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Göttingen Göttingerin Gertrud Henze ist älteste Deutsche
Die Region Göttingen Göttingerin Gertrud Henze ist älteste Deutsche
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00:18 20.04.2013
Ist nicht nur die älteste Göttingerin, sondern die älteste Deutsche überhaupt: Gertrud Henze. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Derzeit leben in der Universitätsstadt 39 Menschen, die 100 Jahre oder älter sind. Vor zehn Jahren waren es lediglich 21. Ergebnis: Zahl annähernd verdoppelt. Schaut man weitere zehn Jahre zurück, wird der Trend noch deutlicher: 1993 lebten gerade einmal sieben Menschen in Göttingen, die 100 Jahre oder älter waren. Deren Zahl hat sich also zwischen 1993 und 2003 sogar verdreifacht. Die Zahl der Hochbetagten nimmt aber nicht kontinuierlich zu. So gab es 2010 in Göttingen sogar 51 Menschen, die einen dreistelligen Geburtstag feiern konnten.

111-jährige Gertrud Henze

Ohnehin scheint Göttingen ein gutes Pflaster fürs Altwerden zu sein. Immerhin lebt hier mit der 111-jährigen Gertrud Henze die derzeit vermutlich älteste Bürgerin Deutschlands (die Niedersächsin Elisabeth Schneider, die bislang als älteste Deutsche galt, war im Februar im Alter von 111 Jahren gestorben). Gertrud Henze wurde zwar am 8. Dezember 1901 auf Rügen geboren, doch die ehemalige Bibliothekarin wohnt schon viele Jahre im GDA Wohnstift in Geismar und fühlt sich mittlerweile als waschechte Göttingerin. Die 111-Jährige dürfte übrigens auch die älteste Bewohnerin in der Geschichte der Stadt Göttingen überhaupt sein. Andere Erkenntnisse lägen jedenfalls nicht vor, sagt Stadtsprecher Detlef Johannson.

Blick in die Vergangenheit

Das mag auch daran liegen, dass Daten zu Hochbetagten erst seit wenigen Jahren erhoben werden. Ein Blick in die Vergangenheit über 1993 hinaus sei daher nicht möglich, wie Stadtsprecher Johannson auf Anfrage mitteilt: „Wenn wir Zahlen zur genannten Altersgruppe vor 20 Jahren zur Verfügung stellen können, dann ist das schon eine Besonderheit. Das Statistische Landesamt zum Beispiel erfasst diese Gruppe erst seit zehn Jahren. Eine Geschlechterdifferenzierung findet und fand dabei nicht statt.“

Dennoch habe natürlich auch die Stadt Göttingen den Trend, dass immer mehr Menschen älter werden, längst erkannt, sagt Johannson – und reagiert. „Es war nämlich rechtzeitig absehbar, dass die demografische Entwicklung nicht nur dazu führt, dass die Menschen in Göttingen älter werden, sondern dass viele ältere Menschen im hohen Alter (vor allem aus dem Umland) nach Göttingen (zurück-)ziehen, weil sie in den urbanen Zentren wie Göttingen eine altersgerechte Infrastruktur vorfinden. Die vorzuhalten ist unsere Aufgabe. Darauf sind und waren wir vorbereitet.“

Kapazitäten in Seniorenwohnheimen

Dazu zählten der öffentliche Personennahverkehr, die Sicherstellung von Nahversorgung und Sport-, Kultur- und Freizeitangebote. Zudem gehe es um ausreichende Kapazitäten in Seniorenwohnheimen, altersgerechten Wohnungsbau und die Förderung ambulanter Dienste.

Auch der Landkreis Göttingen sieht sich Sprecher Marcel Riethig zufolge gewappnet. Daten zu der Gruppe der Hochbetagten würden aber nicht erhoben, sagt Riethig und verweist an das Landesamt für Statistik – oder an die einzelnen Gemeinden. Auch könne man nicht ermitteln, wie alt der bisher älteste Mensch im Landkreis Göttingen geworden ist. Über 100 dürfte er aber allemal gewesen sein.

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