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Göttingen Helleweg zu schmal
Die Region Göttingen Helleweg zu schmal
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21:38 18.02.2019
Eine Photovoltaikanlage soll auf dem Lappenberg entstehen. Quelle: dpa
Weende

Auf dem Helleweg kommt es immer wieder zu Konfrontationen zwischen Radfahrern und Fußgängern auf der einen und motorisierten Land- und Forstwirten auf der anderen Seite. Einige Radfahrer und Fußgänger gehen offenbar davon aus, dass der Weg ihnen allein gehört und Kraftfahrzeuge hier nicht unterwegs sein dürfen. Das Verbot gilt allerdings nur für den motorisierten Individualverkehr, für Land- und Forstwirte gelten Ausnahmen. Seitdem der Weg auf Göttinger Seite asphaltiert wurde, beträgt seine Breite nur noch 3,50 Meter. Kommen sich Traktor und Fahrradfahrer entgegen, ist ein problemloses aneinander Vorbeifahren nicht möglich.

100 000 Euro für Schotterung

Der Weg ist für Land- und Forstwirte aber logistisch wichtig. Deshalb unterbreitete der Realverband Weende den Vorschlag, den westlichen Randstreifen des Weges mit Schotter zu verbreitern. Ein Vorschlag, den Stadtbaurat Thomas Dienberg jetzt eine Absage erteilt hat.

Im Weender Ortsrat wurde Dienbergs Mitteilung verlesen, dass diese Maßnahme Kosten in Höhe von 100000 Euro verursachen würde. Die Reaktion kulminierte während der jüngsten Sitzung des Gremiums in einem kollektiven „Was?!“ und der Frage, wem die Verwaltung denn einen solchen Bären aufbinden wolle. Ortsratsmitglied Patrick Thegeder (FDP): „Völlig grotesk.“ Ortsratsmitglied Edgar Culp (SPD): „Eine Lachnummer. Wollen Sie die Ränder vergolden?“

Ortsratsmitglied Hans Otto Arnold (CDU) lotete für eine weitere Marschrichtung in Sachen Helleweg schon einmal aus: „Wenn die Stadt nicht in der Lage ist, dann werden wir in Weende uns mit den Bovendern in Verbindung setzen.“ Ein Termin mit dem dortigen Bürgermeister soll nun vereinbart werden, zu dem auch Stadtbaurat Dienberg eine Einladung erhalten soll. Thegeder oralkelte bereits: „Natürlich kommt der nicht.“ Ortsratsmitglied Horst Roth (Grüne) meinte: „Es ist in Ordnung, wenn sich beide Seiten im bilateralen Gespräch erst einmal auf Bürgermeister-Ebene austauschen.“ Vielleicht bewirke das ein Engagement im Stadtrat.

Sonnenenergie vom Lappenberg

Eine Photovoltaikanlage soll auf dem Lappenberg in Weende installiert werden. Dieser Plan der Stadtwerke Göttingen ist bereits weit fortgeschritten. Kai Schmiedel von der Stadt- und Verkehrsplanung der Stadtverwaltung Göttingen stellte das Projekt im Ortsrat vor. „Wir begleiten das Planungsverfahren“, erläuterte er. Damit die Anlage tatsächlich realisiert werden kann, müssen planerische Veränderungen erfolgen. Derzeit ist das Gelände im Flächennutzungsplan der Stadt als Grünfläche ausgewiesen. Das müsse zum Status „Sondergebiet mit dem Nutzungszweck Photovoltaikanlage“ umgeändert werden, sagte Schmiedel. In den Deponiekörper werde aber baulich nicht eingegriffen, da die Solarmodule auf Ständern montiert werden, die bautechnisch gegen Sturm gesichert sind.

Stillgelegte Mülldeponie

Ab Mai sollen die Planungsunterlagen für vier Wochen öffentlich ausgelegt werden, so dass Träger öffentlicher Belange oder auch Bürger Anmerkungen und Bedenken äußern können. Nach diesem Beteiligungsverfahren sollen die Bauarbeiten beginnen. Auf die Frage von Ortsrat Arnold, wie die Anlage bei einem Brand ausgeschaltet werden, damit die Feuerwehrleute gefahrlos das Feuer löschen können, wusste Schmiedel zwar keine technisch fundierte Antwort, er versicherte aber, dass das machbar sein wird. Als Ausgleichsfläche soll eine Streuobstwiese in Geismar angelegt werden, deren Pflege die Stadtwerke übernehmen. Der Lappenberg ist eine stillgelegte Mülldeponie.

Von Ulrich Meinhard

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