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Göttingen Immer mehr schlechte Schwimmer
Die Region Göttingen Immer mehr schlechte Schwimmer
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07:53 08.05.2018
Quelle: dpa
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Göttingen

Kinder sollen am Ende der vierten Klasse sich mindestens fünf Minuten sicher in beliebiger Schwimmlage in tiefem Wasser bewegen können. Außerdem springen sie vom Startblock, tauchen durch einen Ring und bewegen sich den Baderegeln entsprechend im Schwimmbad. Zwei Jahre später sollen die Kinder sich dann 15 Minuten im Wasser bewegen, Gegenständetransportieren und sich selbst retten können.

So steht es im Kerncurriculum für Grundschule und Sekundarstufe 1 unter dem Stichwort „Schwimmen, Tauchen, Wasserspringen“. In diesem Papier beschreibt das niedersächsische Kultusministerium, welche sportlichen Kompetenzen Kinder erlangen sollten. Blanke Theorie beklagen bundesweit die Fachverbände. Denn laut einer aktuellen Forsa-Umfrage sind 59 Prozent der Zehnjährigen eben keine sicheren Schwimmer. Tendenz steigend.

„Nichtschwimmerzahl gestiegen“

Das kann Göttingens DLRG-Vorstand und Schwimmmeister Rolf Nietzold bestätigen: „Fakt ist, dass die Nichtschwimmerzahl gestiegen ist.“ Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein Problem ist das veränderte Freizeitverhalten. Viele der Kinder lernten erst im schulischen Schwimmunterricht das Schwimmen, erzählt Konrektorin Beatrix Bieker von der Hagenbergschule in Göttingen. „Bei den Eltern, die darauf achten, haben auch schon manche das Seepferdchen“, sagt sie.

Vor allem bei den Schülern mit Migrationshintergrund aber sei der Anteil derer, die erst in der Schule schwimmen lernen, recht hoch. Dort täten sie es dann aber auch: Der Schwimmunterricht sei schließlich verpflichtend. „Wir haben bisher alle Eltern überzeugt“, sagt die stellvertretende Schulleiterin zu der Problematik, dass manche Eltern ihre Kinder aus religiösen Gründen nicht mit dem anderen Geschlecht schwimmen lassen wollen.

Anforderungen an das Lehrpersonal

Erhöht sich der Anteil von Nichtschwimmern in der Klasse, steigen auch die Anforderungen an das Lehrpersonal. Nach einer Bestimmung aus dem Jahr 2011 müssen die nicht nur mindestens das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen mitbringen, sondern ab einer Kursstärke von mehr als 15 Schülern auch personelle Verstärkung. Weil viele Schulen keine zweite Lehrkraft abstellen können, springt hier beispielsweise die DLRG ein. „Wir hatten mit fünf Schulen im letzten Halbjahr eine tolle Zusammenarbeit“, sagt Nietzold. Die Nachfrage war deutlich größer.

Noch scheint die Versorgung mit Schwimmunterricht laut Landesschulbehörde in der Region gesichert. „Uns ist nicht bekannt, dass Schulen in den Landkreisen Göttingen und Northeim Schwierigkeiten haben, die Kerncurricula Sport im Lernfeld „Schwimmen, Tauchen, Wasserspringen“ umzusetzen“, heißt es auf Nachfrage. Als Aufsichtsbehörde wäre man im Ernstfall in der Pflicht, gemeinsam mit der Schule und dem Schulträger eine Lösung zu finden.

Appell an die Eltern

Ein Fall, der beispielsweise in Duderstadt schon bald eintreten könnte. Hier berät der Rat in seiner Sitzung am Dienstag ab 17 Uhr über den Fortbestand des Hallenbades. Eine weitreichende Entscheidung für die Kinder der Umgebung. An anderer Stelle hat die Politik bereits im Herbst 2017 auf den Appell des DLRG reagiert. So beschloss der Kreistag eine finanzielle Förderung der Schwimmbadnutzung und stieß eine Kooperation von Kreissportbund und DLRG an. Außerdem appellierte der Kreistag auch an die Eltern, ihrer Verantwortung für die Schwimmsicherheit ihrer Kinder verstärkt nachzukommen.

Von Markus Scharf und Hannah Scheiwe

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