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Göttingen Groß Schneen: Alle ignorieren Pflicht zum Pflanzstreifen
Die Region Göttingen Groß Schneen: Alle ignorieren Pflicht zum Pflanzstreifen
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00:34 19.03.2015
Zugepflastert: Eigentlich müsste vor jedem Haus ein fünf Meter breiter Pflanzstreifen angelegt sein. Quelle: Heller
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Groß Schneen

Der Anwohner hat die Bauordnungsbehörde informiert, die zum Ortstermin kam, den Zustand mit dem gültigen Bebauungsplan verglich und eine Anhörung einleitete. Das Fazit: Kein einziger Anlieger hat sich an die Auflage des Planes gehalten – auch nicht der, der den Landkreis erst auf den Plan rief.

Jetzt droht sämtlichen Anliegern die Aufforderung seitens des Landkreises, den baurechtlich verpflichtenden Zustand herzustellen, den der Bebauungsplan verlangt: Wegreißen des Pflasters, Anpflanzen eines fünf Meter breiten Pflanzstreifens, allenfalls unterbrochen durch maximal sechs Meter breite Einfahrten. Der Landkreis dürfte dabei auch einen Brief an die eigene Anschrift richten. Denn das größte der neun Grundstücke an der Straße gehört – dem Landkreis. Es ist die Außenstelle der Kreis-Straßenmeisterei. Und die hat mit Einfahrt, Parkplätzen und Silos bebaut, was eigentlich fünf Meter breit bepflanzt gehört.

Der Grund, warum beim Aufstellen des Bebauungsplanes einst auf einen Grünstreifen bestanden wurde, ist einleuchtend. Über große Teile schloss damals die einseitige Bebauung das Dorf nach Norden ab. Es sollte also begrünt, nicht betoniert wirken. Andererseits schließt sich inzwischen ein Gewerbegebiet an. Und die Anwohner argumentieren, einige davon Gewerbetreibende, dass sie mit den Stellplätzen auf ihrem Grundstück ja die Straße entlasten. Würden sie, wie vorgesehen, auf der Straße parken, hätten es landwirtschaftliche Gespanne und die Lastwagen der Straßenmeisterei nicht mehr so einfach, zu passieren.

Im Bauausschuss der Gemeinde legte die Verwaltung einen Lösungsvorschlag vor: Änderung des Bebauungsplanes. Die Pflicht zum Pflanzstreifen würde gestrichen. Alle würden sparen – zumindest den Rückbau. Politiker wie Frank Holzapfel (SPD) aber sehen nicht ein, dass alle sich an Bauplan-Auflagen halten müssen, nur die Anlieger dieser Straße nicht, und dass die Gemeinde die Kosten der Bebauungsplanänderung tragen soll. „Warum soll die Gemeinde zahlen, wenn sich Anlieger über Auflagen hinwegsetzen?“, fragt Toni Limburg (Grüne). „Ich neige nicht dazu, unsere Ortsgesetze auf Wunsch zu verändern“, sagt auch Ausschussvorsitzende Ute Haferburg (Grüne). Ortsbürgermeister Lothar Zeuner (SPD) schließlich schlug vor, zu prüfen, ob die Änderung nicht möglich sei, wenn die Betroffenen die Kosten übernehmen. Schließlich habe ja jeder einzelne, selbst jener, der den Landkreis auf den Plan rief, ein Problem. Denn dessen Pflanzstreifen ist auch keine fünf Meter breit, wurde bei einer Ortsbegehung des Bauordnungsamtes am 15. Dezember 2014 festgestellt. Dann müsste auch der Landkreis kräftig mitzahlen – oder eben den Hof seiner Straßenmeisterei zurückbauen und begrünen.

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