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Göttingen Großer Andrang an Ausgrabungsstätte in Göttingen
Die Region Göttingen Großer Andrang an Ausgrabungsstätte in Göttingen
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19:41 25.10.2015
Auge in Auge mit dem Franziskaner-Mönch: Archäologie-Studentin Christina Lucas zeigt einen Schädel. Quelle: Heller
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Göttingen

Am Eingang des kleinen Hinterhofs an der Barfüßerstraße gaben Mitglieder des Grabungsteams von der Firma Streichardt und Wedekind abwechselnd kurze Einführungen, ehe es dann in kleinen Gruppen in den Hinterhof ging. Gruppe auf Gruppe strömte ab 10 Uhr aufs Gelände.

Es handele sich vermutlich um die Skelette von dort bestatteten Franziskanermönchen, erläuterte Frank Wedekind. Dafür spreche die räumliche Nähe zu dem Franziskanerkloster, das sich dort einst im Mittelalter befand. Außerdem seien bislang dem Augenschein nach nur Skelette von Männern gefunden worden. Bei einem Gemeindefriedhof wären auch Skelette von Frauen und Kindern zu erwarten gewesen.

Die Skelette seien in bis zu sieben Lagen übereinander gefunden worden, so Wedekind. Die Toten seien, dem Armutsideal der Franziskaner und dem christlichen Glauben folgend, ohne Beigaben und mit dem Blick nach Osten bestattet worden. Bestanden habe das Kloster von 1268 bis 1533.

Es handele sich jeweils um einzelne Bestattungen, erklärt Wedekind. Es gebe keine Hinweise darauf, dass – etwa infolge einer Krankheitswelle – auch einmal mehrere Personen zugleich begraben worden seien. Das jetzt gefundene Bestattungsareal sei bislang nicht bekannt gewesen, betont Wedekind.

Die Skelette würden zur weiteren Erforschung an der Universität aus dem Boden entnommen, sagt Wedekind. Danach gebe es die Möglichkeit, dass sie dann erneut bestattet würden. Das sei auch mit Knochenfunden bei der Ausgrabung der Krypta in Nörten-Hardenberg geschehen.

Ehrfürchtig bestaunten die Besucher die offen im Erdreich liegenden Skelette am Wilhelmsplatz. Einen Schädel und ein Paar Beckenknochen konnte man sich zudem an einem Tisch bei Archäologie-Studentin Christina Lucas näher anschauen.

Es seien aber nicht nur Skelette gefunden worden, sagt Wedekind. Man habe auch Siedlungsspuren aus der Zeit vor dem Kloster, Mauerreste und Keramikscherben gefunden.
Die Grabung am Wilhelmsplatz steht im Zusammenhang mit den dortigen Bauarbeiten. Die Universität saniert die Alte Mensa. In dem Gebäude sollen Tagungs- und Veranstaltungsräume entstehen.

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