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Göttingen Ernüchternde Erfahrungen mit Ladesäulen
Die Region Göttingen Ernüchternde Erfahrungen mit Ladesäulen
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14:02 02.12.2018
Michael Veit (r.) übergibt den Passat Variant GTE Hybrid an den Tester Jens Merker. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

„Schade, dass die Woche schon vorbei ist“, meint der Testfahrer. „Wunderschön“ lasse sich das Auto fahren. „Sehr ruhig“ gleite der Wagen dahin. Wie in einem „Raumschiff“ hat sich seine Ehefrau, Anja Merker (49), in dem Passat gefühlt. „Es ist, als ob der Wagen abhebt“, sagt sie. „Bisher bin ich immer nach Gehör gefahren, bei dem Hybrid kann ich nicht mal sicher sagen, ob der Motor an ist“, berichtet der Fahrer.

Die kurze Fahrt zur Arbeit und zurück – vom Leineberg zu den Göttinger Entsorgungsbetrieben – und ein nachmittäglicher Abstecher zum Schrebergarten, insgesamt 15 Kilometer am Tag, habe sich mit der Batterie problemlos bewältigen lassen. Zwei Tage habe der Strom jeweils gereicht. Nach 38 Kilometern sei die Batterie dann aber leer. Fahre man ohne Klimaanlage, komme man fünf Kilometer weiter.

Motorstart mit Feder

„Fährt man mit dem Passat schneller, springt der Verbrennungsmotor an“, berichtet Merker. Dann werde es etwas lauter. Irritiert hätten ihn mehrfach hintereinander folgende Wechsel des Antriebs. „Verschleißt das nicht den Anlasser?“, habe er bei Volkswagen nachgefragt. Der Anlasser werde dabei nicht betätigt, sei ihm versichert worden. Eine Feder lasse den Benzinmotor anspringen.

Fahrt zum Planetarium in Wolfsburg

„Einmal habe ich den Wagen auf 190 Kilometer pro Stunde beschleunigt“, berichtet der Testfahrer. 225 Kilometer seien möglich. Er sei auf längeren Strecken, etwa zum Planetarium in Wolfsburg, meistens mit 130 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen. Merker: „Ich bin nicht der Raser. Das muss ich nicht haben.“

Assistenzsysteme

„Das Auto verfügt über einen Spurhalter, den man beim Steuern spürt“, sagt der Göttinger. Das Fahrzeug orientiere sich an den Fahrbahnmarkierungen. Es halte zudem einen Mindestabstand zum vorausfahrenden Wagen ein Fahre man zu dicht auf, bremse das Auto automatisch – gegebenenfalls auch etwas schärfer. Bei eingeschalteten Tempomat beschleunige der Wagen von selbst, wenn die Spur wieder frei sei.

„Während der Fahrt mit dem Verbrennungsmotor lädt sich die Batterie wieder auf“, berichtet Merker. Das erhöhe allerdings den Spritverbrauch. Wenn wieder Stadtverkehr komme, sei die Batterie voll.

Unüberschaubar viele Anbieter von Karten für Ladesäulen

Ernüchtert hätten ihn die Erfahrungen mit Ladesäulen, bekennt der Testfahrer. Es gebe eine „kaum zu überblickende Anzahl an Kartenanbietern“. Es empfehle sich, mehrere solcher Karten im Portemonnaie zu haben. Apps hülfen bei der Suche nach einer Ladesäule. Einmal sei die Batterie nach anderthalb Stunden Laden immer noch leer gewesen. Ein Vorteil: An vielen Säulen gebe es den Strom umsonst.

Elektromobilität

„Bei den Ladesäulen muss etwas passieren, sonst wird das nichts mit der Elektromobilität“, meint Merker. Er sieht die Arbeitgeber in der Pflicht. Sie sollten auf dem Firmenparkplatz Ladesäulen installieren. Mitarbeiter könnten dann die Arbeitszeit zum Landen der Batterien nutzen.

Das Fazit des Testfahrers: „Ein tolles Auto, aber nicht meine Preisklasse.‘“ Selbst gebraucht sei das Auto für ihn zu teuer. Er fahre einen elf Jahre alten VW-Diesel, einen Passat 3C Variant, TDI, Euro 4.

Der Grundpreis des Passat GTE beträgt 44250 Euro. Wegen „Kapazitätsproblemen“ sei das Modell derzeit allerdings nicht lieferbar, erklärt Volkswagen.

Von Michael Caspar

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