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Göttingen JVA Rosdorf: Rohbau für 45 Sicherungsverwahrte steht
Die Region Göttingen JVA Rosdorf: Rohbau für 45 Sicherungsverwahrte steht
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11:17 24.05.2013
Platz für 45 Sicherungsverwahrte aus Niedersachsen: Der Rohbau auf dem Gelände der JVA Rosdorf ist fertig. Quelle: Hinzmann
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Rosdorf

„Damit liegen wir perfekt im Zeitplan“, sagt Anstaltsleiterin Regina-Christine Weichert-Pleuger bei einem Besuch der Baustelle.

Wie anvisiert werde das 12,5 Millionen Euro teure Gebäude spätestens im Mai fertig sein. Das sei auch gut so. Schließlich müssten sich die Mitarbeiter mit den Räumen und der Technik noch vertraut machen. Im Juni sollen die ersten Insassen kommen.

In Rosdorf werden dann zentral alle Sicherungsverwahrten – also Straftäter, die auch nach Ende ihrer Haftstrafe für gefährlich gehalten werden – des Landes Niedersachsen untergebracht. Zurzeit sind das laut Justizministerium 38. Allerdings werden vorerst nur 19 von ihnen nach Rosdorf verlegt. „19 Sicherungsverwahrte bleiben voraussichtlich aus  Gründen der Behandlung in anderen niedersächsischen Justizvollzugsanstalten“, erklärt Ministeriumssprecher Jörn Westermann.

Wegen der Aufnahme von Sicherungsverwahrten aus Bremen liefen derzeit die Verhandlungen. Überlegungen, Sicherungsverwahrte aus weiteren Bundesländern aufzunehmen, gebe es nicht.

Die Neuankömmlinge werden in Rosdorf in Wohngruppen untergebracht. Jeder von ihnen bekommt ein eigenes Apartment. Es ist 23 Quadratmeter groß und verfügt über zwei Räume und ein Bad mit Dusche. Hinzu kommen Gruppenräumen, Küchen, Fitnessbereich und Büros. Zu dem neuen Gebäude gehört auch eine etwa 1000 Quadratmeter große Freifläche mit Rasen und Büschen.

Grundsätzlich dürfen sich die Sicherungsverwahrten in dem Gebäude von 6 bis 22 Uhr frei bewegen. Es gebe aber Überlegungen, dies je nach Klientel einzuschränken, sagt Weichert-Pleuger. Denn nach Rosdorf kämen in der Regel nur die Fälle, bei denen Therapien oder andere Behandlungsmaßnahmen nicht funktioniert hätten. Dies könne unter Umständen eine Gefahr für andere Sicherungsverwahrte und für die Mitarbeiter darstellen.

Die Stimmung unter den Gefangenen sei „bislang relativ ruhig“, sagt Weichert-Pleuger. „Wie es ist, wenn die Sicherungsverwahrten da sind, wage ich nicht zu einzuschätzen.“ Sie rechne mit vielen Anträgen nach dem Motto „warum dürfen wir das nicht“. Ferner wisse man nicht, wie die Neuankömmlinge reagierten. „Die Erwartungen sind hoch“, so Weichert-Pleuger.

Sicherlich seien Unterbringung und Ausstattung im neuen Gebäude eine Besonderheit. Sie wünsche sich aber, dass Sicherungsverwahrte und Häftlinge zusammen arbeiten oder ihre Freizeit verbringen. Erstere seien jedoch nicht dazu verpflichtet, zu arbeiten.

Derweil macht sich Weichert-Pleuger auch schon Gedanken darüber, wie sie das fertige Gebäude der Öffentlichkeit präsentiert. Schließlich habe sie versprochen, den Rosdorfer Bürgern eine Möglichkeit zu geben, „sich das anzuschauen“. Ein Probeschlafen wie zur Eröffnung der JVA im Jahr 2007 werde es aber genauso wenig geben wie einen Tag der offenen Tür. Damals waren rund 25 000 Besucher gekommen.

Gründe für den Neubau in Rosdorf

Das neue Gebäude auf dem Gelände der JVA Rosdorf wird gebaut, weil laut Bundesverfassungsgericht Sicherungsverwahrte, die nach Ende ihrer Haftstrafe weiterhin für gefährlich gehalten werden, eine bessere Unterbringung erhalten müssen.

Diese muss sich deutlich von der Strafhaft unterscheiden. So müssen die Wohnräume größer sein als herkömmliche Gefängniszellen. Diese sind in der JVA Rosdorf knapp zehn Quadratmeter groß.

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