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Göttingen Verhandlungen mit Krankenkassen erfolgreich
Die Region Göttingen Verhandlungen mit Krankenkassen erfolgreich
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19:00 28.06.2018
Heike Morgenstern vom Leitungsteam, Geschäftsführerin Kerstin Mollenhauer und Otfried Gericke vom Kimbu-Vorstand (von links). Quelle: Foto: Krüger-Lenz
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Göttingen

Kimbu betreut schwerkranke Kinder, teils in Kurzzeit-, teils in Langzeitpflege. Bis zu einer Entfernung von 90 Kilometern sind Krankenschwestern zu den Kindern gefahren. Das Problem: Die Kurzzeitversorgung sei von den Krankenkassen nicht so vergütet worden, dass der Aufwand gedeckt gewesen sei, erläutert Kimbu-Geschäftsführerin Kerstin Mollenhauer.

Ende vergangenen Jahres musste die Einrichtung wegen Geldmangels den Radius ihrer Einsätze auf 30 Kilometer verkleinern und die Verträge mit Kindern auf den entfernteren Regionen kündigen, was für die Familien eine erhebliche Verschlechterung ihrer Lage brachte, erklärt Mollenhauer. Sieben Kindern mit Kurzzeitversorgung mussten hätten sie absagen müssen, sagt Kinderkrankenschwester Heike Morgenstern vom Kimbu-Leitungsteam. Familien aus Einbeck und Leinefelde seien betroffen gewesen. Mehr noch: „Mindestens vier weiter Familien wollten gerne in die Betreuung aufgenommen werden.“

Der Frust der Eltern

Auch seien auch Gerüchte aufgetaucht, dass Kimbu gar keine Kinder mehr versorgen würde, berichtet Mollenhauer. „Das war eine sehr schwierige Zeit, weil wir an vorderster Front standen.“ Der Frust der Eltern lud sich beim Kimbu-Team ab.

Die Verhandlungen mit zwei großen Krankenkassen seien nun allerdings beendet worden, erklärt Mollenhauer, mit der einen Kasse nach eineinhalb Jahren, mit der anderen nach zwei Jahren – „mit zufriedenstellenden Ergebnissen“. Bisher sei ein Satz analog zur Pflege Erwachsener gezahlt worden, der aber nicht ausreichend sei für die Bedürfnisse der jungen Patienten. Jetzt habe sich Kimbu mit den Kassen auf eine „spezielle Krankenbeobachtung geeinigt“, deren Bezahlung nicht nach festen Sätzen, sondern nach Verhandlung festgelegt wird und die sind eben nun abgeschlossen. Gut für die Betroffenen, denn „die Kinder, die wir versorgen, sind so schwerstkrank, dass sie das benötigen“.

Kimbu: Gegründet im Jahr 1996

Der Göttinger Otfried Gericke gehört zu den Gründungsmitgliedern der Häusliche Krankenpflege, kurz Kimbu. 1996 startete der gemeinnützige Verein, am 1. Februar 1998 begannen drei Mitarbeiter mit der Betreuung der ersten kleinen Patienten. Zu Beginn versorgten sie fünf schwerst kranke Kinder, „schnell waren es 25“, sagt Gericke. Ab 2002 seien auch sogenannte Intensiv-Kinder dazu gekommen, beispielsweise Patienten, die beatmet werden mussten. Muss ein Kind rund um die Uhr betreut werden, sind dazu sechs Vollzeitstellen notwendig. Heute beschäftigt Kimbu 59 Mitarbeiter, meist weibliche. „Das ist ein Frauenberuf“, sagt Gericke. Nur drei Männer gehören zum Team.

Jetzt will die Kimbu-Crew wieder zulegen. „Wir hoffen, dass wir bald wieder erweitern können“, erklärt die Geschäftsführerin. Ziel sei es, das komplette alten Gebiet wieder zu betreuen, sagt Ottofried Gericke vom Vorstand des Vereins, der hinter Kimbu steht. Wahrscheinlich werde erstmal schrittweise vergrößert.

25 Kinder betreut Kimbu derzeit, sagt Morgenstern, fünf weitere kommen demnächst dazu. Allerdings seien es auch schon mal 45 Kinder gewesen.

Von Peter Krüger-Lenz

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