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Göttingen Holtenser kämpfen um Schule in Elliehausen
Die Region Göttingen Holtenser kämpfen um Schule in Elliehausen
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18:52 06.04.2018
Elterninfo mit Verwaltungsvertretern und Politikern zum Göttinger Schulstättenkonzept und die Pläne für die Grundschulen im Raum Elliehausen, Holtensen und Hagenberg. Quelle: Ulrich Schubert
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Göttingen

Knapp 80 Eltern aus Holtensen und Elliehausen haben sich am Donnerstag über die Pläne der Stadt Göttingen für ihre Grundschule informiert – und protestiert. Sie wehren sich gegen Pläne, den Schulbezirk zu teilen und Holtenser Kinder an eine andere Schule zu schicken.

Zugleich fordern Eltern und Ortspolitiker aus beiden Dörfern sowie aus Esebeck die Stadt auf, die räumlich beengte Regenbogenschule in Elliehausen auszubauen. Dafür haben sie am Donnerstag dem Göttinger Schuldezernenten Siegfgried Lieske einen Appelle an die Stadt mit knapp 700 Unterschriften überreicht.

Während der vorangegangenen Diskussionsrunde versicherten Vertreter von SPD und CDU im Rat der Stadt, dass ihre Fraktionen nicht am Schulbezirk rütteln und Holtensen auch weiterhin der Regenbogenschule zuordnen wollen. Zugleich betonten alle Redner, dass sich ihr Wunsch, „eine über Jahrzehnte gewachsene Gemeinschaft“ auch über die Schule hinaus zu erhalten, nicht gegen die Hagenberg-Grundschule auf dem Holtenser Berg richte.

UNterschriften-Übergabe: Elternvertreterin Claudia Kaletta-Runzer mit Schuldezernent Siegfried Lieske. Quelle: Ulrich Schubert

Zum Hintergrund: Über ein neues Schulstättenkonzept will die Stadt Göttingen sicher stellen, dass ihre Schulstandorte und Schulen in den kommenden Jahren bedarfsgerecht aufgestellt und ausgestattet sind. Nach ihren Angaben, fehlen der Regenbogenschule in den kommenden Jahren Klassen- und Gruppenräume für einen optimalen Unterricht. Zugleich gebe es an der großen Hagenbergschule freie Kapazitäten. Eine Alternative, um das Problem zu lösen, ist eine Änderung des Schulbezirkes. Danach würden Holtenser Kinder künftig an die Hagenbergschule gehen.

Nach Berechnungen der Stadtverwaltung zu den Schülerzahlen werden an der Elliehäuser Regenbogenschule in den kommenden fünf Unterrichtsräume fehlen, erklärte Lieske. Zugleich gebe es an der Hagenbergschule vier ungenutzte Klassenräume und zwei freie Gruppenräume. Ob diese Lösung komme, um die Kinder gut zu unterrichten, oder ein Anbau in Elliehausen, müsse der Rat entscheiden. „Wir als Verwaltung müssen aber auch darauf hinweisen, dass das viel Geld kosten wird“, so Lieske.

Infoveranstaltung in Holtensen zum Schulstättenkonzept der Stadt Göttingen. Quelle: Ulrich Schubert

Holtensens Ortsbürgermeisterin Karla Busch (SPD) bezweifelte die Berechnungen der Verwaltung zu den Schülerzahlen und verwies auf geplante Neubaugebiete am Holtenser Berg – die neue Kinder für die Hagenbergschule bringen könnten. Mehrere Eltern verwiesen auf die über Jahrzehnte gewachsene Gemeinschaft von Holtensen, Eliehausen und Esebeck – im Umfels der Schule, aber auch über die Kirchengemeinde. „Das kann man doch nicht einfach so auseinender reißen“, sagte eine Mutter. Andere betonten, dass sie gerade wegen der Anbindung an die Regenbogenschule nach Holtensen gezogen seien.

Auch die Regenbogenschule selbst wehrt sich gegen eine Änderung des Schulbezirks und in der Folge eine Verringerung ihrer Schülerzahl. Wirklich gut funktioniere eine Schule nur ab einer bestimmten Größe, erklärte die Schulleiterin Kathrin Steffen. Die nördliche Weststadt brauche in Zukunft zwei große, gute Schulen – die Hagenbergschule und die Regenbogenschule.

Für die SPD im Rat der Stadt erklärte ihr Vorsitzender Tom Wedrins, dass beide Schulen gestärkt werden sollten. Seine Fraktion werde sich für einen Anbau in Elliehausen einsetzen. Das gelte auch für die CDU, ergänzte Ratsfrau Wibke Güntzler: Die Gemeinschaft der Regenbogenschule dürfe nicht zerschlagen werden, die Hagenbergschule habe auch ohne zusätzliche Schüler eine gute Zukunft.

Über das Schulstättenkonzept wird in den kommenden Monaten im Schulausschuss und im Rat weiter diskutiert. Eine Entscheidung würde frühestens das Schuljahr 2019/20 betreffen.

Von Ulrich Schubert

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