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Göttingen Jubiläum und Ortswechsel
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12:48 17.05.2017
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Göttingen

„Unser Ziel ist immer erst einmal die Versorgung zu Hause“, so Haan, Vorstandsvorsitzende des Hospizvereins. Doch manchmal sei diese dort nicht mehr gewährleistet, könnten sich Kinder nicht um ihre Eltern kümmern, benötigten die unheilbar Kranken aufwendigere Hilfe. „Wir können uns mehr Zeit nehmen, Angehörigen die Grundpflege abnehmen“, so Haan. Angehörigen und Freunden würde so mehr gemeinsame Zeit gegeben. Krebs, Lungenleiden, Nervenerkrankungen: „Unsere Patienten sind im Durchschnitt 60 Jahre alt, wenn sie zu uns kommen.“ Einige blieben nur wenige Stunden, andere einige Monate. Es gebe Situationen, in denen sich Kranke auch erholten, für einige Zeit das Hospiz verlassen können. „Selbstbestimmtheit spielt bei uns eine große Rolle“, sagt die frühere Leitende Krankenschwester des Hospizes, die seit ihrem Renteneintritt ehrenamtlich im Hospizverein weiterarbeitet. Neben den speziell ausgebildeten Krankenschwestern und -pflegern, spiele das Engagement Ehrenamtlicher eine entscheidende Rolle.

„Die Hospizbewegung ist eine Bewegung von unten“, erläutert Haan. Anfang der 1990er-Jahre griff Pastor Paul Gerhard Langenbruch, Klinikseelsorger des Evangelischen Krankenhauses Weende (EKW) gemeinsam mit Hildegard Seidel, Oberin der Diakonissen, die Idee auf. Ein „Arbeitskreis Hospiz“ bildete sich. Bereits im folgenden Jahr begann mit dem abulanten Hospiz die Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen. 1996 begannen die Umbauarbeiten von Räumen des Mutterhauses zu einem Hospiz. Neben Hannover und Osnabrück wurde so am 2. April 1997 in Göttingen das landesweit dritte Hospiz eingeweiht, Beatrix Haan dessen Leiterin. Anfang der 2000er-Jahre geriet das Hospiz in finanzielle Schieflage, sodass das Evangelische Krankenhaus dem Hospizverein „Diakonissen-Mutterhaus Ariel (Zöcklersche Anstaltten)“ half - im Gegenzug ging das Mutterhaus „Haus 3“ an das EKW. Dieses verpflichtete sich, für die verbliebenen Diakonissen zu sorgen. Im Juli 2016 verstarb mit Schwester Elisabeth Hoyer die letzte Diakonisse. Das „Haus 3“ soll nun abgerissen werden und ein Neubau entstehen.

Den Ortswechsel des Hospizes, der ab dem vierten Quartal in Neumariahilf vollzogen werden solle, sieht die Vorsitzende auch als Chance: „Es regt die Phantasie an, alte Sachen zu überdenken.“ Von sieben auf zunächst acht Plätze solle das Angebot erweitert werden, mit größeren Zimmern. „Wir benötigen rund 300 000 Euro im Jahr an Spenden“, so Haan, um die Finanzierung - trotz zahlreiche Ehrenamtlicher - sicherzustellen. Der Bedarf sei da, die Umzugskosten indes ein finanzieller Kraftakt. „Am Ende des Lebens“, so Haan, „spielt das Zuhause weniger eine Rolle, sondern Ruhe und Zeit“.

Das Hospiz feiert den Doppelgeburtstag 20 Jahre stationäres und 25 Jahre ambulantes Hospiz am Freitag, 19. Mai, ab 18 Uhr einen Festgottesdienst in der St.-Albani-Kirche. Im Anschluss hält der Göttinger Medizinethiker Alfred Simon einen Vortrag über „Des Menschen Wille ist sein Himmelreich!? Zum Verhältnis von Autonomie und Fürsorge in der Begleitung Schwerstkranker und Sterbende“. Dann gibt der Hospizverein einen Empfang.

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