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Göttingen Gut aufwachsen mit Smartphone & Co.
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00:30 03.06.2018
Schüler der BBS II mit den Dezernenten Marcel Riethig (Mitte, im Anzug) und Siegfried Lieske (3.v.l.) beim Fachforum "Digital - genial?! - Gutes Aufwachsen mit Medien" im Neuen Rathaus. Quelle: Markus Riese
Göttingen

 140 Teilnehmer, darunter viele pädagogische Fachkräfte, waren am Nachmittag des 30. Mai im Ratssaal des Neuen Rathauses zusammengekommen. „Wir mussten auch Absagen verschicken“, wies Stadtrat Siegfried Lieske (Grüne) auf das große Interesse hin. Das zeige, dass die Vorbereitungsgruppe einen Nerv getroffen habe. Ihr gehörten unter anderen die Koordinatorinnen Antje Steinborn (für den Landkreis) und Jutta Teepe (für die Stadt) an, ebenso der Fachdienstleiter für Frühe Hilfen, Kindertagesbetreuung, Steuerung und Planung beim Landkreis Göttingen, Georg Merse, der durch den Nachmittag führte. „Eltern, legt das Handy weg!“, rief Lieske in die Runde – eine Aussage, die im weiteren Verlauf teils untermauert, an einigen Stellen aber auch differenziert werden sollte.

Kein erhobener Zeigefinger

Kreisrat Marcel Riethig (SPD) erklärte, wie es zur gemeinsamen Plakataktion von Stadt, Landkreis, dem Verein Blickwinkel und den Berufsbildenden Schulen II kam, die Auszubildende der Fachrichtung Mediengestaltung Digital und Print aus dem Bereich Druck- und Medientechnik der BBS II in vier Gruppen seit Januar erarbeitet hatten: „In vielen Kommunen gibt es bereits Plakat-Kampagnen, die dafür werben, Auszeiten vom Smartphone zu nehmen und den Kindern uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu schenken“, so Riethig. Die Koordinatoren des Netzwerks „Frühe Hilfen“ hätten nach mehrfachen Anfragen aus Kitas und Schulen der Region ebenfalls Bedarf gesehen. Weil vorhandene Plakate in der Arbeitsgemeinschaft Medienpädagogik aber eher negativ bewertet worden seien, da sie zu sehr auf den erhobenen Zeigefinger setzten, sei die Idee einer eigenen Plakataktion aufgekommen. Eltern sollen dadurch ein Bewusstsein für die Nutzung ihrer Smartphones in der Gegenwart ihrer Kinder entwickeln. Riethig: „Die Plakate sollen Anstoß geben, den Umgang mit dem Smartphone zu reflektieren – ohne zu moralisieren oder Eltern gar schlecht zu machen.“

„Elternliebe geht auch offline“

Alle vier Gruppen durften ihre jeweils zwei erarbeiteten Motive vorstellen. Vom 4. bis 15. Juni sollen sie im Foyer des Landkreises präsentiert werden; schon jetzt können Schulen, Kitas und andere Einrichtungen Postkarten und Poster anfordern. Die Motive enthalten neben einer deutlichen Bildaussage auch jeweils eine markante Botschaft, etwa „Elternliebe geht auch offline“. Die Schüler ernteten dafür viel Applaus. „Es ist beeindruckend, wie intensiv sich die Auszubildenden mit der Thematik auseinandergesetzt haben, was für unterschiedliche Ideen sie entwickelt und wie sie diese umgesetzt haben“, befand auch Riethig. „Natürlich sind wir auf die Plakate auch ein bisschen stolz“, gaben die angehenden Mediengestalterinnen Lenja Rawisch, Julia Sauthoff und Melia Szemeitat zu Protokoll.

Vom vernetzten Spielzeug bis zum smarten Schnuller

Nach der Präsentation standen Impulsvorträge sowie Praxis- und Informationsforen auf der Agenda. Hierbei ging es unter anderem um das längst existierende „digitale Kinderzimmer“ – vom vernetzten Spielzeug bis zum smarten Schnuller –, die Vor- und Nachteile von frühem Medienkonsum aus Sicht der Kinder- und Jugendpsychiatrie und das „gute Aufwachsen in Digitalien“, wie es Blickwinkel-Geschäftsführerin Sabine Eder formulierte: „Das Hauptanliegen ist doch, dass Kinder in der digitalen Medienwelt gut zurechtkommen.“

Von Markus Riese

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