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Göttingen Jetzt geht die GSG in Göttingen auf Barrikaden
Die Region Göttingen Jetzt geht die GSG in Göttingen auf Barrikaden
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16:34 24.09.2018
Geschwister-Scholl-Gesamtschule und Godehard Grundschule in der Grätzelstraße. Quelle: CHH
Göttingen

Die Worte des gesamten Leitungsteams in einer an Stellungnahme der Schulleitungen klingen ungewöhnlich drastisch: „Wir haben den Eindruck, wir sollten als Standort für alles und jeden abgewickelt werden.“ „Das geht gar nicht, was da passiert“, ergänzt Schulleiter Tom Wedrins. Nicht weniger empört äußerte sich Holger Thieß als Mitglied des Personalrates: Die Pläne der Stadt „sind weder pädagogisch noch organisatorisch zu verantworten“. Und die Elternvertreter zeigen sich in einem Brandbrief „schockiert“ und „zornig“.

Plan für langfristig passgenaue Schulen

Die Hintergründe: Seit gut einem Jahr diskutieren Stadtverwaltung und der Rat über s Schulstättenentwicklungskonzept für die Stadt. Es soll detailliert auflisten, wie die Schulen in Trägerschaft Göttingens in den kommenden Jahren an welchem Standort ausgestattet werden sollten. Damit will die Stadt sicherstellen, dass langfristig die richtigen Schulen in optimaler Ausstattung am richtigen Standort vorhanden sind.

Am Donnerstag, 27. September, soll im Schulausschuss des Rates ein geändertes Konzept vorgelegt werden. Danach soll unter anderem die Godehardschule II an der Von-Haller-Straße zum Hauptstandort der Grundschule an der Grätzelstraße umziehen. Dagegen regt sich bereits seit Tagen massiver Widerstand. Für die Fusion soll die Godehardschule weitere Räume der benachbarten GSG bekommen. Die wiederum soll mit zwei Jahrgängen in eine Außenstelle ziehen – in der auslaufenden Heinrich-Heine-Schule in Grone.

Das bringt jetzt die GSG auf die Barrikaden, die nach Aussagen von Schulleitung, Personalrat und Eltern erst durch die jüngste Berichterstattung im Tageblatt informiert worden sei. „Wir sind eine Schule, die gesellschaftliche Herausforderungen wie Inklusion und Integration in besonderem Maße schultert“, erklärt der Personalrat. Lehrer, die gestresst von Standort zu Standort hetzten müssen, könnten die dazu erforderlichen pädagogischen, zeitlichen und organisatorischen Ressourcen kaum aufbringen.

Schwieriger Umwandlungsprozess wird erschwert

Darüber hinaus träfe ein (Teil-)Umzug die Schule in einem extrem schwierigen, tief greifenden Prozess: der Wandlung von der einstigen Kooperativen Gesamtschule (KGS) in eine funktionstüchtige Integrative Gesamtschule (IGS) seit 2014. Verbunden mit dem Wandel und der Inklusion sei ein steigender Raumbedarf, ergänzte Wedrins. Seit Jahren sei die GSG davon ausgegangen, dass sie Erweiterungsbau bekommt oder die Godehardschule umzieht und die GSG das Grundschulgebäude übernimmt. Dafür seien im Stadtetat sogar 150000 Euro als Planungskosten bereitgestellt worden. Schon jetzt würden Oberstufenklassen in Pavillons unterrichtet – auch mit Rücksicht auf die Godehardschule.

Die jetzige Abkehr von den Erweiterungsplänen kommentiert der Personalrat „mit großer Besorgnis und Irritation“. Es könne nicht sein, dass neue Ideen auf dem Rücken von Schülern, Eltern sowie Lehrern an der GSG ausgetragen werden sollen. „Wir fordern, dass es keine Auslagerung von Schüler an einen zweiten Standort gibt“, so die Elternvertreter.

Vor diesem Hintergrund bereitet der Personalrat eine Demonstration vor: Am Dienstag, 25. September, wollen Lehrer, Schüler und Eltern um 15.30 Uhr an der Schule zu einem Demo-Zug mit abschließender Kundgebung (17 Uhr) am Alten Rathaus aufbrechen.

SPD und Grüne stützen Godehardschule und GSG

Unterdessen haben sich die Ratsfraktionen von SPD und Grünen zum Schulstättenentwicklungskonzept positioniert. Grundsätzlich begrüßen sie das Gesamtkonzept und seine Intention, regen aber Änderungen an: Danach soll die Godehardschule II am Standort Albrecht-von-Hallerstraße bleiben. Ein Ausbau der beengten Brüder-Grimm-Grundschule soll „valide“ geprüft werden - ebenso die „lange überfällige Sanierung der GSG“. Der Schulausschuss tagt am Donnerstag, 27. September, um 16 Uhr im Ratssaal im Neuen Rathaus.

Von Ulrich Schubert

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