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Göttingen 2500 Euro für Stellas Flüssigseifentest
Die Region Göttingen 2500 Euro für Stellas Flüssigseifentest
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15:01 25.06.2018
Stella Hofmann siegte beim Wettbewerb „Jugend testet 2018“ Quelle: Stfitung Warentest
Göttingen

Ist eine teure Flüssigseife wirklich besser als eine günstige? Was steckt hinter Werbeversprechen wie „Stark gegen Bakterien“ oder „Entfernt 99,9 Prozent der Bakterien“? Bedeutet der Aufdruck „Sensitiv“ oder „Naturkosmetik“ auf der Verpackung, dass diese Seife besonders hautschonend ist und keine bedenklichen Inhaltsstoffe enthält? Diesen Fragen wollte Hofmann in einer Untersuchung auf den Grund gehen.

In einer Umfrage mit 180 Personen habe sie im Vorfeld herausgefunden, dass Flüssigseife die beliebteste Seifenart ist, berichtet Hofmann bei der Vorstellung ihres Projekts. Deshalb habe sie zwölf Produkte aus verschiedenen Preiskategorien ausgewählt und nach verschiedenen Kriterien untersucht.

Seife mit der Bohrmaschine getestet

Mit dem Bohrmaschinen-Verteilungstest, dem Schütteltest und dem Overhead-Beleuchtungstest wurden beispielsweise Verteilbarkeit, Konsistenz und Homogenität überprüft. Bei einer weiteren Versuchsreihe stellte Hofmann fest, dass alle getesteten Produkte gut geeignet waren, um Zwiebel- und Knoblauchgeruch von der Haut zu entfernen. Bei der Bakterienbekämpfung und dem Tinten-Schweinehaut-Test schnitten schon nicht mehr alle Produkte gleichermaßen gut ab.

Nach der Überprüfung der Hautverträglichkeit, der Analyse der Inhaltsstoffe und der Bewertung der Verpackung kam die Schülerin schließlich zu einem erstaunlichen Ergebnis: „Die teuerste Seife im Test hat insgesamt am schlechtesten abge­schnitten“, so Hofmann. Sieger war ein Produkt aus dem mittleren Preissegment. Günstig bedeutet also keinesfalls schlecht. Darüber hinaus fand die 15-Jährige heraus, dass die allermeisten Flüssigseifen bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten. Zudem seien Bezeichnungen wie „sensitiv“ oder „für sensible und empfindliche Haut“ keine geschützten Begriffe und böten daher keine verlässlichen Informationen über die Wirkweise der Seife.

Mit Kreativität und Experimentierfreude

Die beteiligten jungen Tester hätten sich bei ihren Untersuchungen von Produkten und Dienstleistungen durch Kreativität und Experimentierfreude ausgezeichnet, lobt Stiftung Warentest. Sie konstruierten Maschinen, um den Abrieb von Socken unter vergleichbaren Bedingungen zu testen. Sie klebten systematisch Kaugummi unter ihre Schulschreibtische, um herauszufinden, welche Kaugummis sich am Ende des Schuljahres am leichtesten ablösen lassen. Und sie stellten fest, dass manche Einkaufspapiertüten, wenn sie mit acht Kilogramm befüllt durch die Gegend getragen werden, bereits nach acht Minuten reißen.

Die besten Arbeiten wurden am vergangen Freitag zusammen mit Verbraucherschutzministerin Katarina Barley in Berlin prämiert. Insgesamt 12 000 Euro gab es in den beiden Wettbewerbskategorien Produkttests und Dienstleistungstests zu gewinnen. 2500 Euro davon gingen nach Göttingen. Mehr Informationen unter www.jugend-testet.de.

Von Markus Scharf

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