Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Hilfe für Alleinerziehende
Die Region Göttingen Hilfe für Alleinerziehende
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 05.12.2018
Alleinerziehende erhalten Unterstützung bei der Kirchenkreissozialarbeit. Quelle: epd
Göttingen

 Mit der Weihnachtshilfe des Göttinger Tageblatts „Keiner soll einsam sein" werden Institutionen unterstützt, die Menschen in schwierigen Lebenslagen helfen. Eine davon ist der Diakonieverband im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen mit seinen verschiedenen Abteilungen, wie beispielsweise der Kirchenkreissozialarbeit. Eine ihrer Aufgaben ist die Beratung von Alleinerziehenden. Christina Wehrmann, Mitarbeiterin der Kirchenkreissozialarbeit, betreut unter anderem den Treffpunkt Alleinerziehende.

Der Treffpunkt, den es seit 1996 gibt, ist nach Angaben Wehrmanns aber nur ein Zusatzangebot zu den Beratungsangeboten der Kirchenkreissozialarbeit für Alleinerziehende. Außerdem richte der Treffpunkt im Petri-Haus Grone sich ausschließlich an Frauen. „Mit ihm wollen wir die Frauen stärken. Wir würden uns freuen, in Zukunft noch weitere Mitglieder begrüßen zu können", erklärt Wehrmann.

Individuelle Situation betrachten

Bei der Basisarbeit im Diakonieverband stehe, wenn eine Alleinerziehende oder ein Alleinerziehender zur Beratung kommt, erst mal die individuelle Situation im Mittelpunkt. „Zunächst einmal lassen wir uns von den Klienten berichten, in welcher Phase der Trennung sie sich gerade befinden, und welche Schritte bereits unternommen worden", berichtet Wehrmann. Dazu zähle beispielsweise auch, ob bereits Kontakt zu einem Anwalt aufgenommen wurde und wie eventuelle finanzielle Reglungen aussehen könnten. „Außerdem gucken wir, wie die Personen emotional auf das Thema reagieren. Haben sie sich schon mit der Trennung abgefunden, oder kochen die Emotionen noch hoch", stellt Wehrmann dar.

Welches Wohnmodell ist sinnvoll?

Während der Gespräche gelte es zudem zu klären, welches Wohnmodell für die Kinder am besten ist. Hier sei es derzeit so, dass sich in Deutschland das Wechselmodell, was es in den nördlichen Ländern bereits seit Längerem gebe, immer mehr durchsetze.Bei dem Modell leben die Kinder abwechselnd für einen gewissen Zeitraum bei der Mutter oder dem Vater. Doch sei dieses Modell auch mit Problemen behaftet, denn beispielsweise müsse der Unterhalt anders verhandelt werden, als beim sogenannten Residenzmodell. In diesem leben die Kinder dauerhaft bei einem Elternteil.

„Das Wechselmodell ist für die Kinder dann ein gutes Modell, wenn sie es auch verkraften können", sagt Wehrmann. Hierbei seien vor allem die Eltern gefragt, die beobachten müssen, ob ihr Kind mit dem Modell zurechtkommt, und wie sie sich dazu äußern. Wichtig sei zudem, dass es den Eltern gelänge, von der Partnerebene auf die Elternebene zu wechseln. „Die ehemaligen Partner müssen sich ihrer gemeinsamen Verantwortung als Eltern für das Kind bewusst werden", sagt Wehrmann. Hierbei sei es notwendig, das Verhalten des Kindes zu beobachten, um festzustellen, ob es Auffälligkeiten zeige. Gegebenenfalls sei auch die Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe eine Möglichkeit. „Doch dies muss im Einzelfall entschieden werden", sagt Wehrmann.

Austausch mit anderen Verbänden

Rund 95 Prozent der Alleinerziehenden, die die Kirchenkreissozialarbeit aufsuchen, seien Frauen. Häufige Probleme bei den Betroffenen seien, dass sie das Gefühl hätten, immer funktionieren zu müssen. Außerdem könne es passieren, dass durch die Trennung und die alleinige Verantwortung für das Kind kaum noch soziale Kontakte gepflegt werden können. Durch den hohen Koordinationsaufwand hätten die Alleinerziehenden zum Teil psychische Probleme aufgrund der dauerhaft hohen Belastung. Andere wiederum würden durch die neue Situation gestärkt und wachsen an ihren Aufgaben.

Bei der Arbeit mit Alleinerziehenden schließe sich der Diakonieverband auch mit anderen Verbänden kurz, um mit diesen über Erfahrungen beispielsweise im Umgang mit dem Wechselmodell zu sprechen. „Hier zu haben wir einen runden Tisch, in dem unter anderem auch arbeitsmarktbezogene Angebote der Volkshochschule vorgestellt werden", berichtet Wehrmann. Doch leider seien hier die bisher vorhandenen Strukturen verloren gegangen, da derzeit die Koordinationsstelle von der Stadt nicht besetzt werde.

Nicht allein mit der Situation

Wichtig ist Wehrmann auch, dass Alleinerziehende nicht denken sollen, dass sie mit ihrer Situation allein seien. Vielmehr seien Trennungen etwas, was zum Leben dazugehöre. „Deshalb haben wir auch den Treffpunkt ins Leben gerufen, um den Frauen zu zeigen, dass sie nicht allein sind", berichtet Wehrmann. Zudem sei es, gut den Alleinerziehenden aufzuzeigen, welche Hilfen sie in ihrer Situation in Anspruch nehmen können.

Von Vera Wölk

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auch nach der Enttarnung eines V-Manns des niedersächsischen Verfassungsschutzes in Göttingens linker Szene beschäftigt der Fall weiter die Gerichte. Insgesamt sind drei Klageverfahren anhängig.

05.12.2018
Göttingen Glasfaserversorgung im Landkreis - Erster Spatenstich für Breitbandausbau

Mit dem ersten symbolischen Spatenstich startet am Mittwoch, 12. Dezember, der längst überfällige Breitbandausbau im Landkreis Göttingen. Diese gute Nachricht überbrachte WRG-Geschäftsführer Detlev Barth den Mitgliedern des Kreis-Wirtschaftsausschusses am Dienstagabend.

05.12.2018

Dort, wo die Bände des spanischen Schriftstellers Miguel Cervantes Saavreda stehen, spielt das Duo „Stille Hunde“ das bekannteste Werk des Autors: In der Stadtbibliothek Göttingen.

05.12.2018