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Göttingen Drogen, Schwarzarbeit und Welpenschmuggel
Die Region Göttingen Drogen, Schwarzarbeit und Welpenschmuggel
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00:36 23.04.2018
Aus einem Kühltransporter sichergestellte Schmuggelware. Quelle: Hauptzollamt Braunschweig
Göttingen/Braunschweig

„Als Finanzbehörde blicken wir natürlich zuerst auf die Steuereinnahmen, und die lassen sich durchaus sehen“, kommentierte die Leiterin des Hauptzollamts Braunschweig, Regierungsdirektorin Regine Andreas die Bilanz. Den größten Teil der Einnahmen setzen sich aus den Bereichen Einfuhrumsatzsteuer, Kraftfahrzeugsteuer, die der Zoll seit 2014 verwaltet, und Stromsteuer zusammen.

Das Einnehmen von Steuern sei schon seit biblischen Zeiten schlecht beleumundet, räumte Zoll-Pressesprecher Andreas Löhde in der Bilanz ein. Der Zoll sehe sich allerdings eher als ,Robin Hood im Blätterwald’ und nicht als der böse ,Sheriff von Nottingham’. Tatsächlich würden die klassischen Abgaben fast ausschließlich bei Unternehmen erhoben und flössen – mit Ausnahme des Zolls und der Biersteuer – direkt in den Bundeshaushalt und damit der Allgemeinheit zu.

11000 Sendungen pro Tag

In seiner Kernaufgabe, der Überwachung des internationalen Warenverkehrs, hat der Zoll gegenüber dem Vorjahr einen deutlich Zuwachs verzeichnet: Sechs Prozent mehr Einfuhren und 16 Prozent mehr Ausfuhren sind dem Jahresbericht zu entnehmen. Im Schnitt werden im Zuständigkeitsbereich Braunschweig 11 000 Sendungen pro Tag bearbeitet – vom kleinen Postpaket bis zu vollen Sattelzügen.

Weiteres Einsatzgebiet des Zolls ist die Kontrolle von Schwarzarbeit. Hier wurden 2017 insgesamt 1200 Arbeitgeber untersucht, gut ein Drittel mehr als im Vorjahr. Dabei wurde in 3100 Fällen ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Löhde kommentierte den Anstieg der Bemühungen in diesem Bereich: „Schwarzarbeit ist Betrug an den Schwächsten in unserer Gesellschaft.“

Drogentransport auf der Autobahn

In die öffentliche Wahrnehmung schafft es der Zoll aber vor allem dann, wenn er sich dem Auftrag widmet, Sendungen mit illegalem Inhalt aufzuhalten. Wenn es sich dabei um Transporte auf der Autobahn handelt, kommt die 16-köpfige Kontrolleinheit der mit insgesamt 97 Mitarbeitern besetzten Göttinger Dienststelle zum Einsatz. Beispielsweise im November, als die Zollbeamten an einer Tankanlage in Staufenberg zehn Kilogramm Marihuana in kleinen Tütchen sicherstellten. Der größte Drogenfund im Hauptzollamt seit Jahren. Die Schmuggler flüchteten zu Fuß und ließen Drogen im Wert von 50 000 Euro und ihr Fahrzeug mit laufendem Motor zurück.

Einen weiteren Fahndungserfolg verzeichneten die Göttinger Kontrolleure im März auf einem Rastplatz bei Helmstedt. „Eigentlich wollten wir den Antrieb des Kühlaggregates untersuchen“, sagte Zollamtmann Henning Haarnagel damals. Die Art der Kühlung war nicht zu beanstanden. Die gekühlte Ware hingegen schon. Denn außer tiefgefrorenen Himbeeren war der Lastwagen mit 15 Ballen geschmuggelter Zigaretten beladen – insgesamt 899 Stangen mit ukrainischen, weißrussischen oder ganz ohne Steuerbanderolen.

Kriminelle Hundezüchter

Zum Jahresende führte eine Zollkontrolle auf der A 7 nahe Northeim zu einem Schlag gegen kriminelle Hundezüchter. Die Göttinger Kollegen stoppten ein rumänisches Fahrzeug mit vier tierischen Passagieren, einer Hündin und drei Welpen in bedauernswerten Zustand. Da eine Handhabe gegen den Tiertransport fehlte, bemühte man sich um internationale Zusammenarbeit. Der Braunschweiger Zoll informierte die schwedischen Kollegen, denen es gelang, eine Zuchtanlage mit insgesamt zehn erwachsenen Hunden und ihren Welpen ausfindig zu machen und zu schließen. Das glückliche Ende einer positiven Jahresbilanz.

Von Markus Scharf

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