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Göttingen OB fordert Verdichtung der Innenstadt-Bebauung
Die Region Göttingen OB fordert Verdichtung der Innenstadt-Bebauung
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13:13 25.04.2017
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Göttingen

„1400 Asylbewerber hat die Stadt derzeit untergebracht“, sagte Sozialdezernentin Petra Broistedt am Montag im Holbornschen Haus. Zur Aufnahme weiterer 922 Asylbewerber sei die Verwaltung 2017 verpflichtet. Allerdings kämen weniger Menschen als erwartet. Derzeit seien deshalb 536 Unterkunftsplätze unbesetzt. Wenn sich die Zahlen so weiterentwickelten, gebe es am Jahresende 800 freie Plätze.

„Wir wissen allerdings nicht, ob der Pakt mit der Türkei hält. Über das Mittelmeer kommen zudem vermehrt Flüchtlinge“, gab Broistedt zu bedenken. Die Stadt wolle daher zunächst nur jene Gemeinschaftseinrichtungen schließen, in denen sich die Menschen Sanitär- und Küchenanlagen teilen müssten. Einige Heimplätze seien aber notwendig. Die Menschen bräuchten nach ihrer Ankunft eine Phase intensiver Betreuung, um sich mit den Verhältnissen in Deutschland vertraut zu machen.

Normale Nachnutzung als Wohnhäuser möglich

Die in Göttingen neu errichteten Unterkünfte für Flüchtlinge ließen sich alle als normale Wohnhäuser nachnutzen, stellte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) klar. Nach der Anerkennung könnten sich Flüchtlinge ihre Wohnungen frei suchen. Damit erhöhe sich die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum. Gerd Nier (Linke) machte sich für ein Grundrecht auf Wohnen stark.

Viele neue, potentielle Baugebiete weise der neue Flächennutzungsplan aus, den der Rat am 12. Mai beschließen werde, kündigte der SPD-Fraktionschef, Tom Wedrins, an. Die rot-grüne Mehrheit mache sich für eine schnelle Bauleitplanung und eine zügige Fertigstellung von Bebauungsplänen stark.

Theuvsen fordert Verdichtung der innerstädtischen Bebauung

Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Ludwig Theuvsen forderte eine Verdichtung der innerstädtischen Bebauung. Dort gebe es bereits die nötige Infrastruktur. Bei den damit absehbaren Nachbarschaftskonflikten etwa wegen Schattenwurfs bot Dieter Hildebrandt, der Vorstandsvorsitzende von Haus und Grund, die Vermittlung seines Vereins an. „Wenn auf jedes Gebäude ein zusätzliches Stockwerk kommt, gibt es in Göttingen kein Wohnraumproblem mehr“, erklärte der Oberbürgermeister.

Die Stadt dürfe aber nicht ihr Gesicht und ihre grünen Lungen, die Schrebergartenkolonien, verlieren, warnte Felicitas Oldenburg (FDP). Sie brachte zusätzliche Baugebiete in Bovenden und Rosdorf ins Gespräch. Vor zusätzlichem Verkehr warnte Ulrich Holefleisch (Grüne). Er sprach sich zudem gegen Wohnblöcke auf der Grünen Wiese aus.

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