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Göttingen Klare Ratsmehrheit für Sanierung
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00:17 14.05.2017
Seit Monaten wird um die Zukunft der maroden Göttinger Stadthalle gerungen, an diesem Freitag entscheidet der Rat. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

CDU, FDP, die „Partei“ und Katrin Prager (LKR) werden den Sanierungsvorschlag ablehnen. Die beiden sind geteilter Meinung Alle anderen Fraktionen werden ihn mit klarer Mehrheit unterstützen.

Das aber „nicht unbedingt mit fliegenden Fahnen“, sagte Fraktionsvorsitzender Gerd Nier. Die Göttinger Linken gehe davon aus, das eine Sanierung „mindestens 25 Millionen Euro kosten wird“ und damit teurer als bisher angenommen. Kosten für einen Neubau seien nie vorgelegt worden, aber „wir schätzen die Lage, die Funktionalität und Erscheinungsbild der Halle“. Eine schnelle Entscheidung sei wichtig für die Planungssicherheit ihrer Nutzer.
Auch für Torsten Wucherpfennig (AntifaLinke) muss die Sanierung „endlich angepackt werden. Der sogenannte Kachelofen gehöre zum Stadtbild, auch wenn die Fassade wohl nicht zu retten sei. Für eine Sanierung spreche zudem eine kürzere Bauzeit.

Die Grünen haben sich die Entscheidung „nicht leicht gemacht und waren lange skeptisch“, sagte ihr Fraktionvorsitzender Rolf Becker. Fazit: Mit einem Neubau wären nur wenige funktionale Zugewinne zu realisieren. Der Betonkern sei intakt und damit eine Sanierung unter ökologischer als auch unter ökonomischer Betrachtung die sinnvollere Alternative. „Unerlässlich“ sei aber eine begleitende Rahmenplanung für das Umfeld.

Die Stadthalle steht am richtigen Ort, die Substanz verbiete einen Abriss und wäre zudem wirtschaftlich unvernünftig, begründet die SPD ihre Entscheidung. Durch die Sanierung, einen möglichen Umbau des Albaniplatzes und der Einbeziehung des Umfeldes „kann das Gebiet zu einem beispielhaften kulturellen Zentrum für alle Bürger werden“.

Lesen Sie auch: Wie sich Verwaltung und Politik beim Thema Stadthalle in die Falle manövriert haben

Die Position der „Partei“ ist eindeutig: „Das kommt hier alles weg", sagte Helene Arndt. Göttingen habe Besseres verdient. Als Alternative regt „Die Partei“ verschiedene Varianten von Veranstaltungsorten an – zum Beispiel ein dauerhaftes Zeltprovisorium nach Kölner Vorbild. „Aber auch ein Neubau, der mit Glitzerfarbe getüncht ist und eine Einhornstatue auf dem Dach hat, ist bei uns in der Diskussion“, so Arndt.

Die CDU sei zwar nicht grundsätzlich gegen eine Sanierung, erklärte am Donnerstag Ratsfrau Carina Arndt, dennoch werde die Fraktion nicht zustimmen. Stadtverwaltung und Rot-Grün hätten es „grob fahrlässig unterlassen, bei einer so enorm wichtigen Entscheidung andere, gegebenenfalls vorzuziehende, Handlungsalternativen zu prüfen. Gegen“. Dazu zählten ein Neubau durch eigene städtische Gesellschaften, eine Neubauvergabe mit Festpreis oder auch eine Sanierung inklusive Erweiterungsbau. Die CDU bezweifelt außerdem die bisher genannten Sanierungskosten in Höhe von 19,5 Millionen Euro Viele Positionen seine darin nicht erhalten.

Für die FDP „besteht das Risiko, dass eine bloße Sanierung nicht dauerhaft lohnt und im schlimmsten Fall eine Sanierung der Sanierung droht.“ Funktionalität und Haltbarkeit eines Neubaus wäre erheblich höher, erklärte die Fraktionsvorsitzende Felicitas Oldenburg. Diese Variante sei aber nicht durchgerechnet worden, auch Ersatzspielstättenfrage während Sanierung sei nicht geklärt. Die Folge: „hohe Folgekosten“ bei städtischen Veranstaltungen.
"Bereits viel zu lange wurde Geld in das marode Konzerthaus gesteckt", kritisiert Katrin Prager für die Liberal-Konservativen Reformer (LKR) und fügt an: "Viel lieber sollte man am selben Standort einen modernen Neubau errichten, der dem GSO ein würdiges Zuhause gibt und Göttingens Attraktivität als Veranstaltungsort sichert."

Die Piraten sind sich uneins: Dana Rotter wird gegen die Sanierung stimmen, Francisco Welter-Schultes dafür. Beide kristisieren, dass die Kostenkalkulation „wesentliche Aspekte ingniriert“ und Kosten für einen Neubau gar nicht ermittelt wurden. Das spreche gegen den Verwaltungsvorschlag. Ein Neubau wiederum berge aus jüngsten Erfahrungen die Gefahr, dass es am Ende „viel schlimmer als der 1960ger-Jahre-Kachelofen aussehen würde“.

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