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Göttingen Henneberg-Schule Weende: Neue Hoffnung auf Ganztag
Die Region Göttingen Henneberg-Schule Weende: Neue Hoffnung auf Ganztag
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00:19 28.01.2018
Mit Plakat demonstrieren am Donnerstag Eltern, Kinder und Lehrer vor dem Neuen Rathaus für ein Ganztagsangebot an der Henneberg-Schule. Quelle: CH
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Göttingen/Weende

Die Stimmung ist gereizt am Donnerstagnachmittag im Sitzungsraum: zwischen Politikern und Verwaltung ein wenig, bei den etwa 50 Eltern mit kleinen Kindern sowie Lehrern der Grundschule deutlich mehr. „Dieses Auf und Ab ist so schwierig, anstrengend und zermürbend“, beklagt eine Lehrerinnen. „Wir brauchen dieses Ganztagsangebot, davon hängen Arbeitsplätze ab“, ergänzt eine Mutter. Die Eltern irritierte vor allen der Vorschlag der Schulverwaltung an die Ausschussmitglieder, gegen eine Ganztagsbetreuung an der Wilhelm-Henneberg-Schule zu stimmen.

Aber genau darum kämpft die Grundschule im Altdorf seit zwei Jahren. 16 von 20 Grundschulen der Stadt sind bereits Ganztagsschulen und der Elternwunsch an der Henneberg-Schule danach sei inzwischen außergewöhnlich groß, bestätigte Schulleiterin Susanne Knoke. Von 48 neu angemeldeten Kindern für das nächste Schuljahr hätten mehr als 40 Eltern den klaren Wunsch danach geäußert.

„Es geht nicht anders“

Das hatte die CDU aufgegriffen und im Rat einen entsprechenden Antrag formuliert – unterstützt vom Ortsrat Weende. Die Verwaltung hatte darauf zwar vorsorglich im Dezember einen Antrag beim Land auf Umwandlung gestellt. Jetzt aber empfahl sie den Ausschussmitgliedern, diese abzulehnen.

„Leider, aber es geht nicht anders“, bedauerte Schuldezernent Siegfried Lieske und versicherte, dass auch die Schulverwaltung eigentlich auf Seiten der Schule stehe. Aber die Gegenargumente würden schwerer wiegen: Im Schulgebäude gebe es nicht genügend Räume für ein Ganztagsangebot, auf dem Grundstück und auch keinen Platz für einen Anbau. Es gebe auch keine Möglichkeiten für eine Mensa und einen Junior-Club auf dem Schulgelände. Möglich sei zwar eine Mensa-Lösungen im Thiehaus Weende, in der St. Vinzenz-Gemeinde und in der Hainbundschule. Aber auch das sieht die Verwaltung skeptisch, unter anderem wegen der Entfernungen. Dies könne allenfalls als Notlösung dienen. Und es entspreche schon gar nicht den Qualitätsansprüchen für Ganztagsschulen in der Stadt. Zudem werde es kaum möglich sein, unter diesen Rahmenbedingungen einen außerschulischen Partner zu finden.

Argumente „fehlerhaft und unlauter“

Gegen diese Argumente hagelte es Protest von nahezu allen Ausschussmitgliedern sowie Vertretern von Schule und Elternschaft. Thomas Hätsch (CDU) nannte sie gar „fehlerhaft und unlauter“. Nach seinen Informationen stehe der Stadtsportbund als Partner bereit. Und Kostenberechnungen seien einseitig erfolgt. Auch die Deutsch-Russische Gesellschaft habe sich als Partner angeboten, ergänzte Knoke. Ein Anbau sei zudem durchaus möglich - unter Verzicht auf ein kleines Toilettenhäuschen. Und Thorsten Rohloff bestätigte, dass auch die Petri-Gemeinde für Gespräche über eine Außenmensa der Schule bereit stehe.

Salomonischer Beschluss

Zugleich warben Eltern vehement um ein baldiges Ganztagsangebot an der Schule. „Die Not ist wirklich sehr groß“ sagte eine Mutter, Plätze an anderen schulen hingegen sehr rar.

Schließlich einigten sich die Ausschussmitglieder nach einem Vorschlag von Tom Wedrins (SPD) auf einen salomonischen Beschluss: Die Verwaltung soll die Umwandlung der Henneberg-Schule in eine Ganztagsschule ab August weiter prüfen, dazu klärende Gespräche mit möglichen Partnern führen und bauliche Optionen auch für eine provisorische Lösung ermitteln. Und das bis zur nächsten Sitzung des Schulausschusses.

Von Ulrich Schubert

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