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Göttingen Halloween-Streiche nicht immer harmlos
Die Region Göttingen Halloween-Streiche nicht immer harmlos
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19:20 29.10.2018
Die erschreckenden Horror-Clowns machten 2015 auch in Göttingen einige Gegenden unsicher. Quelle: dpa
Göttingen

Der Briefkasten wird mit Konfetti gefüllt oder die Mülltonne mit Toilettenpapier oder Luftschlangen eingewickelt. Solche Streiche sind harmlos, wenn sie auch vielleicht nicht jedem in Lächeln ins Gesicht zaubern. Aber schon wenn andere Materialien zum Einsatz kommen, wird es problematisch. Joachim Schneider, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, betont: Sachbeschädigungen werden mit einer Geldstrafe und sogar mit bis zu zwei Jahren Gefängnis geahndet. Hinzu kommt, dass die Täter den Schaden ersetzen müssen.

Auch wenn in Göttingen in den vergangenen Jahren zu Halloween kaum besondere Vorfälle angezeigt wurden, gibt es auch hier aus den Archiven der Polizeiarbeit eine Reihe von „Späßen, von denen man unbedingt die blutigen Finger lassen sollte“, so Jasmin Kaatz, Sprecherin der Göttinger Polizeiinspektion.

Attacke mit Eiern

So sollte es keinesfalls zum Repertoire der kleinen und großen Monster gehören, Briefkästen in Brand zu setzen, sie mit Böllern zu zerstören oder mit Bauschaum zu füllen. Auch kam in der Vergangenheit immer mal wieder Sekundenkleber zum Einsatz, um damit Mülltonnen zu versiegeln oder Schlüssellöcher abzudichten.

Ein beliebter Scherz, der die Grenzen des Legalen ebenfalls überschritt, hatte mit Sprühdosen und Hausfassaden oder Autos zu tun. Auch die falsche Verwendung von Eiern kann gegen das Recht verstoßen. So wurden vor einigen Jahren in Grone und Weende Eier auf fahrende Linienbusse geworfen. Dabei erlitten nicht nur die Fahrer leichte Verletzungen, die Werfer mussten sich außerdem vor Gericht verantworten.

Streiche und das Gesetzbuch

Viele misslungene Streiche haben eine direkte Übersetzung im Gesetzbuch. Aus herausgerissenen Blumen im Vorgarten des griesgrämigen Nachbarn wird schlichte Sachbeschädigung. Aus einem herausgehobenen Gullydeckel kann sich schnell der Verdacht auf einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr entwickeln. Wer hingegen Straßenlaternen, Parkbänke oder Straßenschilder beschädigt, begeht gar eine gemeinschädliche Sachbeschädigung. Und wenn Menschen verletzt werden könnten, nennt das der Jurist Körperverletzung oder Schlimmeres. „Streiche, bei denen Menschen zu Schaden kommen könnten, sollten absolut tabu sein“, so Kaatz.

„Es ist wichtig, dass Eltern ihre Kinder darüber aufklären, was noch als Streich durchgeht, was eine Sachbeschädigung ist und welche Konsequenzen daraus folgen“, betont Schneider. Außerdem sollten Eltern ihre Kinder dazu ermutigen, trotz Gruppendruck nicht bei Sachbeschädigungen mitzumachen. Nicht selten entstehen unerwünschte Halloween-Streiche durch Mit- oder Nachmachen. Bekanntes Beispiel dafür war das bundesweite Phänomen der Horrorclowns, die Menschen in vielen Städten in Angst und Schrecken versetzten. Davon war Göttingen nur im Jahr 2015 vereinzelt betroffen. Kaatz: „2016 war der Spuk dann schon wieder nahezu ganz vorbei. Seitdem ist Ruhe.“

Die Dienststellen der Polizei in Stadt und Landkreis Göttingen würden auch in diesem Jahr an diesem besonderen Abend und auch in der Nacht natürlich ein „sehr wachsames Auge auf zu übermütige Geister und Hexen haben“, verspricht Polizeisprecherin Kaatz. Und wenn sich dann noch alle an die Regeln halten, bleibt es bei der durchaus positiven Göttinger Halloween-Polizeistatistik: Kaum besondere Vorfälle.

Von Markus Scharf

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