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Göttingen Vorerst keine Katzenverordnung
Die Region Göttingen Vorerst keine Katzenverordnung
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18:00 26.10.2018
Quelle: ch
Göttongen/Hannover

Die Idee, eine solche Verordnung zur Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen auf Gemeindeebene zu erlassen, hält Bettina Bruder vom Tierschutzverein Friedland für unsinnig. Der bürokratische Aufwand für ein Dutzend Verordnungen mit möglicherweise unterschiedlichen Regelungen sei viel zu hoch. Auf Kreisebene sei dies viel sinnvoller.

Nach Angaben des deutschen Tierschutzbundes, der sich ebenfalls für eine flächendeckende Regelung einsetzt, gab es im August 2018 „mindestens 671 Städte und Gemeinden mit sogenannten Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsverordnungen für Katzen“. Auf der Internetseite des Vereins werden für Niedersachsen neben der Stadt Göttingen unter anderem Hildesheim, Goslar und Bad Harzburg genannt, dazu auch Kommunen aus dem Landkreis Holzminden. Aus dem Landkreis Göttingen hingegen ist keine weitere Stadt oder Gemeinde in der Auflistung vertreten.

Niedersachsen wird zum 1. November dieses Jahres aktiv – allerdings nicht auf Verordnungs- sondern auf freiwilliger Ebene. Ab dann stellt das Land 200000 Euro für die Kastration verwilderter Hauskatzen zur Verfügung. Bis zum 15. Dezember, erklärt das Ministerium, wird damit die Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von etwa 2600 streunenden wildlebenden Hauskatzen und Katern ermöglicht. Das kostenlose Angebot dürfen Tierschutzvereine, Tierheime und Privatpersonen nutzen.

Gute Ergebnisse zum Jahresbeginn

Damit knüpft das Land an eine Aktion vom Jahresbeginn an. Damals waren 2409 Fundkatzen kastriert worden. Nach nur zweieinhalb Wochen war damals das Fördergeld verbraucht. „Die guten Ergebnisse des ersten Projektes, die große Resonanz in der Öffentlichkeit und das Engagement der Städte und Gemeinden sind überzeugende Gründe für mich, dass wir damit eine sinnvolle Aufgabe erfüllen“, betont Michaela Dämmrich, Landesbeauftragte für Tierschutz.

Dämmrich übergab den Förderbescheid des Landes jetzt an Uwe Tiedemann, Präsident der Tierärztekammer als Träger des Projektes. Tiedemann: „Wir haben 478 Kommunen angeschrieben und nach ihren Erfahrungen mit Katzenschutzverordnungen befragt. Von den 253 Rückmeldungen hatten bereits 121 eine Verordnung, 20 Kommunen haben aktuell ein Verfahren zum Erlassen einer Katzenschutzverordnung laufen, und 26 Städte und Gemeinden planen dies.“, berichtet Dämmrich.

Appell an Kommunen

„Beim letzten Mal“, sagt Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Tierschutzverbandes Niedersachsen, „war das Geld schnell ausgegeben.“ Die große Nachfrage sei ein Hinweis darauf, wie viele verwilderte Katzen es gibt und wie groß das Elend der Streuner ist. „Eine Fortsetzung des Projektes ist die logische Folge.“ Christeta Brause vom Tierschutzverein Tasso appelliert an die Kommunen, „den Erlass von Katzenschutzverordnungen bei der Bekämpfung des Katzenelends einzusetzen“ .

Der Ablauf des Katzenschutzprojektes und sämtliche Teilnahmebedingungen sind nachzulesen auf den Internetseiten der Niedersächsischen Tierärztekammer hier und der Landesbeauftragten für Tierschutz des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hier.

Etwa zwei Millionen freilebende Katzen leben laut Angabe des Deutschen Tierschutzbundes aktuell in Deutschland, geschätzt mehr als 200000 davon in Niedersachsen. Die Katzen bekommen in der Regel zweimal im Jahr bis zu sieben Junge. Sterben die Jungen, kann es auch drei bis viermal im Jahr sein. Meist sterben die Jungtiere noch vor Erreichen des ersten Lebensjahres an Infektionskrankheiten und schlechter Futterversorgung.

Von Matthias Heinzel

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