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Göttingen Knapp 300 Verbindungsstudenten im Bullerjahn Göttingen
Die Region Göttingen Knapp 300 Verbindungsstudenten im Bullerjahn Göttingen
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18:36 07.11.2013
Bullerjahn: 300 Verbindungsstudenten wollen heute singen. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Olaf Feuerstein, Pächter der Rathaus-Gaststätte, hatte bereits 2010 bei der Übernahme des ehemaligen Ratskellers angekündigt, den Bullerjahn im Bullerjahn wieder zu veranstalten.

Immer wieder sei er seitdem darauf angesprochen worden, häufig von Alten Herren der Verbindungen, die schon bei den ursprünglichen Veranstaltungen gewesen seien.Die Resonanz auf die heutige Premiere sei „astronomisch gut“.

Studenten aus 30 Verbindungen hätten sich angemeldet. Eintritt zu der geschlossenen Veranstaltung gibt es nur mit vorheriger Anmeldung.

Feuerstein versichert, dass extrem rechts geltende Verbindungen, wie etwa die Burschenschaft Hannovera, nicht eingeladen worden seien. Dies sei das Ergebnis eines Vorbereitungstreffen, an dem Vertreter von 30 Verbindungen teilgenommen hätten. Auch nicht eingeladen: Frauen.

Privater Sicherheitsdienst für den Ernstfall

Angst vor Ausschreitungen, sowohl unter den bierseligen Studenten als auch von Außen hat Feuerstein nicht. Gleichwohl: Ein privater Sicherheitsdienst soll im Ernstfall einschreiten.

Auch die Göttinger Polizei ist vorgewarnt. „Wir bereiten uns darauf vor, werden uns am Abend aber dezent im Hintergrund halten“, sagt Gerd Hujahn, Einsatzleiter der Göttinger Polizeiinspektion. Den Normaldienst werde man verstärken. Bislang lägen der Polizei keine Erkenntnisse über mögliche Aktionen von Links gegen die Verbindungsveranstaltung vor.

Das Programm des Abends, der um 19 Uhr beginnen soll, ist einfach: Nach dem „Warmtrinken“, so Feuerstein, beginnt der musikalische Teil – mit Live-musik. Zwar, so Feuerstein, gehörten die alten Bullerjahn-Lieder immer noch zum Repertoire vieler Verbindungen, die Herausforderung würde jedoch sein, die große Zahl der Sänger unter einen Hut zu bekommen.

Tradition Bullerjahn

Namensgeber für die studentische Singveranstaltung – und später für die Gaststätte im Alten Rathaus – war der Göttinger Dirigent Rudolph Bullerjahn.

Dieser stritt sich Ende des 19. Jahrhunderts vortrefflich mit seinem Konkurrenten, dem „schönen Meyer“. Beide sammelten Studenten um sich, Spottlieder entstanden. Seit Beginn des Bullerjahns, der dann im Ratskeller stattfand – gehörten zwei Lieder zum Stammrepertoire des Abends:

„Herr Direktor Bullerjahn ist da“ und „Willst du mit zum Deutschen Garten“. Beide Stücke hat Bullerjahn selbst geschrieben. Nach politischen Protesten gegen Verbindungen und ihre Traditionen, Querelen unter den Verbindungen in den 60er- Jahren und einem Pächterwechsel Ende der 70er endete die Tradition des Bullerjahns im Ratskeller.

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