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Göttingen Göttinger testet VW-Hybrid
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15:19 08.11.2018
Anja und Jens Merker dürfen ein Hybridauto testen. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Volkswagen stellt den VW Passat GTE eine Woche lang zur Verfügung.

„Seit 31 Jahren fahre ich Auto“ erzählt Jens Merker. Der Mitarbeiter des Kanalbetriebs der Göttinger Entsorgungsbetriebe, der beruflich mit einem Spül- und Saugwagen in der Stadt unterwegs ist, kann seine bisherigen Fahrzeuge problemlos aufzählen – fast alles Volkswagen: Opel Ascona A, VW Polo 1, VW Derby 1, VW Polo Steilheck, Golf 2, Golf 3und Passat Variant 3BG. Heute steht auf dem Parkplatz vor dem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Leineberg ein Passat 3C Variant, 2 Liter Diesel, TDI, Euro 4.

Vertrauen erschüttert

„Volkswagen sind nicht die billigsten Fahrzeuge“, meint Merker. Aber die Autos seien zuverlässig und hielten lange. Das sei ihm wichtig, da er Gebrauchtwagen fahre. 10000 Euro habe er für seinen 2007 gebauten Passat gezahlt. „Ich habe einen Diesel genommen, weil meine Frau und ich bis vor kurzem ein Segelboot an der Ostsee hatten“, erzählt er. Bei den langen Fahrten, die sie mehrmals jährlich unternommen hätten, habe sich das finanziell gerechnet. Der Dieselskandal habe nun allerdings sein Vertrauen in die Marke VW „erschüttert“.

Drohende Fahrverbote sind für Merker noch weit weg. „Meine Frau und ich nutzen unsere Autos vor allem in Göttingen auf dem Weg zur Arbeit“, erklärt er. Selten führen sie mal nach Hannover in den Zoo oder nach Kassel. Auch auf dem Weg in den Urlaub ins Hochsauerland oder in die Bispinger Heide müssten sie nicht durch abgasbelastete Metropolen. Die anhaltende Diskussion verunsichere ihn jedoch. Die von VW angebotenen Preisnachlässe auf Neuwagen nutzten ihm, dem Gebrauchtwagenfahrer, nichts. Er vermisse „ein vernünftiges Angebot für den kleinen Mann“.

Merker verfolgt die Entwicklung der E-Autos

„So ganz verstehe ich die Aufregung um den Diesel und die Feinstaubbelastung nicht“, schiebt der Göttinger nach. Ein mindestens ebenso großes Problem wie dreckige Diesel stellten doch die „immer größer werdenden SUV“ oder die alten Benziner dar, die „14 Liter auf 100 Kilometer schlucken“. In diesem Bereich müsse sich etwas tun, wenn die Bundesregierung ihre Klimaziele erreichen wolle. Momentan ständen aber vor allem die Diesel im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Der Umweltschutz beschäftigt auch Merker. Aufmerksam verfolgt er die Entwicklungen bei den Elektroautos und diskutiert sie mit Bekannten. „Kollegen, die E-Autos beruflich nutzen, haben mir mit leuchtenden Augen von den ganz leisen Fahrzeugen erzählt, die agil im Anzug seien und sich flott fahren ließen“, berichtet der Göttinger.

Batteriekapazitäten müssten steigen

„Trotzdem würde ich mir derzeit kein Elektrofahrzeug kaufen“, betont Merker. Ihm sei die Reichweite der Fahrzeuge zu gering. Das werde sich wohl erst in den kommenden Jahren ändern, wenn die Batteriekapazitäten deutlich stiegen. Außerdem überzeuge ihn, trotz aller Anstrengungen von Politik und Wirtschaft, die Dichte der Ladestationen nicht. Die nächsten Stationen seien bei einem Supermarkt, der zehn Autominuten entfernt liege. Dort jedesmal zweieinhalb Stunden shoppen gehen, wolle er nicht. „Ich kann dich ja abholen“, scherzt seine Frau, Anja Merker (49).

„Einen Stromanschluss vor unserem Haus gibt es nicht“, bedauert der Göttinger. Er müsste sich beim Kauf eines Elektrowagens eine Garage mit Stromanschluss in der Nachbarschaft mieten. Der wichtigste Grund gegen den Kauf sei für ihn jedoch der – im Vergleich zu einem entsprechenden Benziner oder Diesel – mehr als doppelt so hohe Preis.

Hybrid könnte Lösung sein

„Eine Lösung könnte der Hybrid sein“, meint Merker. Er freue sich, dass er den Passat GTE testen dürfe. Ein Kombi müsse es sein. Er und seine Frau seien im Sommer jeden Tag in ihrem Schrebergarten. Dort sei immer etwas zu transportieren. Er mache auch viel in seiner Eigentumswohnung, verlege neuen Fußboden und kaufe einen neuen Schrank. Ein Hybrid sei sei eher erschwinglich. Die Wohnung sei fast abbezahlt. Künftig hätten sie mehr Spielraum, erklärt der Göttinger.

Von Michael Caspar

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