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Göttingen Keine weiteren Landesmittel für Sanierung
Die Region Göttingen Keine weiteren Landesmittel für Sanierung
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17:31 25.05.2018
Seit 2008 wird das Städtische Museum saniert. Ein Ende ist nicht absehbar. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Im Herbst vergangenen Jahres beschloss der Rat der Stadt Göttingen, das Städtische Museum an seinem jetzigen Standort zu erhalten und das Gebäudeensemble am Ritterplan zu sanieren. Unter anderem mit Mittel aus der Landeskasse. Nachdem bereits vier Millionen Euro geflossen seien, gebe es jetzt Signale aus Hannover, dass eine weitere Förderung nicht möglich sei, verkündete Kulturdezernentin Dagmar Broistedt.

Gespräche auf oberster Ebene

Man werde die Gespräche auf anderer Ebene fortsetzen, es gebe Terminabstimmungen zwischen Oberbürgermeister und Ministerium. Problem bei der Förderung sei wohl die Entscheidung, teilte der Kulturverwaltung mit in aus Posthalterei, Remise und Hardenberger Hof einziehen zu lassen, so Broistedt weiter. Die Verwaltung hatte selbst vorgeschlagen, Teile der Verwaltung hier unterzubringen, um den Standort zu sichern. „Das sei ja wohl offensichtlich keine gute Idee gewesen“, kommentierte FDP-Ratsfrau Felicitas Oldenburg.

SPD-Fraktionschef Tom Wedrins nutzte die Gelegenheit, das Thema wieder neu aufzurollen. Seine Fraktion hatte sich bis zuletzt für einen alternativen Museumsstandort ausgesprochen und vor den Schwierigkeiten bei der Umsetzung am jetzigen Standort gewarnt. „Da es jetzt seit Monaten wieder keine Bewegung gebe und man feststellen muss, dass der Beschluss vom September ergebnislos war, muss die Frage nach dem Standort neu aufgeworfen werden.“

Standortfrage geklärt

Er kenne niemanden aus dem Kreise der Sachverständigen, der den Standort des Museums anzweifele, konterte Hans Otto Arnold (CDU). Abgesehen davon, sei das Baudenkmal ohnehin so bedeutend, dass es ohnehin erhalten werden müsse – mit oder ohne Museum. Seine Fraktionskollegin Wibke Güntzler zeigte sich darüber hinaus verärgert, dass offenbar der Bereich des Museums, in den die Kulturverwaltung einziehen solle, bei den Reparaturarbeiten vorgezogen worden sei. Es gebe keinen Grund, dass die Verwaltung dort einziehe. Güntzler schlug vor, den Beschluss vom September in diesem Punkt zurückzunehmen.

Alle Fraktionen waren sich darin einig, dass es einen Plan B geben müsse, wenn klar sei, dass die Finanzierung nicht mehr gesichert sei. „Wir dachten, es würde nach der jüngsten Entscheidung endlich vorangehen. Jetzt stellen wir fest, dass wir uns ein zusätzliches Hemmnis geschaffen haben“, so Rolf Becker (Grüne). Er habe es satt, immer wieder über die gleichen Themen zu reden. Aber vermutlich sei es die preiswerteste Lösung, den Rat immer wieder diskutieren zu lassen. Der emotionalen Diskussion begegnete Broistedt mit Pragmatismus: „Das Problem ist, dass wir keine Mittel mehr bekommen und die bisherigen weitgehend aufgebraucht sind. Stellen Sie zwölf Millionen Euro in den Haushalt, dann geht es weiter.“

Von Markus Scharf

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