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Göttingen Größte Modellflugschau Norddeutschlands
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00:16 05.09.2017
Der Modellsportverein (MSV) Condor Göttingen veranstaltet zum siebten Mal seine Mega-Flugshow. Quelle: Peter Heller
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Elliehausen

Eine der größten Modellflugveranstaltungen findet an diesem Wochenende oberhalb von Elliehausen statt: die Mega-Flugshow Modellsportverein (MSV) Condor Göttingen. Wie in den vergangenen Jahren gab es jede Menge Raritäten am Himmel nordwestlich von Göttingen zu bewundern.

Bereits am ersten Tag, dem Sonnabend, kamen bereits um die 600 Besucher, um sich das Spektakel anzusehen. Als Teilnehmer angemeldet hatten sich 92 Modellflug-Enthusiasten, die mit 133 flugfähigen Modellen in teils beeindruckenden Größen angereist waren. Andreas Engels, Vorsitzender des Condor-Modellsportvereins, freute sich vor allem über die Teilnehmer aus Tschechien, die mit einer Reihe von Nachkriegsjets und mehreren äußerst aufwendig gefertigten Vorkriegs-Segelflugzeugen aus Holz im Maßstab von bis zu 1:2 angereist waren.

Ein Jahrhundert Fluggeschichte

Ob Düsenflugzeug, Propellermaschine, Hubschrauber oder Segler: Nach und nach erhoben sich auf dem Condor-Modellfluggelände auf einer großen Freifläche westlich von Elliehausen Modelle aus einem Jahrhundert Fluggeschichte in die Lüfte. Wunderschön beispielsweise eine Lockheed Super Constellation in der silber-weiß-gelb-blauen Lufthansa-Lackierung der späten 1950er Jahre. Die viermotorige Propellermaschine war damals der Traumflieger im gerade erst beginnenden Luftfahrt-Massengeschäft. Zudem waren auffällig viele Propeller-Rennflugzeuge am Start. Die einsitzigen Vorbild-Maschinen erreichten damals fast unvorstellbare Geschwindigkeiten von bis zu 700 Stundenkilometern.

Modellflugschau beim MSV Condor Göttingen

Einer der vielen Glanzpunkte: die Messerschmitt Me 262 von Stefan Völker aus Hessen. Mit diesem Modell des ersten in Serie gebauten Strahl-Kampfflugzeugs der Welt hatte Völker vor einer Woche bei den Modellflug-Weltmeisterschaften in Finnland den zweiten Platz erreicht. Wie beim Original wird Völkers Vizemeister-Flugzeug von echten Strahltriebwerken, hier im Miniaturformat, angetrieben und produziert auch den entsprechenden Klang.

Eine der anspruchsvollsten Darbietungen: die Warbirds-Flugschau. Etwa zehn Modelle von Kampfflugzeugen des Zweiten Weltkriegs erhoben sich gleichzeitig in die Lüfte und zeigten teils waghalsige Flugmanöver. Allerdings nicht ganz vorbildgetreu: So trafen deutsche Messerschmitt 109, Focke-Wulf 190 und eine Dornier Do 335 auf japanische Mitsubishi Zero-Jäger. Dazwischen US-amerikanische P51 Mustang, eine britische Supermarine Spitfire und eine sowjetische Yakovlev Yak-9.

Modell eines Doppeldeckers aus den 30ern

Größtes und schwerstes Flugzeug auf dem Flugfeld: das Modell einer Bücker Jungmeister, eines Doppeldeckers aus den 1930er Jahren. Der fliegende Kaventsmann im Maßstab größer als 1:2 wiegt 131 Kilogramm – ein überzeugender Grund für die aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen mit vielen Absperrungen rund um das „Condor“-Vereinsgelände. Dennoch wagten sich einige Unbelehrbare in die Nähe der Ein- und Abflugschneisen: Dann mussten die Darbietungen kurzfristig unterbrochen werden.

Dass auch Modellflugzeug-Enthusiasten bei ihrem Hobby über Humor verfügen, bewies Daniel Sabatschus mit seinem Modell einer Hawker Seafury in der Farbgebung der kubanischen Luftstreitkräfte: Ins Cockpit des Propellerpropellerflugzeuges hatte der 49-Jährige aus Viersen eine Puppe des früheren kubanischen Staatschefs Fidel Castro montiert. Sabatschus: „Ich wollte ein Modell bauen, das nicht jeder hat.“

Die größte Modellflugshow Norddeutschlands geht am Sonntag weiter. Beginn ist um 10 Uhr, Ende gegen 17 Uhr. „Condor“-Vereinschef Engel rechnet mit bis zu 2000 Zuschauern. Im weiteren Umfeld des Fluggeländes sind reichlich Parkplätze ausgewiesen.

Die Veranstaltung beginnt am Sonnabend und am Sonntag jeweils um 10 Uhr und endet am Sonnabend um 18 Uhr, am Sonntag um 17 Uhr.

Von Matthias Heinzel

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