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Göttingen Kinder von Landwirten werden gemobbt
Die Region Göttingen Kinder von Landwirten werden gemobbt
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15:06 02.02.2018
Immer mehr Kinder leiden unter den Angriffen ihrer Mitschüler auf dem Schulhof oder in den sozialen Medien. Quelle: dpa
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Göttingen

„Mobbing ist gerade in einer Zeit, in der die Bauern gefühlt an zahlreichen Dingen Schuld sind, ein Thema“, erklärt Hübner. Hierzu gebe es unter anderem Rückmeldungen aus den Kindergärten und Schulen. Im Moment sei Mobbing auch deshalb wieder aktuell, weil ein Vater in den Sozialen Medien einen Vorfall mit seinem Sohn beschreibt. Wobei der Junge nach Angaben des Vaters zwar traurig sei, dass die anderen Kinder ihn gehänselt hätten, dennoch liebe er die Tiere und finde, dass sie gut riechen.

„Ein Problem ist natürlich, dass im Moment in vielen Bereichen Stimmung gegen Landwirte gemacht wird“, sagte Hübner. Beispielhaft nannte er die seit Monaten andauernden Diskussionen zum Pflanzenschutzmittel Glyphosat. In dieser gehe es seiner Meinung nach schon länger nicht mehr um einen sachlichen Austausch von Argumenten. „Wenn dort Dinge gesagt werden wie, dass unser Grundwasser vergiftet ist, dann gibt es dafür keine Grundlage. Denn gerade das Trinkwasser wird regelmäßig auf Schadstoffe kontrolliert“, sagte Hübner.

Aktionstag „Redet mit uns“

Um den Vorwürfen ihre Kraft zu nehmen, gebe es nur die Möglichkeit als Kreisbauernverband, regelmäßig über die Arbeit der Landwirte zu informieren. „Dies kann auch jeder Landwirt machen, indem er zum Beispiel bei sich auf dem Hof Betriebsbesichtigungen veranstaltet“, sagte der Geschäftsführer. Von Verbandsseite werde in Göttingen seit 2016 der Aktionstag „Redet mit uns“, veranstaltet, bei dem die Landwirte in der Innenstadt über ihre Arbeit informieren.

„Da die Landwirte Kennzeichnungen tragen, ob sie Milchbauern oder Schweinebauern sind, haben die Interessierten auch für Fragen zu einer speziellen Haltung einen Ansprechpartner“, erklärte Hübner. Er gesteht aber auch, dass in der Landwirtschaft nicht alles optimal laufe und es an mehreren Stellen durchaus Verbesserungsbedarf gebe. „Doch wir bewegen uns bei unserer Arbeit innerhalb der gesetzlichen Regeln“, sagte Hübner.

140 Kinder bei Landwirtschaft für kleine Hände

Mobbing sei aber unabhängig von der derzeitigen Situation ein Thema, das immer mal wieder aufkomme. Doch er habe bislang noch von keinem Fall in der Region gehört, bei dem die Betroffenen nicht weiterhin zur Schule oder in den Kindergarten gegangen seien. Eine Möglichkeit das Mobbing zu unterbinden, sei, dass Schulklassen und Kindergartengruppen landwirtschaftliche Betriebe besuchen.

Initiativen dazu werden vom niedersächsischen Landfrauenverband in Kooperation mit dem Landfrauenverband Weser-Ems angeboten. Namentlich sind dies „Landwirtschaft für kleine Hände“ und „Kochen mit Kindern“. An Landwirtschaft für kleine Hände haben im Landkreis Göttingen im vergangenen Jahr 140 Mädchen und Jungen teilgenommen. „Kochen mit Kindern gibt es im Landkreis Göttingen derzeit nicht“, berichtete Birgit Wessel, Pressereferentin des niedersächsischen Landfrauenverbandes. Allerdings gebe es von Seiten des Landfrauenvereins Adelebsen die Bestrebung, diese Aktion wieder ins Leben zu rufen, doch habe die dortige Grundschule keine Schulküche mehr.

Insgesamt sei es aus Sicht von Hübner aber ein langwieriger Prozess, bis die Menschen verständen, wie Landwirte arbeiten. „Und dies wird auch nicht von allein passieren, sondern wir müssen weiterhin aktiv informieren“, sagte er. Mobbing bei Bauernkindern sei zwar ein Problem, doch sei Mobbing ein weit verbreitetes Phänomen, von dem auch andere Kinder betroffen seien. ve

Von Vera Wölk

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