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Göttingen Jusos fordern Parteiaustritt von Alexander Voigt
Die Region Göttingen Jusos fordern Parteiaustritt von Alexander Voigt
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22:48 23.11.2011

Darin wird Voigt nachgewiesen, als Mitglied des sogenannten Lasalle-Kreises, ein Zusammenschluss von Verbindungsmitgliedern in der SPD, an zumindest einem Treffen der Initiative Göttinger Verbindungsstudenten (IGV) teilgenommen zu haben, bei dem auch Mitglieder der selbst von anderen Verbindungen als extrem rechts eingeschätzten Burschenschaften Hannovera und Holzminda anwesend waren. Beide Burschenschaften sind Mitglied des Burschenschafts-Dachverbands Deutsche Burschenschaft (DB). Auf einer im Sommer öffentlich gewordenen Liste von Spendern an die NPD findet sich auch der Name eines Mitglieds dieser Burschenschaften. Die IGV hatte sich im Sommer mit dem Ziel gegründet, „die öffentliche Wahrnehmung von Verbindungsstudenten zu verbessern“. 70 Studenten aus mehreren Verbindungen sind derzeit dort organisiert. Darunter auch Hannovera- und Holzminda-Mitglieder.

Die Jusos „verurteilen“ das Engagement Voigts in der rechten Verbindungs- und Burschenschaftsszene „aufs Schärfste“ und distanzieren sich von Voigt und seinen Aktivitäten. Choinovski: „Für uns ist es untragbar, dass ein SPD-Mitglied mit rechtsgerichteten Vereinigungen, die nachweislich sogar Verbindungen zur NPD besitzen, sympathisiert und deren Arbeit federführend mitgestaltet. Rechtes Gedankengut und Engagement haben in der SPD nichts zu suchen.“

Inzwischen hat Voigt, selbst Alter Herr des Vereines Deutscher Studenten (VDSt), reagiert und das Ende seiner Mitgliedschaft mündlich der IGV mitgeteilt: „Die erwähnten Verbindungen anderer IGV-Mitglieder zur NPD waren mir nicht bekannt. Ich habe nie mit Neonazis und Rechtsextremisten zusammengearbeitet“, schreibt Voigt in einer Stellungnahme. Rückwirkend sei „die wenige Monate dauernde Mitgliedschaft in der IGV ein Fehler“, der offenbar „ein falsches Licht“ auf seine politischen Grundüberzeugungen geworfen habe. Als „überzeugter Sozialdemokrat“ distanziere er sich „selbstverständlich auf das Schärfste von rechtsaußen beziehungsweise rechtsradikalen oder gar rechtsextremistischen Überzeugungen“. Sein eigener Dachverband habe sich kritisch zu den aktuellen Vorgängen innerhalb der DB erklärt. „Diese Kritik teile ich mit Nachdruck“, sagt Voigt.

Der Vorsitzende des SPD-Ortsverbands Mitte/Nord, Stefan Niebuhr, erklärte am Mittwoch, dass der Vorstand sich am Donnerstag oder Freitag mit dem Thema befassen wolle. Voigt solle die Gelegenheit gegeben werden, den Sachverhalt darzulegen. Derzeit gebe es für Niebuhr keinen Grund, Voigts Integrität anzuzweifeln.

Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Horst Reinert nannte die veröffentlichten Informationen „unerfreulich und für das Ansehen der SPD schädlich“. Sollten sich diese bewahrheiten, fordert Reinert den Ortsverein auf, „die Angelegenheit schleunigst zu klären und politische sowie personelle Konsequenzen“ zu ziehen. Die IGV-Vorsitzende Melanie Mai kündigte ihre Stellungnahme für den heutigen Donnerstag an.

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