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Göttingen Kastrationsaktion: Fördersumme aufgebraucht
Die Region Göttingen Kastrationsaktion: Fördersumme aufgebraucht
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12:51 11.03.2018
Die vom Land zur Verfügung gestellte Fördersumme für die Kastration frei lebender Katzen ist aufgebraucht. Quelle: Christina Hinzmann

Insgesamt seien 2600 Tiere in Niedersachsen in diesem kurzen Zeitraum kastriert und registriert worden – „ein toller Erfolg“, wie Holger Lorenz, Geschäftsführer der Tierärztekammer Niedersachsen, die Kampagne bewertet. Das Ziel, das Elend frei lebender Katzen zu minimieren, könne aber nur erreicht werden, wenn eine solche Aktion regelmäßig wiederholt würde. Allein bei der Tierschutzorganisation Tasso, die die Kastrationskampagne ebenso wie der Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes sowie deren Bundesverband unterstützt, seien seit dem 15. Januar 5131 Katzen mehr als vor diesem Datum registriert worden, so Laura Simon, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Organisation. Vor dem Start der Aktion am 15. Januar seien 295 994 kastrierte Katzen registriert gewesen; jetzt seien es 301 125 Tiere. Die Zahl der Neuregistrierungen beziehe sich aber nicht konkret auf die Kastrationsaktion. „Vielleicht hat die Kampagne das Bewusstsein für einige Katzenhalter geschärft, deren Tiere bisher nicht registriert waren“, so Simon.

Tierschützer befürworten Aktion

Nicole Herthum vom Tierschutzverein Hann. Münden bewertet die Aktion positiv: An dem kurzen Zeitraum, in dem die Gelder aufgebraucht wurden, könne man „sehr gut erkennen, wie wichtig und nötig diese Aktion sei. Für den Bereich Hann. Münden mit seinen Ortsteilen habe es aber „keinerlei Hinweise auf Streunerkatzen“ gegeben. Dies sei „aber sicherlich auch dem geschuldet, dass der Tierschutzverein bereits seit einigen Jahren auf eigene Kosten sehr viele Streuner hat kastrieren lassen“, so Herthum.

„Tropfen auf den heißen Stein“

„Wir haben mit zehn Helfern 30 Katzen vorwiegend im Stadtpark eingefangen und zu den Duderstädter Tierärzten gebracht“, erklärt Alenka Ehrhardt, Vorsitzende des Tierschutzvereins Duderstadt. Dort seien die Tiere sterilisiert oder kastriert sowie tätowiert oder gechipt worden. Das Programm des Landes sei „supertoll“, aber aufgrund des Finanzvolumens „ein Tropfen auf den heißen Stein“. Der Tierschutzverein werde Mittel, die er aus dem Ehrenamtsfonds des Versorgers Harz Energie erhalte, dazu verwenden, die Aktion fortzusetzen. Für private Katzenbesitzer sollte es „unbedingt zur Pflicht werden, ihre Tiere kastrieren oder sterilisieren zu lassen“, meint Ehrhardt. „Es gab keine Anfragen bei uns, auch aus den umliegenden Dörfern hat sich niemand gemeldet“, erklärt Siegfried Lettrari, Mitarbeiter des Tierschutzvereins Osterode. Die Probleme mit freilebenden Katzen seien geringer geworden. Nach Lettraris Eindruck seien immer mehr Katzenbesitzer „einsichtig“ und ließen ihre Tiere kastrieren.

Kennzeichnungspflicht per Verordnung

Bettina Bruder vom Tierschutzverein Friedland bewertet die Aktion grundsätzlich positiv, ist aber auch der Meinung, dass sich das Land Niedersachsen durch das Bereitstellen einer Fördersumme „nicht von der generellen Verantwortung entbinden“ dürfe. Es müsse landesweit „endlich eine entsprechende gesetzliche Verordnung geben“, so Bruder. Deshalb begrüße sie den Vorstoß der Stadt Göttingen, deren Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft, allgemeine Verwaltungsangelegenheiten und Feuerwehr den Weg für eine entsprechende Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen geebnet hat. Die Verordnung, mit deren Erlass sich der Rat der Stadt am 16. Februar beschäftigt hat, sieht vor, dass Katzenhalter ihre Tiere kastrieren und – mit Ausnahmen – mit einem Chip kennzeichnen müssen. Ein Verstoß gegen die Verordnung soll mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet werden können.

Von Maren Iben und Axel Artmann

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