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Göttingen Gottesdienste im Netz als Zusatzangebote
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00:19 02.07.2018
Die Studenten Manuel Ziggel, Sarah Hilmer und Marc-Robin Bischoff (von links) tragen die Ergebnisse zusammen. Quelle: Vera Wölk
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Göttingen

„Die Veranstaltung ist Teil eines Uniseminars, das wir in diesem Semester besuchen“, berichtete Marc-Robin Bischoff. In dem religionspädagogischen Seminar stehe die Erwachsenenbildung im Mittelpunkt, und die Digitalisierung sei ein Thema gewesen, zu dem die Studenten eine Veranstaltung organisieren sollten. „Unsere Veranstaltung zur Digitalisierung bildet den Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe, die in den kommenden Wochen stattfinden wird“, sagte Bischoff. Zum Oberbegriff Digitalisierung und Kirche haben sich Bischoff und seine Kommilitonen Sarah Hilmer, Philip Steinbach und Manuel Ziggel vier Aspekte herausgesucht, die sie mit den Besuchern diskutierten. Die erste Frage beschäftigte sich damit, ob das Gucken von Gottesdiensten im Fernsehen oder am Computer den Gang in die Kirche vollständig ersetzen könne. Die zweite Frage war, ob es sinnvoll ist, dass sich Landeskirchen oder einzelne Kirchengemeinde in sozialen Medien wie Facebook engagieren. Der dritte Aspekt behandelte die Online-Seelsorge. Als Viertes wurde die Idee eines Segensroboters thematisiert.

Segen durch einen Roboter

Entwickelt hat den Roboter die hessische Landeskirche gemeinsam mit der evangelischen Kirche Nassau zur Ausstellung in Wittenberg anlässlich des Reformationsjubiläums im vergangenen Jahr. Ziggel berichtete den Teilnehmern, dass Gläubige sich von dem Roboter segnen lassen können und sich selbst aussuchen können, aus welcher Kategorie der Segen stammen soll. „Ich möchte mich nicht von einem Roboter segnen lassen. Ich denke, dass mir der Segen von einem Pastor mehr bringt, als der von einer Maschine“, sagte ein Teilnehmer. Aus Sicht eines weiteren Teilnehmers werde es weltweit zahlreiche Menschen geben, die das Angebot der Segnung durch einen Roboter annehmen werden. Ziggel erinnerte zudem daran, dass der Ausgangspunkt für den Segen nicht der Pastor, sondern Gott sei.

Kein Abendmahl übers Fernsehen

Bei der Frage, ob Religion im Fernsehen den Gottesdienstbesuch ersetzen könne, stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie diese Form des Gottesdienstes die Gemeinschaft verändere. „Auch wenn Glaube eigentlich etwas Individuelles ist, so glauben wir doch beim Gottesdienst in der Gemeinschaft“, sagte Steinbach. „Ein Gottesdienst im Fernsehen zu erleben, wenn man beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht in die Kirche gehen kann, ist besser als nichts“, sagte ein Teilnehmer. Doch dürfe das Erleben eines Gottesdienstes vor dem Bildschirm nicht den Normalfall ersetzen. Nicht vorstellen konnten die Teilnehmer sich, dass sie sich für einen Gottesdienst mit Abendmahl Brot und Wein bereitstellen, um sich dieses dann zu nehmen, nachdem der Pastor die Einsetzungsworte gesprochen hat. „Das Abendmahl nimmt man sich nicht, sondern man bekommt es gereicht“, war hier die Meinung der Teilnehmer.

Mehr Reichweite durch soziale Medien

Positiv bewertet wurde hingegen, dass die Kirchen sich in den sozialen Medien präsentieren und dort Andachten, Losungen und Psalme teilen. Dadurch habe Kirche nach Meinung der Besucher eine größere Reichweite. Allerdings dürfte die Präsenz von Kirche nicht dazu führen, dass dadurch reale Gottesdienste mit einem Pastor in einer Kirche ersetzten werden. „Diese Angebote dürfen nur ein Zusatzangebot für die Gläubigen seien“, sagte eine Teilnehmerin.

Von Vera Wölk

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