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Göttingen Holz und Öl müssen Wärmebedarf decken
Die Region Göttingen Holz und Öl müssen Wärmebedarf decken
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20:17 08.02.2012
Bioenergiedorf Jühnde: Gas allein reicht nicht mehr, auch Holz und Öl müssen für warme Wohnungen sorgen. Quelle: Theodoro da Silva
Göttingen

Engpässe müssten nicht befürchtet werden, erklärt Stadtwerke-Sprecher Klaus Plaisir. Die Stadtwerke hätten über ihren Lieferverbund Zugriff auf Gasspeicher mit Reserven für 3,6 Milliarden Kilowattstunden. Das ist die doppelte Menge des Jahresverbrauchs in der Stadt Göttingen. Das städtische Unternehmen musste allerdings zusätzliche Gaslieferungen in Anspruch nehmen, um den Spitzenlastbedarf zudecken. Die höheren Gaspreise  dafür träfen aber nicht die Kunden, versichert Plaisir. Auch das reicht noch nicht. Die Stadtwerke mussten bereits weitere Mengen auf dem Spotmarkt einkaufen für den Bedarf von Großkunden wie Firmen und Universität. Um teure Zusatzgaslieferungen zu vermeiden wurden zusätzlich einige Motoren in den Heizkraftwerken von Gas auf Öl umgestellt. Immerhin gibt es die ersten Gaslieferungen aus der neuen Biogasanlage in Rosdorf für das Heizkraftwerk an der Godehardstraße.

Auf vollen Touren laufen auch die Anlagen in den Bioenergiedörfern Barlissen und Jühnde. Um genügend Wärme für die Nahwärmenetze in den Dörfern liefern zu können, müssen jetzt auch jede Menge Holzhackschnitzel verbrannt werden. In Jühnde musste außerdem bereits ein zusätzlicher Ölbrenner angeworfen werden. 1450 Kilowatt Wärmeleistung waren bei minus 20 Grad nötig. Das mit Biogas befeuerte Blockheizkraftwerk liefert 700 Kilowatt, Holz weitere 600 und für den Rest musste Öl genutzt werden. „Die Mitarbeiter haben gut zu tun, aber es funktioniert“, sagt der Jühnder Genossenschafts-Sprecher Eckhard Fangmeier. Die Versorgung sei sichergestellt. „Jeden Morgen schaue ich als erstes, ob die Schornsteine rauchen.“ Der Holznachschub sei gesichert, versichert auch der Barlisser Genossenschafts-Sprecher Heiko Lohrengel. Aber noch wisse niemand, was bei minus 30 Grad sei.

Viel Energie benötigt derzeit auch das Göttinger Badeparadies. Besucher können nach wie vor in das 30 Grad warme Außenbecken nach draußen schwimmen. Über das Jahr gesehen fielen ein paar kalte Wintertage nicht groß ins Gewicht, so Alexander Frey, Geschäftsführer der städtischen Sport und Freizeit GmbH. Der Besucherzuspruch sei gut. Einige Gäste trauen sich sogar nach dem Saunagang auf die Eiswiese.

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