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Grüne und SPD wollen mehr Naturnähe auf Grünflächen

Antrag für Stadtratssitzung am Freitag Grüne und SPD wollen mehr Naturnähe auf Grünflächen

Die Fraktionen von Grünen und SPD fordern die Teilnahme an der ökologischen Initiative „Stadtgrün naturnah“. Mit dieser Unterstützung sollen die Grünflächen der Stadt ökologischer und zugleich bürgernaher gestaltet werden.

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Die Schillerwiesen – eine schöne, aber wenig artenreiche Wiese.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Dazu haben die beiden Parteien einen Antrag für die Stadtratssitzung am Freitag, 16. Februar, gestellt. Ziel der Teilnahme sei es, „die Grünflächen der Stadt ökologisch aufzuwerten, um attraktive Lebensräume für Mensch und Tier in stadtnaher Natur zu schaffen, erklärt Harald Wiedemann (Grüne). „Das Label ,Stadtgrün naturnah’ lenkt den Blick auf die positiven Effekte naturnaher Grünflächen in der Stadt und zeichnet vorbildhaftes kommunales Engagement für eine grüne Stadt aus.“ Volker Grothey, Sprecher der SPD-Ratsfraktion im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität: „Es sollen ökologische Standards für öffentliche Grünflächen wie Mahdhäufigkeiten oder die Anlage von Blühstreifen etabliert werden. Die ökologische Vielfalt und damit auch die Lebensqualität für Bewohner und Besucher Göttingens wird sich erhöhen.“

Noch keine konkreten Projekte

Konkrete Projekte für die Stadt Göttingen wollen die Initiatoren von SPD und Grünen allerdings noch nicht benennen. In der Begründung des Antrags heißt es: „In Göttingen sollte für Grün- und Brachflächen ein ökologisches Nutzungs- und Vernetzungskonzept entwickelt werden“, heißt es in der Begründung des Ratsantrages. „Insellösungen sind hierbei zu vermeiden, da sie zu einer Verarmung der sich in Grün- und Brachflächen entwickelnden Flora und Fauna führen.“ Grothey: „Das Label ist ein gutes Instrument, um Biodiversität in der Stadt mit einer nachhaltigen und bewohnerfreundlichen Stadtentwicklungsplanung zu verknüpfen.“ Über den Antrag berät der Göttinger Stadtrat in seiner Sitzung am Freitag, 16. Februar, im Neuen Rathaus. Sitzungsbeginn ist um16 Uhr.

Umgesetzt wird das Projekt „Stadtgrün naturnah“, getragen vom Verein Kommunen für biologische Vielfalt und der Deutschen Umwelthilfe, in einem öffentlichen Verfahren. In einer Arbeitsgemeinschaft aus Verwaltung, Umweltverbänden und interessierten Bürgern wird zunächst der Status Quo erfasst und dann eine Gestaltungsstrategie einschließlich konkreter Maßnahmen entwickelt.

Arbeit am „Straßenbegleitgrün“

An der Initiative nehmen derzeit die Städte Frankfurt/Main, Hannover, Wernigerode, Kirchhain und Neu-Anspach teil. Während SPD und Grüne in Göttingen bislang keine konkreten Vorhaben benennen wollen, zeigen Beispiele aus den bislang teilnehmenden Kommunen, was möglich wäre. In Frankfurt/Main sollen die Artenvielfalt in Flächen, Büschen und Bäumen entlang von Straßen – im Behördendeutsch “Straßenbegleitgrün” - erhöhen, teilen die Organisatoren der Kampagne “Stadtgrün naturnah” mit. Bodendecker sollen hingegen verschwinden.

Für die öffentlichen Grünflächen in Hannover solle ein naturnahes Pflegekonzept erarbeitet werden. Als Pilotprojekt ist die Entwicklung des Grünzugs “Roderbruch” im Nordosten der Landeshauptstadt vorgesehen.

In Wernigerode am Harz will die Stadtverwaltung den ökologischen Zustand der innerstädtischen Mühlgräben, ehedem künstlich angelegte Wassergräben zum Betrieb der Mühlen, verbessern und naturnah umgestalten. Im mittelhessischen Kirchhain sollen im Pilotprojekt „Kirchhain blüht“ öde Rasenflächen entlang einer 1,8 Kilometer langen Einfallstraße umgestaltet werden. Das monotone Erscheinungsbild soll artenreichen, mehrjähriger Blühwiesen, heimischen Gehölzen, Beerenhecken und Stauden-Zwiebelpflanzungen weichen.

In Neu-Anspach bei Frankfurt sollen die vergleichsweise kahlen Rasenflächen an den Ortseingängen ökologisch und optisch aufgewertet werden, indem aus ihnen arten- und blütenreiche Wiesen werden. Ziel ist es dabei, den Schutz der biologischen Vielfalt mit den ästhetischen Vorstellungen der Bürgerschaft in Einklang zu bringen. Die so gewonnenen Erfahrungen sollen den Grundstein für die naturnahe Gestaltung weiterer Flächen im Stadtgebiet bilden.

Von Matthias Heinzel

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