künstler miteinbezogen werden können.

Die Idee zu dem Video sei ihnen gekommen, so Yakinkaya, als er sich mit Hickethier wieder einmal ein in Deutschland gesperrtes Video anschauen wollte. Doch stattdessen kam nur der Sperrbildschirm mit dem typisch roten Gesicht und dem schrägen Mund. „Wir wollten das rote Gesicht zum Leben bringen“, sagt Yakinkaya. Im Film wird es von Stürzenhofecker gespielt. Buchner spielt den Clown, dem Heath Ledgers The Joker aus Batman nicht unähnlich ist.

Ob das rote Gesicht dabei für Youtube steht und der Clown für die Gema, oder das Gesicht „die verfahrene Situation“ wie Stürzenhofecker erläutert, darstellen soll und der Clown die Seite der Künstler, hängt von der persönlichen Interpretation des Filmes ab. Wichtig, so Yakinkaya, sei es, „dem Konflikt ein Gesicht“ zu geben.

Entstanden ist die Idee im August. Ein Drehbuch wurde von Hickethier und Yakinkaya geschrieben, Drehorte gesucht und ein Ablaufplan für die Aufnahmen erstellt. Drei komplette Drehtage waren nötig. Neben Statisten waren auch Parcours-Sportler vom Jugendclub des ASC an den Dreharbeiten beteiligt, um die Jagdszenen im Video möglichst spektakulär darzustellen. Kosten für den Film: 100 Euro.

Zu sehen ist der Film derzeit unter dem Titel „Not available“ auf den Videoportalen Youtube und Vimeo. Gespräche mit dem Cinemaxx sollen stattfinden, ob der Film dort vor den Vorführungen gezeigt werden kann.

Zur Facebook-Seite der vier Göttinger Videographen.

61,5 Prozent der beliebtesten Videos gesperrt

Nach einem Ergebnis der OpenDataCity sind in Deutschland 61,5 Prozent der 1000 weltweit beliebtesten Videos auf Youtube in Deutschland wegen des Streits zwischen GEMA und YouTube über die Mindestvergütung gesperrt.

Filmtrio: Stürzenhofecker, Buchner und Yakinkaya (v. l.) ©Heller
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