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Göttingen Ikea kommt nicht nach Göttingen
Die Region Göttingen Ikea kommt nicht nach Göttingen
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00:28 08.04.2018
Ein Schild weist vor dem IKEA-Einrichtungshaus in Hamburg-Altona auf den Beginn der Fußgängerzone Große Bergstraße hin. Quelle: dpa
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Göttingen


Ikea will in Deutschland näher an die Kunden ran und fokussiert sich bei eventuellen Neuansiedlungen nun nicht mehr auf die berühmte „grüne Wiese“ außerhalb der Stadtzentren, sondern vielmehr auf attraktive Innenstadtlagen. Für Göttingen habe diese Kursänderung allerdings keine Auswirkungen, wie Gilsdorf erläutert: „Wir wollen uns mit unserer neuen Expansionsstrategie vor allem auf die deutschen Metropolregionen und Innenstadtlagen konzentrieren. Bei Metropolregionen denken wir insbesondere an Städte wie München, Berlin, Hamburg, Köln oder Stuttgart. Abseits der großen deutschen Ballungsräume planen wir keine weiteren Neuansiedlungen.“

Göttingen für Ikea zu nah an Kassel

Die Prämisse für neue Standorte sei es laut Gilsdorf nun, dass diese dort liegen sollten, wo viele Menschen sind. Auch eine hervorragende Anbindung an alternative Verkehrsmittel sei Ikea wichtig. „Den klassischen Ikea-Standort, der dezentral liegt und vor allem mit dem Auto gut zu erreichen ist, wollen wir entsprechend in dieser Form nicht weiter verfolgen“, beschreibt die Sprecherin die Neuausrichtung. Und noch etwas spreche gegen eine Neuansiedlung in Südniedersachsen: „Im Fall von Göttingen kommt hinzu, dass wir uns mit unserem nicht allzu weit entfernten Einrichtungshaus in Kassel gut aufgestellt sehen, sodass wir keine Pläne für ein zusätzliches Einrichtungshaus in der Region haben“, so Gilsdorf weiter.

Frühere Pläne an der Hermann-Kolbe-Straße

Eine mögliche Ansiedlung des Möbel-Riesen beschäftigt die Göttinger seit mittlerweile fast zehn Jahren. Im Mai 2009 hatte das Tageblatt von Plänen des Unternehmens berichtet, in Göttingen ein Einrichtungshaus anzusiedeln. An der Hermann-Kolbe-Straße sollte für bis zu 60 Millionen Euro ein 32.000 Quadratmeter großes Ikea-Haus mit 400 Arbeitsplätzen entstehen. Auf der 140.000 Quadratmeter großen Grundstücksfläche hätten außerdem etwa 2000 Parkplätze gebaut werden sollen, dazu ein sogenannter „Homepark“, wie es damals hieß. In diesem hätten sich nach den damaligen Ikea-Plänen weitere Einzelhändler rund um das Thema Wohnen ansiedeln sollen – etwa Anbieter von Küchen, Teppichen und Tapeten, Wohnaccessoires oder Unterhaltungselektronik. Eben dieses Ansinnen stieß damals im Einzelhandel und in der Politik auf Ablehnung, weil eine zu große Konkurrenz für bereits etablierte Händler befürchtet worden war. Nachdem Ikea aufgrund des Zuschnitts der Fläche zunächst vom Standort Hermann-Kolbe-Straße wieder Abstand genommen hatte, legte der Konzern die Göttinger Ansiedlungspläne im Frühjahr 2010 gänzlich auf Eis. 2013 erteilte Ikea Göttingen dann eine endgültige Absage – schon damals mit der Begründung, dass Göttingen zu nah am bereits bestehenden Einrichtungshaus in Kassel liege. Damit waren auch alternative Flächen wie etwa ein großes Gelände nördlich von Holtensen aus dem Rennen. 2016 war über Nörten-Hardenberg als Alternative spekuliert worden; passiert ist dort in Sachen Ikea seitdem aber nichts.

Online-Petition für ein Ikea-Haus in Göttingen

Bei den Bürgern blieb Ikea über die Jahre hinweg jedoch weiterhin ein viel diskutiertes Thema, und sei es nur gerüchteweise über Social-Media-Kanäle. Eine Facebook-Seite namens „Wir wollen Ikea in Göttingen“ zählt bis heute mehr als 4100 „Likes“; ihr Administrator Benjamin Schmelz hatte Anfang 2017 im Zuge der damals noch angedachten Ansiedlung zweier anderer Möbelhäuser westlich der Autobahnabfahrt Göttingen sogar eine Online-Petition für ein Ikea-Haus in Göttingen auf den Weg gebracht; 559 Befürworter unterzeichneten sie. Statt Ikea, XXXL oder Poco plant inzwischen Porta einen Möbelhaus-Neubau am Göttinger Stadtrand.

Von Markus Riese

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