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Göttingen „Erst sanieren, dann neu bauen“
Die Region Göttingen „Erst sanieren, dann neu bauen“
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17:40 14.02.2018
Wohnungen im Süntelweg in Grone. Quelle: GOETTINGERTAGEBLATT
Grone

Die Veranstaltung am Dienstagabend galt als Teil der frühzeitigen Bürgerbeteiligung im Verfahren zur Aufstellung des geänderten Bebauungsplans. Trotz der vielen betroffenen Mieter – der Adler Real Estate gehören in Grone etwa 1100 Wohnungen, von denen in den kommenden Jahren ein erheblicher Teil saniert und modernisiert werden soll – waren nur etwa 50 Bürger in die Groner Mehrzweckhalle gekommen. Über die Modernisierungen hinaus will das Berliner Wohnungsunternehmen auf einen Teil der Gebäude ein weiteres Stockwerk aufsetzen und so weitere Wohnungen schaffen.

Auch dieses Vorhaben stieß auf Kritik. Trotz des Mietwohnungsmangels in Göttingen stünden zahlreiche Adler-Wohnungen leer, meinten einige Bürger. Warum dennoch weitere Wohnungen entstehen sollen, sei unverständlich. Die geplanten neuen Balkone stießen ebensowenig auf Gegenliebe. Die bestehenden Balkone seien schön, gut nutzbar und völlig ausreichend.

Weitere Kritikpunkte: Notwendige Reparaturen würden nicht oder mit größeren Verzögerungen angegangen. Die Wartung der Fahrstühle beispielsweise sei „katastrophal“, Aufzüge fielen wochen-, manchmal sogar monatelang aus. Das Fazit eines Bürgers: „Bevor man neu baut, sollte man erst einmal sanieren und nicht auf unsere Kosten teuer sanieren.“

„Steigende Mieteransprüche“

Ihre Modernisierungs- und Erweiterungsvorhaben begründeten Vertreter der Adler Real Estate mit steigenden Ansprüchen potenzieller Mieter. Als längerfristig kalkulierendes Unternehmen berücksichtige Adler nicht nur die Bedürfnisse der jetzigen Bewohner, sondern denke ein, zwei Generationen voraus „im Sinne einer nachhaltigen Quartiersentwicklung“. Die gestiegenen Ansprüche von Neumietern seien in der gesamten Bundesrepublik zu beobachten.

Zielgruppe für die Wohnungen in Grone seien in erster Linie junge Familien und Rentner, aber auch Studenten, meinte der Adler-Referent. Neben den neuen Dachgeschossen und der Erneuerung von Balkonen, Eingangsbereichen, Treppenhäusern, Bädern und Fenstern sei auch eine Fassadendämmung vorgesehen. Die könnte die Heizkosten halbieren.

„Ersparnis völlig unrealistisch“

Eine solche Heizkosten-Ersparnis von 50 Prozent sei völlig unrealistisch, meinten mehrere Zuhörer. Die tatsächliche Reduzierung bei derartigen Dämmungen falle wesentlich geringer aus.

Die Adler Real Estate kündigte zudem an, dass die Arbeiten wahrscheinlich schon im September beginnen würden. Die voraussichtliche Mieterhöhung durch die Modernisierungen werde sich auf etwa 1,90 bis zwei Euro pro Quadratmeter belaufen. Bei Neuvermietungen werde der Mietpreis bei etwa zehn Euro pro Quadratmeter liegen. Das werde bei den Mietern zu erheblichen Protesten führen, erklärte Hendrik Falkenberg, für die Linke im Groner Ortsrat. Viele der aktuellen Mieter könnten sich das nicht leisten.

Von Matthias Heinzel

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