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Göttingen Grone: Neujahrsempfang der Katholiken
Die Region Göttingen Grone: Neujahrsempfang der Katholiken
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00:17 17.01.2013
St. Heinrich und Kunigunde in Grone: Beim Neujahrsempfang der Katholiken treffen sich Vertreter aus Kirche und Gesellschaft. Quelle: Heller
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Grone

Als „großes Weihnachtsgeschenk“ bezeichnete der katholische Dechant Wigbert Schwarze im Gottesdienst in St. Heinrich und Kunigunde die Erhaltung der katholischen Bonifatiusschule II. Ein herausragendes Angebot im vergangenen Jahr sei zudem die ökumenische Veranstaltungsreihe „Göttinger Psalter“ gewesen.

Negativ zu verzeichnen sei dagegen, dass die Vinzentinerinnen das katholische Krankenhaus Neu-Mariahilf verlassen hätten. Dadurch sei eine Lücke entstanden, sagte auch Corinna Morys-Wortmann vom Dekanatspastoralrat in ihrer anschließenden Ansprache beim Empfang.

Sie nannte die Veranstaltungsreihe „Lebenskunst Sterben“ und die erste jüdisch-christliche Gemeinschaftsfeier in Göttingen als weitere positive Ereignisse. Göttingens Bürgermeister Wilhelm Gerhardy (CDU) zeigte seine „besondere Freude“ über die Erhaltung der „traditionsreichen und beliebten“ Bonifatiusschule.

Oguz Akdemir, Imam der türkisch-islamischen Ditib-Moschee, schlug in seiner Rede nachdenkliche Töne an. Er verwies auf den fortdauernden Bürgerkrieg in Syrien. Zudem erinnerte er an mehrere rechtsextreme Aktionen gegen die Ditib-Moschee im vergangenen Jahr, zu denen ein Drohbrief und Schmierereien am Moschee-Gebäude gehörten.

Jacqueline Jürgenliemk, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Göttingen, konnte positiv bilanzieren, dass mit der Gestaltung des Außengeländes die Bauarbeiten am Gemeindezentrum fast beendet sind. Doch überschattet wurde dies für Jürgenliemk von einer anderen Wirklichkeit, „und die ist erschütternd und beängstigend.

Es gab mehrere Angriffe auf jüdische Menschen, und es gab die Beschneidungsdebatte, die es so nur in Deutschland gegeben hat.“ Das Beschneidungsverbot, so Jürgenliemk, hätte sich eingereiht in die jahrtausendelange Verfolgungsgeschichte des Judentums und darauf abgezielt, „den Anderen in seiner Andersartigkeit zu vernichten“.

Mit welchen Angriffen versucht wird, Religionsgemeinschaften zu diskreditieren, machte der evangelisch-lutherische Superintendent Friedrich Selter an einem Beispiel für das Christentum deutlich: Bei Bremen wurde eine Pastorin von einer Mutter angezeigt, weil ihre 13-jährige Tochter beim Abendmahl Alkohol zu trinken bekommen hatte. Selter verwies darauf, dass innerhalb der Lutherdekade bis zum Reformationsjubiläum 2017 dieses Jahr in der Evangelischen Kirche unter dem Leitthema „Toleranz“ steht.

Intoleranz gebe es nur in eine Richtung, so Selter: Für seine Forderung, die rechtsextreme NPD zu verbieten, erhielt er Applaus.

Mit dem „Göttinger Psalter“ und der Reihe „Lebenskunst Sterben“ sei das vergangene Jahr in Göttingen für ihn ein „Jahr der Ökumene“ gewesen, so Selter. Mit Konkurrenzdenken könnten die Konfessionen nicht mehr weiterkommen, sondern nur mit gegenseitiger Beteiligung.

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