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Göttingen Kasseler Kali-Konzern K+S stellt Antrag für Laugen-Pipeline
Die Region Göttingen Kasseler Kali-Konzern K+S stellt Antrag für Laugen-Pipeline
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19:52 20.02.2013
Kleine Salz-Pipeline zur Werra: Bauarbeiten laufen. Quelle: K+S
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Kassel

K+S will salzhaltige Abwässer aus der Produktion und von Halden unter Umgehung der Werra in die Weser zwischen Gieselwerder und Lippoldsberg einleiten. In der Nähe eines Einleitungspunktes in den Fluss müsste ein Salzsee als Pufferspeicher angelegt werden. Daneben untersucht K+S auch den Bau einer Pipeline zur Nordsee.

Abschluss nicht vor Herbst 2014

Das Regierungspräsidium rechnet mit vollständigen Antragsunterlagen erst Ende 2013. Angesichts der einhellig geäußerten Ablehnung des Projekts durch den Landkreis Kassel und betroffene Gemeinden sei klar, dass es sich in jedem Fall um ein kompliziertes Raumordnungsverfahren handeln werde. Weil dazu auch eine Anhörung beziehungsweise die Öffentlichkeitsbeteiligung einschließlich des Landes Niedersachsen gehöre, sei mit dem Abschluss nicht vor Herbst 2014 zu rechnen, so Dezernatsleiter Wolfgang Kaivers. Unter anderem auch die Stadt Hann. Münden wird beteiligt. Die Oberweser-Pipeline ist am Montag 4. März, Thema im Stadtentwicklungsausschuss.

Nordsee-Pipeline empfohlen

K+S leitet nach wie vor salzhaltige Abwässer in die Werra und damit auch in die Weser. Zusätzlich werden in Hessen Abwässer in den Untergrund gepresst. Damit dürfte 2015 Schluss sein. Der Bau einer Pipeline von den Bergwerken in Hessen nach Norden soll Abhilfe schaffen. Ob die Pipeline bis zur Nordsee gebaut wird, ist noch umstritten. Der runde Tisch Werra/Weser und Kaliproduktion hatte eine Nordsee-Pipeline empfohlen. Niedersachsen mit Ausnahme der Grünen sperrte sich bislang dagegen. Nach der Landtagswahl schließt offenbar die SPD eine Nordsee-Pipeline nicht mehr völlig aus. In der rot-grünen Koalitionsvereinbarung wird sie nicht erwähnt, eine Pipeline zur Oberweser aber ausdrücklich abgelehnt.

K+S AG

Niedersachsen

Der DAX-Konzern mit Sitz in Kassel ist weltweit tätig und erzielte 2011 einen Umsatz von rund vier Milliarden Euro. In sechs Bergwerken in Deutschland werden Kalium- und Magnesiumrohsalze für bis zu 7,5 Millionen Tonnen Produkte jährlich gewonnen. Pipeline-Planerin und Betreiberin des Verbundwerkes Werra mit vier Standorten in Hessen und Thüringen ist die Tochter K+S Kali GmbH.

„Die rot-grüne Koalition lehnt die Einrichtung der kurzen Abwasser-Pipeline der K+S Kali GmbH zur Oberweser bei Bad Karlshafen ab und wird alle Möglichkeiten nutzen, den Bau dieser Pipeline zu verhindern.“ Möglichkeiten moderner Technik sollten geprüft werden, um Einleitungen zu vermeiden. Der Dialog mit K+S werde gesucht und ein unabhängiges Gutachten erwartet.

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