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Göttingen Sorgen um Kiessee und Stadtwald
Die Region Göttingen Sorgen um Kiessee und Stadtwald
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00:26 12.04.2018
Lange könnte es nicht mehr dauern, bis die ersten Paddler und Ruderer auf dem Kiessee auflaufen. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Der Kiessee als größtes Naherholungsgebiet Göttingens biete die einzige Möglichkeit für (nicht schwimmende) Wassersportler und Angler im Stadtgebiet, ihren Sport zu betreiben, erklärt die SPD. Allerdings würden über den Leinewasserzufluss erhebliche Mengen von Nährstoffen und Sedimenten in den See eingetragen.

Kiessee wird flacher

Eine der Folgen: Das Gewässer wird immer flacher. Bereits im Jahr 2006 habe die Stadt festgestellt, dass der Kiessee an seiner flachsten Stelle nur noch 90 Zentimeter tief ist, während er in anderen Bereichen Tiefen von 1,20 bis 1,40 Metern aufwies und nur an wenigen Stellen noch Tiefen von über 1,50 Metern, gibt die SPD zu bedenken.

2006 habe die Stadt zudem Messungen aus dem Jahr 1986 zum Vergleich herangezogen. Festgestellt wurde eine durchschnittliche Verringerung der Wassertiefe um 1,6 Zentimeter pro Jahr. Sollte sich dieser Prozess seit 2006 weiter fortgesetzt haben, folgert die SPD, könnten an einigen Stellen bereits jetzt Wassertiefen erreicht sein, „die Kanufahren oder Paddeln sowie Rudern erschweren beziehungsweise unmöglich machen“. Es sei eine mathematisch einfach zu beantwortende Frage der Zeit, wann die Möglichkeiten, Wassersport auf dem Kiessee zu betreiben, unmöglich werden. Mittel- bis langfristig drohe „die vollständige Verlandung des Kiessees. Damit würde der Kiessee zunächst zu einem Tümpel und dann zu einem stinkenden Morast verkommen.“ Das Naherholungsgebiet wäre dann in seiner Existenz bedroht.

Kiessee ausbaggern?

Daher, fordert die SPD, müsse die Stadt tätig werden. Die Verwaltung solle Planungen erarbeiten, mit welchen Maßnahmen eine Verlandung des Kiessees verhindert werden kann. „Hierbei“, heißt es in dem SPD-Antrag, „soll insbesondere geprüft werden, ob der Kiessee ausgebaggert werden muss.“

Maßnahmen müssten im Hinblick auf ihre Auswirkungen für die gegenwärtigen Sport-Nutzungen am Kiessee und für die Natur die Natur geprüft und „die Kosten insbesondere vor dem Hintergrund des langfristigen Nutzens“ ins Kalkül einbezogen werden.

Probestrecke für Mountainbiker

Die FDP im Rat der Stadt möchte den Stadtwald vor Schäden durch Mountainbiker schützen. Ihr Rezept: den Stadtwald für die Nutzung durch die Biker für ein Jahr freigeben. Allerdings nur auf einer von der Stadt festzulegenden Probestrecke. Eine Mountainbike-Teststrecke, begründet FDP-Ratsfrau Felicitas Oldenburg, „würde den Wald für nicht vereinsgebundenen Sport attraktiver machen, die ,wilde’ Nutzung durch Mountainbiker zurückdrängen und für Spaziergänger eine übersichtlichere Situation schaffen, da man sich auf eine bestimmte Strecke einstellen kann“.

Die Probestrecke, erklärt die FDP, soll in Zusammenarbeit mit der Göttinger Sport und Freizeit GmbH und dem Bereich Stadtforst geplant werden. In die Prüfung einbezogen werden müssten Belange des Artenschutzes und die Erholungsfunktion des Waldes. Auch müsse die Übersichtlichkeit bei der Überquerung der Wanderwege gewährleistet bleiben. Außerdem solle die Stadt weitere nicht vereinsgebundene Sportmöglichkeiten im Wald wie die alte Trimm-Dich-Station und Erlaubnisse für Geocaching im Sportausschuss vorstellen.

Die Stadtratssitzung im großen Saal des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4, beginnt um 16 Uhr.

Von Matthias Heinzel

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