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Göttingen Grüne wollen Alte Anlage zum Kulturdenkmal machen
Die Region Göttingen Grüne wollen Alte Anlage zum Kulturdenkmal machen
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00:17 12.05.2017
Blüte der Victoria Seerose im Alten Botanischen Garten. Quelle: Hinzmann (Archiv)
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Göttingen

Der Botanische Garten am Nordrand der Innenstadt wurde in der Gründungszeit der Universität Göttingen um 1736 angelegt. Er gehört zu ihren ältesten Anlagen, wird noch als Forschungsanlage genutzt und ist öffentlich zugänglich. Die Universität wende sich im Lehr- und Forschungsbetrieb aber verständlicherweise zunehmend ihren neuen Anlagen - dem experimentellen - und dem forstbotanischen Garten am Nordcampus in Weende - zu, stellen die Grünen in einem Antrag zur nächsten Sitzung des rates der Stadt fest. "Trotzdem" oder gerade deshalb bestehe ein "zwingendes öffentliches Interesse", den Alten Botanische Garten unter Schutz zu stellen. Eine geeignete Grundlage dafür könnten die niedersächsischen Ausführungen zum Bundesnaturschutzgesetz und das Denkmalschutzgesetz bieten. Danach können Naturobjekte und -flächen unter Schutz gestellt werden, wenn unter geschichtlichen, wissenschaftlichen und baurechtlichen Kriterien ein öffentliches Interesse besteht.

Stimmt der Rat dem Antrag der Grünen zu, soll die Stadtverwaltung mit der Universität als Eigentümer des Alten Botanischen Gartens Wege einleiten, die Anlage als Kulturdenkmal einzustufen. 

17 000 Arten im Garten

Mit etwa 19 000 Nummern und Herkünften, die etwa 17 000 verschiedene Pflanzenarten repräsentieren, steht der „kleine Göttinger Garten“, was den Reichtum seiner Sammlungen betrifft, nach Angaben der Universität bundesweit an zweiter Stelle nach Berlin-Dahlem. Auch wenn nicht alle davon dem Publikum zugänglich sind, sie die Anlage mit etwa 100 000 Besuchern im Jahr die populärste Einrichtung der Universität. Zugleich bilde sie in Einheit mit dem Baumbestandenen Wall ein innerstädtisches Refugium für Vögel, Kleinsäuger, Fledermäuse, Amphibien und eine bemerkenswerte Vielfalt teils seltener Insekten. us

 

Bei der Uni stößt die Idee auf Zuspruch: „Der Alte Botanische Garten ist ein wichtiger Teil der Geschichte der Universität Göttingen“, heißt es in einer Stellungnahme. Zu Gesprächen mit der Stadtverwaltung, darüber, wie die Anlage dauerhaft erhalten und gesichert werden kann, „sind wir sehr gerne bereit“, so Unisprecher Romas Bielke. „Das hört sich erst einmal ganz plausibel an“, kommentiert Professor Erwin Bergmeier als Direktor der Botanischen Garten den Grünen-Antrag. Dabei sollte aber genau geprüft werden, ob und wie ein Schutstatus der weiteren Entwicklung des Gartens dienlich sei. Keinesfalls dürfe er die Nutzung für Forschungszwecke einschränken. Geprüft werden müsse auch, ob es sinnvoll sei, zwei unterschiedliche Schutzkategorien zu vermengen. Denn mit dem Stadtwall sei auch ein Teil des Alten Botanischen Gartens bereits als Naturschutzdenkmal ausgewiesen.

Der Alte Botanische Garten gehört zur Biologische Fakultät der Uni und ist in Lehre und Forschung mit der Abteilung Symantische Botanik verbunden. Er wurde von Albrecht von Haller als „hortes medicus“ gegründet und trägt deshalb den Beinamen „Hallerscher Garten“. us
Der Rat tagt am Freitag, 12. Mai, ab 16 Uhr im Neuen Rathaus.

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