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Göttingen Kahlschlag im Vogelparadies verhindert
Die Region Göttingen Kahlschlag im Vogelparadies verhindert
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00:17 10.03.2016
Der Ascherberg soll zum Vogelparadies werden. Quelle: EF
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Göttingen

Es war ein Routineeinsatz der stdtischen Waldarbeiter. Sie hatten bereits mit ihren laut kreischenden Sägen angesetzt und schon einige Büsche gekappt, als der Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde vorbei kam und Alarm schlug. Er wusste, was sich alles in dem dichten, urwaldartigen Wäldchen an der Südwestflanke des Kiessees tummelt: 35 Vogelarten mit etwa 90 Paaren, darunter Gebüsch- und Baumbrüter wie Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Mäusebussard, Graureiher und Waldohreule, aber auch Höhlenbrüter wie Grünspecht und Waldbaumläufer.

Jahrzehnte vor sich hingeschlummert

Und dann noch eine „ganz seltene und sehr bedrohte Spezies“, deren Namen der Hans Dörrie vom Arbeitskreis Göttinger Ornithologen nicht verraten will. „Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn die Forstleute ihre Arbeit beendet hätten“, sagt der Vogelexperte.

Der gerade einmal 3,5 Hektar große sogenannte Ascherberg habe Jahrzehnte „ungestört vor sich hingeschlummert“. Aus dem einstigen Park sei ein Naturwald mit viel Alt- und Totholz entstanden - der ideale Lebensraum für viele Vögel, Insekten und andere Tiere. Nur wenige schmale Trampelpfade führen in das Dickicht hinein. Folge: „Vögel in einer enorm hohe Artenzahl und Siedlungsdichte für so ein kleines Gebiet“, sagt Dörrie.

„Das haben wir schlichtweg nicht gewusst“, räumt Johannes Levin, Leiter des Stadtforstamtes, ein. Er ist für das Areal verantwortlich. Die Forstarbeiter sollten in dem naturnahe Wäldchen aufräumen. Das Forstamt habe die Verkehrssicherungspflicht in seinen Wäldern. Konkret: Es muss verhindern, dass morsches Holz abbrechen, fallen und Menschen verletzen kann.

Als Vogelparadies erhalten bleiben

„Wir hatten das schon länger auf dem Plan“, sagte Levin zu dem Einsatz und weist die Behauptung zurück, das Forstamt wollte rechtzeitig vor dem Landesturnfest im Sommer am Kiessee im Wald aufräumen.

Eine Erlaubnis für den Einsatz hatten die Forstarbeiter nicht - „brauchten sie aber auch nicht“, erklärte Michael Menzel, Leiter des städtischen Fachdienstes Grünflächen, im Umweltausschuss des Rates. In dieser Waldfläche „deckt sich eine ordnungsgemäße Waldwirtschaft mit den Zielen der hier gültigen Landschaftsschutzverordnung“. Zuvor hatte die CDU/FDP-Gruppe nachgehakt, ob bei dem Einsatz alles mit rechten Dingen zugegangen sei.

War es, und dennoch soll der Ascherberg jetzt als Vogelparadies weitgehend erhalten bleiben. „Wir werden ihn in Absprache mit den Umwelt- und Vogelexperten vorsichtig und gezielt herstellen und dabei den Spagat suchen zwischen Naherholung und Naturschutz“, sagte Levin. Dabei werde auch darüber nachgedacht, die Straße vom Ascherberg nach Rosdorf zu sperren.

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