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Göttingen „Eine Art Impro-Theater, nur ohne Bühne“
Die Region Göttingen „Eine Art Impro-Theater, nur ohne Bühne“
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00:22 28.02.2018
Einsteigen in Spielwelten beim Gratisrollenspieltag des Göttinger Studentenwerks. Quelle: Peter Heller
Göttingen

„Cthulhu“ stand bei den Spielern hoch im Kurs. Das Horror-Rollenspiel in der Welt des US-Autors H. P. Lovecraft wurde gleich an mehreren Tischen in zwei Räumen des Kulturbüros des Studentenwerks – mit hörbar viel Spaß – gespielt. Ruhiger ging es hingegen bei der Gruppe zu, die sich „Symbaroum“ widmete. Und selbst intelligente kleine Hamster waren im Einsatz, die Nager wurden bei „Michtim“ belebt.

2013 gestartet, wurde der Gratisrollenspieltag bereits zum sechsten Mal angeboten. „Göttingen war von Anfang an dabei“, erklärte Jonas Richter. Der 39-Jährige, der in Göttingen studiert und promoviert hat, ist selbst begeisterter Rollenspieler. Im überregionalen Organisationsteam der Initiative aktiv, hat er den Spieltag nach Göttingen gebracht, und „Die Spieleburg“ und das Kulturbüro des Studentenwerks als Kooperationspartner ins Boot geholt.

Bei Rollenspielen gebe es verschiedene Formen, in diesem Fall seien es nun Tischrollenspiele, erklärte Richter. Das heißt, die Spieler sitzen am Tisch und entwickeln in improvisierten Gesprächen gemeinsam eine Geschichte. Gruppenmitglieder übernehmen Figuren, reagieren auf die Ideen anderer Spieler und treiben so das Spiel voran. Wobei pro Tisch ein Spielleiter die Fäden in der Hand hält, Spielregeln vorgibt und beschreibt, was passiert. Würfel sorgen für den Faktor Zufall.

Keine Verkleidungen, kein Computer. Beim Tischrollenspiel, auch Pen-and-Paper-Rollenspiel genannt, steht die Kommunikation im Mittelpunkt. „Es ist eine Art Impro-Theater, nur ohne Bühne“, so Richter. „Man spielt sehr sozial, und das eigene Kopfkino wird durch das, was die anderen sagen, angeregt.“

Eine gewisse Präferenz liege bei actionbetonten Spielen, erklärte Richter. Denkbar seien aber auch beispielsweise Detektivgeschichten oder politische Intrigen. In Göttingen seien Tischrollenspieler vor allem über soziale Netzwerke verbunden, zudem gebe es viele Privatgruppen.

Mehr als 20 Spieler waren am frühen Nachmittag gekommen, zumeist erfahrene Teilnehmer, aber auch Neulinge. „Man kann direkt einsteigen“, sagte Barbara Phlix. Aus Ulm kommend und derzeit gerade ihr Studium abschließend, habe sie „hier an die Szene angedockt“. Sehr unterschiedliche Menschen träfen aufeinander, man lache sehr viel, und die Akzeptanz untereinander sei sehr hoch. „Es macht einfach Spaß“, so die 23-Jährige.

Und dann formierte sich, teils aus der vorigen „Hamster“-Gruppe, eine neun Spieler große Gruppe um Spielleiter Jonas Richter, der Vorgaben machte. Berufe, Eigenschaften, Wertigkeiten – allmählich zeichneten sich Zusammenhänge und mögliche Handlungen ab. „Extrem viele Geldsorgen in der Runde“, stellte Richter amüsiert fest. Und Phlix ging als „Esmeralda“ auf die Suche nach solventen Männern. Ein großer Spaß.

Von Karola Hoffmann

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