Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Idee für mehr Hortplätze in Herberhausen
Die Region Göttingen Idee für mehr Hortplätze in Herberhausen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:22 16.05.2018
Die Kinder fühlen sich wohl im Hort der Herberhäuser Kita, mehr dürfen es zurzeit allerdings auch nicht werden, weil es keinen Platz mehr gibt. Quelle: Peter Heller
Anzeige
Herberhausen/Roringen

Von dieser Entwicklung waren alle überrascht: Erst vor wenigen Wochen zeichnete sich ab, dass viele Eltern aus dem Einzugsbereich der Grundschule Herberhausen gerne einen Platz an einer Ganztagsschule mit Nachmittagsangeboten nutzen würden – oder als Alternative einen Hortplatz im nahen Kindergarten. Der Haken: Die Grundschule unterrichtet verlässlich nur bis mittags und kann nach Angaben der Stadt Göttingen als Schulträger frühestens in einigen Jahren Ganztagsschule werden. Und der Hort der Kirchengemeinde in Herberhausen ist mit seinen schon jetzt auf zwei Häuser aufgeteilten Gruppen voll ausgelastet. Nicht nur das: „Wir haben auch keinerlei Möglichkeiten mehr, uns zu erweitern“, bestätigte die kommissarische Leiterin Ines Tacke-Martin.

Vier Jahre bis zum Umbau

Die Schule habe sich inzwischen zwar nach internen Beratungen auf den Weg gemacht, offene Ganztagsschule zu werden, sagte Schulleiterin Karin Limbach. Für einen guten Start mit vernünftiger Betreuung inklusive Mittagessen müssten aber erst eine Küche, eine Mensa und zusätzliche Gruppenräume angebaut werden. Das sehen die Pläne der Stadt Göttingen bisher nicht vor, einen offiziellen Antrag werde die schule in Kürze stellen, so Limbach. Aber selbst dann „würde es nach einem entsprechenden Ratsbeschluss von der ersten Planung bis zur Verwirklichung mindestens vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen“, bestätigte Schuldezernent Siegfried Lieske.

Die erhoffte Zwischenlösung für mehr Hortplätze: das alte Forsthaus Quelle: Peter Heller

Er sei überrascht gewesen, dass jetzt – vor allem auch bei Eltern aus Roringen – ein so großer Bedarf an einer Betreuung bis in den Nachmittag hinein bestehe. In den bisherigen Erhebungen der Schulverwaltung sei das nicht erkennbar gewesen. Dahinter stecke offenbar auch die irrige Annahme, Kinder aus dem Nachbardorf würden im Hort in Herberhausen nicht aufgenommen, vermutet Lieske.

Nach einem Krisengespräch vor fünf Wochen habe die Verwaltung inzwischen alle in Frage kommenden Familien angeschrieben. Die Antworten seien noch nicht vollständig ausgewertet, aber es zeichne sich ab, dass von 46 angeschriebenen Eltern mit Kindern im Grundschulalter etwa die Hälfte ab nächstem Schuljahr Interesse an einer Ganztagbetreuung haben, so Lieske.

Ortsräte hoffen auf Zwischenlösung

Vor diesem Hintergrund haben sich inzwischen die Ortsräte beider Dörfern eingeschaltet – und setzen sich fraktionsübergreifend gemeinsam für eine schnelle Übergangslösung ein. Ihre Idee: In Herberhausen gibt es vis-à-vis des Kindergartens im Pfarrweg ein altes Forsthaus, das der Stadt gehört. Dort wohnen zurzeit Flüchtlinge, die im Sommer ausziehen. Eigentlich will die Stadt das Gebäude verkaufen. Jetzt wollen beide Ortsräte die Stadt auffordern, den Verkauf vorerst zu stoppen und das Forsthaus der Kirche als Kita-Träger für eine Erweiterung des Hortes zur Verfügung zu stellen bis die Schule Ganztagsschule wird. Eine Lösung, „die durchaus in Frage kommt und uns sehr helfen würde“, versicherte Tacke-Martin.

Der Ortsrat Herberhausen habe den Antrag dazu am Dienstagabend bereits einstimmig angenommen, bestätigte am Mittwoch Ortsbürgermeisterin Ingrid Möhring (SPD). „Jetzt hoffen wir, dass sich die Stadt dabei ebenso flexibel zeigt wie bei der Unterbringung der Flüchtlinge im Forsthaus“, fügte sie an. „Ich kann zwar überhaupt nicht verstehen, warum ein Anbau für eine Ganztagsschule vier Jahre dauern soll“, kritisierte der Ortsbürgermeister von Moringen, Alfred Rosenplänter (SPD), dennoch setzte auch er jetzt auf eine schnelle Zwischenlösung.

Ob Rat und Verwaltung der Stadt dabei mitspielen, ist offen. „Wir lassen zurzeit intern prüfen, ob es grundsätzlich möglich ist“, sagte Lieske. Unterdessen betonte der Dezernent, dass zwar kein Kind einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in der Schule oder einen Hortplatz habe. „Aber wir werden keine Familie im Regenstehen lassen“, fügte er an. Sollte die Forsthaus-Lösung nicht klappen, „werden wir für jedes Kind, dass einen Nachmittagsplatz benötigt, eine individuelle Lösung finden.“

Der Ortsrat Roringen will am Donnerstag, 25. Mai, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus, Lange Straße 4, über den Forsthaus-Antrag entscheiden. us

Von Ulrich Schubert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Göttingen Jägerschaft Göttingen - Jagdkundlicher Spaziergang

Einen „jagdkundlichen Spaziergang“ bietet die Jägerschaft Göttingen am Sonnabend, 26. Mai, an. Unter dem Motto „Durch die grüne Brille“ unternehmen die Teilnehmer einen etwa zwei Stunden langen Spaziergang auf Feld- und Waldwegen.

16.05.2018
Göttingen Göttinger Ausschüsse tagen gemeinsam - Stadthalle, Museum und Kuqua

Die drei Themen Stadthalle, Städtisches Museum und das Kunstquartier (Kuqua) werden am Donnerstag diskutiert. Dazu treffen sich die Mitglieder dreier Ausschüsse.

16.05.2018
Göttingen Verbraucher-Stichprobe - Landesamt sucht Haushalte

Das Landesamt für Statistik sucht Haushalte für die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2018.

16.05.2018
Anzeige