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Göttingen Göttinger handeln mit illegalen Potenzmitteln
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15:53 08.01.2013
In Peking beschlagnahmt: gefälschte Potenzmittel. Quelle: AP (Symbolfoto)
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Göttingen

Wegen illegaler Herstellung von Dopingmitteln sowie unerlaubten Handelns mit dem Potenzmittel Sildenafil (Viagra) müssen sich demnächst zwei junge Männer aus dem Raum Göttingen vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den 25 und 24 Jahre alten Angeklagten aus der Stadt und dem Landkreis Göttingen vor, in ihren Privatwohnungen ein Untergrundlabor zur Herstellung von anabolen Stoffen betrieben zu haben, die für Dopingzwecke im Sport eingesetzt werden.

Die Anabolika sollen sie über eine eigene Firma an diverse Interessenten verkauft und auch über das Internet vertrieben haben. Außerdem sollen sie unerlaubt bei einer chinesischen Pharmafirma eine größere Menge des Wirkstoffs Sildenafil Cytrat in hoher Reinheit geordert haben, um es gewerbsmäßig als Potenzmittel zu vertreiben.

Die Polizei hatte bei einer Durchsuchung ihrer Wohnungen diverse Glas- und Injektionsflaschen sowie andere Laborgegenstände wie Erlenmeyerkolben, Feinwaagen und Etiketten sichergestellt. Unter anderem stießen die Ermittler auf die Anabolika Nandrolondecanoat, Testosteronpropinat und Boldenon Undecylenat, die vor allem in Bodybuilderkreisen als Dopingmittel zum Muskelaufbau eingesetzt werden. Die Menge der aufgefundenen Substanzen habe den in der Dopingmittel-Mengen-Verordnung festgelegten Grenzwert, bis zu dem der Besitz solcher Stoffe erlaubt ist, in erheblichem Maße überschritten, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andreas Buick.

Geschäfte mit Potenzmitteln

Bei einem Angeklagten fanden die Ermittler beispielsweise mehr als 23.600 Milligramm Nandrolon, erlaubt sind nur 45 Milligramm. Damit wurde der zulässige Höchstwert um das 525-fache überschritten. Außerdem soll teilweise die Menge des anabolen Wirkstoffes in den Injektionsflaschen kleiner gewesen sein als auf dem Etikett angegeben war.

Außer mit Dopingmitteln wollten die Angeklagten nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auch illegale Geschäfte mit Potenzmitteln machen. Hier machte ihnen allerdings der Zoll einen Strich durch die Rechnung. Die Fahnder hatten Verdacht geschöpft und die Sildenafil-Lieferung aus China am Flughafen Leipzig sichergestellt.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft liegt in allen Fällen ein Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz vor. Die Angeklagten hätten ohne Genehmigung Arzneimittel hergestellt und in Verkehr gebracht und in nicht geringen Mengen Dopingmittel besessen. Die Arzneimittel seien außerdem nicht nach den anerkannten pharmazeutischen Regeln hergestellt worden. Auch die georderte Lieferung aus China sei illegal gewesen, da keine Arzneimittel aus Nicht-EU-Staaten sowie Ländern, die nicht Vertragsstaaten des europäischen Wirtschaftsraums sind, bezogen werden dürften.

pid

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