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Göttingen Bewährungsstrafe dank Hanfplantagen-Defekt
Die Region Göttingen Bewährungsstrafe dank Hanfplantagen-Defekt
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00:19 10.02.2018
Das Amtsgericht Göttingen hat am Mittwoch zwei 40 und 28 Jahre alte Halbbrüder wegen unerlaubten Betäubungsmittelhandels zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Quelle: dpa
Weende

Im Juli 2014 flog das illegale Treiben auf, nachdem es aufgrund eines technischen Defekts bei der automatischen Bewässerung zu einem Wasserschaden in der Nachbarwohnung gekommen war. Als der Hausmeister sich Zutritt zu der Wohnung verschaffte, um den Wasserfluss zu stoppen, entdeckte er die Indoor-Plantage.

Mit seinem Urteil blieb das Gericht an der unteren Grenze des Strafrahmens, auf den sich die Verfahrensbeteiligten zu Beginn des Prozesses für den Fall eines Geständnisses geeinigt hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten beantragt, die Verteidiger plädierten auf eine einjährige Bewährungsstrafe. Sie vertraten die Auffassung, dass es sich um einen minder schweren Fall handele. Dies sah das Gericht allerdings anders. Die Angeklagten hätten einen massiven finanziellen Aufwand betrieben und seien mit krimineller Energie vorgegangen, sagte der Vorsitzende Richter Julian Oelschlägel.

Ungewöhnlich hohe Stromrechnung

Die Polizei hatte damals in der Wohnung in zwei gewächshausähnlichen Zelten 50 große und zwölf kleine Hanfpflanzen sichergestellt, außerdem diverse Päckchen mit grünlichen Substanzen. Außerdem fanden sie eine ungewöhnlich hohe Stromrechnung. Demnach war aufgrund des hohen Stromverbrauchs ein monatlicher Abschlag von monatlich 200 Euro zu zahlen.

Mieter der Wohnung war der 28 Jahre alte Angeklagte gewesen. Die Idee zu der Hanfplantage hatte eigenen Angaben zufolge der 40-jährige Halbbruder. Dieser habe keinerlei Vorkenntnisse gehabt, sondern sich die entsprechenden Tipps im Internet zusammengesucht, sagte sein Verteidiger.

Geringer Wirkstoff

Besonders professionell gingen sie dabei aber offenbar nicht vor. Die abgeernteten und getrockneten Pflanzenteile hatten einem Gutachten zufolge einen Wirkstoffanteil von 4,6 Prozent, was nach heutigen Szene-Maßstäben einer unterdurchschnittlichen Qualität entspricht. Den Angeklagten habe offensichtlich der grüne Daumen gefehlt, sagte der Richter. Ob sie überhaupt etwas verkauft haben, ließ sich nicht feststellen. Die Angeklagten hätten wohl immer nur draufgezahlt.

Als Bewährungsauflage muss der 28-Jährige 1200 Euro an die Stiftung Opferhilfe zahlen, der 40-Jährige muss 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Von Heidi Niemann

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