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Göttingen Internationale Aufführungen aus zwölf Ländern
Die Region Göttingen Internationale Aufführungen aus zwölf Ländern
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11:00 22.05.2018
Die Mädchen des Collegium Artium Göttingen zeigten russische Tänze. Quelle: Peter Heller

„Dieser Tag soll dafür genutzt werden, dass sich die Völker untereinander besser verstehen“, sagte Uwe Richter von der Sportgemeinschaft Grün Weiß Hagenberg. Zusammen mit der Vorsitzenden des Nachbarschaftszentrums Sahri Sprinke, Lidia Pinikinstein vom Ost-West-Club der Bethlehemgemeinde und Annabel Konermann von der Bonveno-Flüchtlingshilfe organisierte Richter das Tanzfestival. Tanz würde die Nationen verbinden. „Heimat ist dort, wo ich gerne bin und mich wohlfühle“, betonte Richter.

Collegium Artium Göttingen zeigt russische Tänze

Um die Aufmerksamkeit der Gäste auf den zur Tanzfläche umfunktionierten Innenhof des Zentrums zu lenken, begann die professionelle Tanzgruppe „Power-Drummer“ vom Grün-Weiß Hagenberg mit ihrer Aufführung. Mit Schlagzeugsticks trommelten die acht Frauen auf Gymnastikbällen, die von den Beinen umgedrehter Hocker gehalten wurden, im Takt moderner Discomusik. Flüchtlinge von unter anderem kurdischer, arabischer und afrikanischer Herkunft seien von den Organisatoren angesprochen worden, um ihre heimischen Tänze mit den Gästen zu teilen. Generell konnte sich an jeder Aufführung beteiligt werden. „Hier sind junge und alte Menschen, Menschen ohne Geld und mit Geld versammelt“, sagte Sprinke. „Wir wollen dazu beitragen, dass wir nicht nebeneinander wohnen, sondern miteinander.“ Für Begeisterung sorgten die Tänzer des russischen „Collegium Artium Göttingen“. Die Kinder im Alter von ungefähr acht Jahren bewegten sich in traditionellen russischen Trachten zu nationaler Musik. Schnell hatte sich ein Halbkreis von Gästen um die Tanzfläche gebildet, die die Mädchen bei ihrer Formation filmten.

Ehrenamtliche engagieren sich

„Hier ist kein Platz für Vorurteile und Rassismus“, kommentierte Richter. Die Gaststätte Holtenser Berg, Genfstraße 17, sei hierfür ein gutes Beispiel, da sie deutsches Essen serviere, deren Inhaber allerdings aus Italien und Kroatien stammen. Genau das sei es, was den Holtenser Berg ausmache. Die Idee des Tanzfestivals habe Richter beim „Runden Tisch Europaallee“ eingebracht. „Die Aufmerksamkeit bezüglich Flüchtlingen in der Öffentlichkeit ist gesunken, und so wollten wir den Fokus erneut auf die verschiedenen Nationen lenken“, erklärte Richter. Positiv sei, dass es in Göttingen weiterhin mehr verfügbare Ehrenamtliche als in anderen Regionen gebe. Konermann berichtete über Fortschritte in der Bonveno-Unterkunft. „Die Flüchtlinge können nun die deutsche Sprache und suchen Freunde und Arbeit“, sagte sie. Sponsoren habe es keine gegeben, die Organisatoren seien für alles aufgekommen. Das Festival gab es so zum ersten Mal. Als die Flüchtlingswelle aktuell war, sei der Runde Tisch zunächst damit beschäftigt gewesen Netzwerkaufbau, erklärte Richter.

Tänze aus zwölf Nationen zeigten die Teilnehmer beim Tanzfestival auf dem Holtenser Berg. Die Besucher waren zudem dazu aufgefordert, selbst mitzumachen.

Walzerschritte ausprobieren

In der sogenannten Ladenstraße hatten viele der Geschäfte draußen einen Stand aufgestellt, um für ihre Produkte zu werben. Für die jungen Gäste wurde neben der Tanzfläche eine Hüpfburg und Kinderschminken angeboten. In den Räumlichkeiten gab es die Möglichkeit sich „german Walzer“, wie es auf dem dazugehörigen Schild stand, mit professioneller Unterstützung anzueignen. Am Ende der Veranstaltung bestand die Möglichkeit, die erlernten Schritte zusammen mit der Walzergruppe des Grün Weiß Hagenbergs auszutesten.

Von Lisa Hausmann

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