Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Ideen für eine Zukunft des Bosch-Werks
Die Region Göttingen Ideen für eine Zukunft des Bosch-Werks
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:27 09.04.2018
Rolf-Georg Köhler, Ahmet Toptas, Thomas Oppermann und Bernhard Reuter im Göttinger Bosch Werk. Quelle: Foto: r
Anzeige
Göttingen

Seit Oktober 2017 steht fest, dass das Göttinger Werk der Robert Bosch GmbH zum Jahresende teilgeschlossen wird. Ein Zukunftskonzept soll den Standort und die Stellen von 300 Mitarbeitern möglichst langfristig sichern. Am Freitag besuchte eine politische Delegation das Werk – zum Ideenaustausch.

Der Rundgang über das Werksgelände und durch die Hallen an der Robert-Bosch-Breite lässt noch erahnen, welche Betriebsamkeit hier früher einmal geherrscht haben muss. Doch diese Zeiten sind lange her. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Mitarbeiter halbiert. Nur 300 werden hier 2019 noch beschäftigt sein. Die Produktion am Standort Göttingen war nicht mehr rentabel. Aufgabenfelder wie die Instandsetzung von Startern und Generatoren wurde in Werke in der Ukraine und der Slowakei verlagert.

Zehn Millionen Euro Investition

Doch statt die Tore in Göttingen für immer dicht zu machen, kündigte der Konzern Investitionen von zehn Millionen Euro an. Man setze auf Innovation und Qualifikation am Standort, hieß es damals aus dem Konzern. Ein Zukunftkonzept, das mit Arbeitnehmer-Vertretungen ausgehandelt worden ist, sichert den verbliebenen Angestellten der zum Jahreswechsel neu gegründeten Robert Bosch Aftermarket Solutions den Arbeitsplatz. Außerdem werde zukünftig wieder verstärkt auf den eigenen Nachwuchs gesetzt und vor Ort ausgebildet.

Und die Umsetzung des Konzepts läuft, neue Produktionsstraßen sind im Aufbau. Elektrohydraulische Bremsen (EHB) für Fahrzeuge werden hier produziert. 760 000 Euro habe man bereits investiert, erklärte Peter Löffler, Mitglied des Bosch-Bereichsvorstands während des Rundgangs am Freitag den Besuchern. Neben dem Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann (SPD) ließen sich Göttingens Landrat Bernhard Reuter (SPD), Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) und Ratsfrau Helmi Behbehani (SPD) die Produktionshallen zeigen. Zuvor hatte man sich hinter verschlossener Tür über mögliche neue Aufgabenfelder ausgetauscht.

„Wir wollen diesen Trend stoppen“

In Göttingen hätten mit Zeiss, Bosch und ABB in jüngster Vergangenheit drei Unternehmen massiv Stellen abgebaut. „Wir wollen diesen Trend stoppen“, so Oppermann. Der Besuch sei ein Zeichen langfristiger politischer Standortpflege und solle als Signal verstanden werden, „dass wir zu diesem Standort stehen“. Bei der Suche nach neuen Aufgaben müssten alle kreativ werden, erklärte Oppermann seinen Besuch im Bosch-Werk.

„Das heutige Treffen mit Vertretern der Politik ist aus unserer Sicht sehr gut verlaufen“, betonte Ahmet Toptas, Leiter des Göttinger Werks im Anschluss an das Gespräch. Dabei habe man die Möglichkeit wahrgenommen, das umfangreiche fachliche Knowhow vorzustellen und darüber gesprochen, wie man dieses in gemeinsame Projekt mit Stadt, Kreis oder Land einbringen könne. Beispielsweise sei eine Zusammenarbeit in den Bereichen Recycling- und Wiederaufbereitung denkbar, so Toptas. Sein Kollege Löffler ergänzte: „Wir hatten heute einen konstruktiven Austausch, wie wir das vereinbarte Zukunftskonzept gemeinsam mit der Politik weiterentwickeln können.“

Von Markus Scharf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit einer neuen Verordnung wollen Stadt und Landkreis den Göttinger Wald besser schützen. Jetzt hat die Kreisverwaltung geplante Verbote und Regeln für Flächen außerhalb der Kernstadt vorgestellt. Sie betreffen auch Förster, Landwirten, Radfahrer, Kletterer und Spaziergänger.

09.04.2018
Göttingen Warnung vor Call-ID Spoofing - Falsche Polizisten am Telefon

17 Fälle von versuchtem Betrug sind der Göttinger Polizei allein am Donnerstag angezeigt worden. Doch die jüngste Welle der telefonischen Tricksereien erfasst verschiedene Bereiche Südniedersachsens. Dabei bekamen die meisten potenziellen Opfer einen Anruf von falschen Polizisten.

09.04.2018
Göttingen Tarifstreit im Öffentlichen Dienst - Verdi: Mit 50 Bussen nach Hannover

Die dritte Verhandlungsrunde im Öffentlichen Dienst am 15. und 16. April wird von weiteren Streiks und Kundgebungen begleitet. In Hannover werden am Donnerstag, 12. April, Streikende aus dem Süden und Osten Niedersachsens erwartet. Bestreikt werden unter anderem Verwaltungen, Kitas und der ÖPNV.

06.04.2018
Anzeige