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Göttingen IWF-Pläne: Offener Brief an Oberbürgermeister Meyer
Die Region Göttingen IWF-Pläne: Offener Brief an Oberbürgermeister Meyer
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18:17 24.01.2013
Warten auf den Abriss: das Gebäude des ehemaligen Institutes für den wissenschaftlichen Film (IWF) im Nonnenstieg. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Veränderungen müssten zumutbar und Wandel möglich sein. Das dürfe nicht als Benachteiligung verstanden werden, so Meyer.

Die Initiative sieht sehr wohl „Benachteiligungen“ durch die geplante Wohnbebauung: Den „vorhersehbaren Verkehrskollaps durch 350 neue Fahrzeuge“, die „optische Verschandelung durch zehn Wohnblöcke, die im von Ein- und Zweifamilienhäusern geprägten Viertel einen regelrechten Fremdkörper darstellen“, die „erheblichen Umweltbelastungen durch Feinstaub, Lärm und Verschattung“, die „Zerstörung von Fauna und Flora“, die „Abholzung von mehr als der Hälfte aller Bäume auf dem Gelände“ und eine „großflächigen Versiegelung der Fläche“ listet der offene Brief auf.

„Sie behaupten: ,Das muss zumutbar sein.‘ Wir sehen diese Planung dennoch als Zumutung“, heißt es darin.

Die Initiative kritisiert Meyers Ansinnen, die demokratischen Rechte auf Information, Anhörung und Beteiligung auf Diskussionen „über Architektur und Geschmacksfragen“ beschränken zu wollen, „aber nicht über den Grundsatz von mehrgeschossiger Wohnbebauung dort“ am Nonnenstieg 72.

„Es bleibt fraglich, wie Sie und die Verwaltung sich die zwingend vorgeschriebene Bürgerbeteiligung eigentlich vorstellen“, fragt die Initiative. Und weiter: „Woraus ergibt sich denn das Postulat, hier unbedingt mehrgeschossig und verdichtet zu bauen?“

Die Initiative sieht weiterhin einen Bedarf an Ein- und Zweifamilienhäusern, statt an Wohnungen im Geschosswohnungsbau und bezieht sich auf Zahlen aus dem städtebaulichen Leitbild 2020. Man könne den Eindruck gewinnen, der Bebauungsplan für das ehemalige IWF-Gelände werde entsprechend der Wunschvorstellungen des Investors erstellt.

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