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Göttingen Kinder- und Jugendtelefon Göttingen feiert 30-jähriges Bestehen
Die Region Göttingen Kinder- und Jugendtelefon Göttingen feiert 30-jähriges Bestehen
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12:46 30.05.2018
Kinder und Jugendliche können seit 30 Jahren das Göttinger Kinder- und Jugendtelefon nutzen. Quelle: Pixabay
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Göttingen

1988 von dem Göttinger Kindertherapeuten Werner Walter initiiert, war das Kinder- und Jugendtelefon Göttingen (KJT) schließlich vom Göttinger Arzt Klaus von Reyher als gemeinnütziger Verein gegründet worden. 1999 übernahm Ute Strauß den Vorsitz, seit 2002 hat ihn Gisela Wetzel-Willert inne.

380 ausgebildete Berater

Wie viele Anrufe in den vergangenen 30 Jahren beim KJT genau eingegangen sind, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen – denn gesicherte statistische Aufzeichnungen darüber gibt es erst seit 1995. Seitdem haben nach Auskunft der jetzigen Vereinsvorsitzenden etwa 380 ausgebildete Berater mehr als 217.000 Gespräche mit Ratsuchenden geführt, davon wiederum 24.000 im seit 2008 laufenden Projekt „Jugendliche beraten Jugendliche“ (JbJ). Im Jahr 2003 sei eine virtuelle Variante dazugekommen; seitdem hätten die Beraterinnen der E-Mail-Beratung etwa 8500 Mails beantwortet. Das aktuelle Team, welches sich aus Ehrenamtlichen für die Bereiche KJT, JbJ und E-Mail-Beratung zusammensetzt, umfasst derzeit 46 Beratende.

Klassenzimmer-Theater: Neues Stück in Planung

„Über die Organisation des Beratungsbetriebs hinaus wurde die Standortarbeit über die Jahre hinweg durch unterschiedliche Sonderaktionen ergänzt“, berichtet Wetzel-Willert. Ein herausragendes Projekt sei etwa das zwischen 2008 und 2012 angebotene Klassenzimmer-Theaterstück „Schnitt in den Bauch“ gewesen. Autor Jörn Barke und die Göttinger Theaterformation „Stille Hunde“ hätten sich hierfür mit der Prävention von Teenagerschwangerschaften auseinandergesetzt. Mit denselben Kooperationspartnern werde gerade ein neues Klassenzimmer-Theaterstück entwickelt.

Auf vielen Veranstaltungen präsent

Ein weiteres Projekt habe sich um die Organisation einer Podiumsdiskussion auf kommunaler Ebene zum Thema „Sexueller Missbrauch“ gedreht. Regelmäßig beteilige sich das Team des KJT mit eigenen Präsentationen bei den verschiedenen „Märkten der Möglichkeiten“ in Schulen, bei städtischen Kindertagen oder bei Aktionen zu verwandten Themen. Auch bei der jährlichen Großveranstaltung „Miteinander – füreinander“ sei das KJT regelmäßig dabei. „Für die Finanzierung seiner Arbeit muss der Standort jährlich 45.000 Euro ausschließlich aus Spenden und Zuwendungen einwerben“, erklärt Wetzel-Willert, die auch stellvertretende Vorsitzende des Dachvereins „Nummer gegen Kummer“ ist.

Doris Schröder-Köpf erwartet

Zum Festakt in der Göttinger Albanikirche werden neben Festredner Christian Pfeiffer (siehe Extratext) Grußworte des Vorsitzenden von „Nummer gegen Kummer“, Klaus Hoppe aus Frankfurt/Main, sowie von Bürgermeisterin Helmi Behbehani (SPD) erwartet. Für den musikalischen Rahmen sollen Schüler der Bigband „Jazztified“ des Hainberg-Gymnasiums sorgen. Eingeladen sind ferner Doris Schröder-Köpf, Schirmherrin der Stiftung Deutscher Kinder-, Jugend- und Elterntelefone, Spender, Förderer, Vertreter der örtlichen Service-Clubs und anderer Standorte von „Nummer gegen Kummer“ sowie interessierte Bürger.

Das Kinder- und Jugendtelefon Göttingen ist kostenlos und anonym unter den Telefonnummern 116 111 sowie 0800 / 111 0333 montags bis sonnabends zwischen 14 und 20 Uhr erreichbar. An den Sonnabenden sitzt das Team von „Jugendliche beraten Jugendliche“ an den Telefonen. Wer nicht sprechen, sondern lieber schreiben möchte, findet auf nummergegenkummer.de alle Infos zur E-Mail-Beratung.

Früherer Justizminister Pfeiffer hält Festvortrag

Der Kriminologe Christian Pfeiffer aus Hannover wird den Festvortrag zum 30-jährigen Bestehen des Göttinger Kinder- und Jugendtelefons am Donnerstag, 31. Mai, ab 17 Uhr in der Kirche St. Albani halten. Pfeiffer war Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und zwischen Dezember 2000 und Februar 2003 für die SPD niedersächsischer Justizminister. Als Professor für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug wirkte er an der Juristischen Fakultät der Leibniz-Universität Hannover. Von 1985 bis 1997 war Pfeiffer Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen. Pfeiffer, der sich oft mit der „Medienverwahrlosung“ beschäftigte, kam nach einer Analyse der Pisa-Studie zu dem Ergebnis, dass jene Gruppen mit dem höchsten Medienkonsum am schlechtesten abschnitten. 2015 gab er Computerspielen eine Mitschuld am Terroranschlag in Paris.

Von Markus Riese

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