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Göttingen Kein Interesse am Grabstein mit QR-Code
Die Region Göttingen Kein Interesse am Grabstein mit QR-Code
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19:07 11.04.2017
Ein QR-Code an einer Baustelle in Göttingen: Im Gegensatz zu QR-Codes an Grabsteinen haben diese sich bewährt. Quelle: Wenzel
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Göttingen

Echtes Neuland hatte die Verwaltung mit der Idee betreten, auf Grabmalen neben der normalen Inschrift oder auch ersatzweise QR-Codes zuzulassen. Das QR steht für „Quick Response“ (schnelle Antwort). Hinter diesen zweidimensionalen Mustern könnten Angehörige Fotos, Lebensgeschichten oder auch Internetseiten hinterlegen - abrufbar mit einem Smartphone oder Tablet-PC, hieß es. Die QR-Codes können als Plakette angebracht werden, es gibt aber auch Codes, die als Schmuckelement in den Grabstein eingearbeitet werden. Jetzt zeigt sich: Das Interesse daran ist gleich null. „Bis heute ist nach unserem Wissen keine Grabstätte mit QR-Code versehen worden. Es hat dazu auch keine Rückfragen an die Friedhofsverwaltung gegeben“, erklärt Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Dass es bisher keinerlei Nachfrage gab, irritiere in der Verwaltung aber niemanden. „Wir wollten ein zeitgemäßes Angebot schaffen. Das haben wir getan. Das kostet uns weder Zeit noch Geld“, betont Johannson.

Dabei ist das Prozedere eigentlich ziemlich einfach: Jeder kann sich ohne vorherige Genehmigung der Verwaltung einen Grabstein mit QR-Code bei einem Steinmetz fertigen lassen. „Damit das so einfach geht, haben wir ja die Satzung geändert“, sagt Johannson. Die Aufstellung des Grabmals müsse natürlich beantragt werden. „Das war schon immer so. Und das gilt auch, wenn ein bereits vorhandener Grabstein durch einen QR-Code verändert und wieder aufgestellt wird.“ Bei der Gelegenheit würde die Verwaltung dann auch überprüfen, „dass der Code zu keinen problematischen Inhalten führt“.

Was ist ein QR-Code?

QR-Codes sind mit den Strichcodes verwandt, die fast jeder von Postaufklebern und Warenregalen in Kaufhäusern kennt. Ihr Kürzel steht für Quick Response – schnelle Antwort. In den Punkten und Linien von QR-Codes lassen sich auf kleinstem Raum verschlüsselt beliebig viele Informationen einbetten – ob Info-Broschüren, Fotos oder Links zu Internetseiten. Die Codes lassen sich von jedem problemlos über unterschiedliche Internetanbieter erstellen und mit Hilfe kostenloser Apps und der Kamera eines Smartphones oder Tablets aufnehmen und entschlüsseln.

Die Verwaltung bietet aber nicht nur auf ihren Friedhöfen einen QR-Code-Service an. Über einen QR-Code auf Pflastersteinen können Besucher der Göttinger Innenstadt mit ihrem Smartphone seit knapp einem Jahr auch Informationen zur Baustelle an der Groner Straße abrufen. Die Steine mit den Codes sind in das normale Pflaster eingelassen - und leuchten bei Dunkelheit.

„Die QR-Steine an der Groner Straße waren ein Versuch: Die entsprechende Internetseite zu den Baumaßnahmen ist seit Mai 2016 durchschnittlich 500-mal im Monat aufgerufen worden. Jedoch insgesamt nur knapp 350-mal über die QR-Steine“, sagt Johannson. „Die waren im allerersten Monat ein kleiner Renner, mit 332 Aufrufen. Von da an ging’s bergab.“ Eine Lehre daraus: Künftig müsste man zusätzlich mit einem Schild oder einer kleinen Info-Stele auf das Angebot hinweisen, sagt der Verwaltungssprecher. „Dann schauen die Leute auch eher nach unten.“

Derzeit liegen die Pflastersteine mit QR-Code noch an ihrem angestammten Platz an der Groner Straße, bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Dann werden sie entfernt. „Die Steine haben sich technisch bewährt, sind relativ gefeit gegen Vandalismus, und deshalb bleiben sie eine Option für einen Informationskanal vor Ort“, erklärt Johannson. Heißt: „Diese Option werden wir immer wieder mal ziehen: vielleicht schon beim Umbau der Roten Straße und der Jüdenstraße.“

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