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Göttingen In Göttingen und der Region sprießen die Pilze exzellent
Die Region Göttingen In Göttingen und der Region sprießen die Pilze exzellent
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19:13 04.10.2013
Steinpilze können ganz schön groß werden: Die kleine Helene freut sich über den Fund. Quelle: bib
Göttingen

Für die einen bedeutet das reiche Beute in den heimischen Wälder, für die Mitarbeiter des Giz jede Menge Arbeit. Denn: Neben Leckereien wie Steinpilzen, Maronen und Butterpilzen kommen auch Giftpilze wie Satanspilz oder Knollenblätterpilz in der Region vor.

„Seit etwa zwei bis drei Wochen haben wir zehn Mal so viele Anfragen zu Pilzvergiftungen wie im übrigen Jahr“, so Schaper. Bis zu zehn Vergiftungsfälle täglich bearbeiten die Giz-Mitarbeiter zur Zeit. Das sind doppelt so viele wir im deutlich schlechteren Pilzjahr 2012. Das Einzugsgebiet der Experten umfasst ganz Norddeutschland.

Vor allem der grüne Knollenblätterpilz beschäftigt die Fachleute. „Mehrere Ehepaare und Gruppen“ haben sich laut Schaper bereits durch dessen Verzehr schwere Vergiftungen zugezogen. Sie mussten stationär im Klinikum behandelt werden. Besonders tückisch: „Die Symptome treten erst acht bis zwölf Stunden nach dem Verzehr auf.“ Wer also nach dem Genuss einer Pilzmahlzeit unter Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall leidet, sollte sofort einen Arzt aufsuchen.

Gegenmittel für Knollenblätterpilz-Gift

Das Gift des Knollenblätterpilzes – der mit dem Champignon verwechselt werden kann – ist gefährlich. „Der Wirkstoff heißt Amatoxin und kann zu schweren Leberschäden führen“, so Schaper. Rechtzeitig entdeckt kann man durch Gabe eines Gegenmittels die Vergiftung bekämpfen. In dieser Pilzsaison mussten bereits so viele Proben untersucht werden, dass es bei der Bestimmung schon zu einem Engpass kam.

„Der ist jetzt aber behoben“, so der Arzt. Wer selber Pilze im Wald sammelt, sollte also immer 100-prozentig sicher sein, bevor ein seine Beute verzehrt.

Einen Einführungs-Kurs in die Pilzkunde bietet Gudrun Fricke, geprüfte Pilzberaterin, an. Beginn ist am Mittwoch, 16. Oktober. Der Kurs läuft an drei Abenden im Gasthaus „Zur guten Quelle“, Ernst-Ruhstrat-Straße 9, (Theorie). Der Praxisteil findet am Sonnabend, 19. Oktober, von 9 bis 12 Uhr statt. Anmeldungen unter Telefon 01 60 / 8 15 43 60 oder  per Mail unter mail@pilztreff.de Das Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen ist rund um die Uhr unter der Notrufnummer 05 51 / 1 92 40 erreichbar.

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