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Vor Einführung in Göttingen müsste Finanzierung geklärt werden

Kostenloser Nahverkehr Vor Einführung in Göttingen müsste Finanzierung geklärt werden

Mit dem Angebot eines kostenlosen Nahverkehrs möchte die Bundesregierung die Schadstoffbelastung in den Städten verringern. Damit will einer möglichen Klage der EU-Kommission zuvorkommen. Doch die Finanzierung des Vorhabens ist bislang ungeklärt.

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Zurzeit kostet eine Busfahrt für Erwachsene in der Stadt 2,30 Euro.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Mit dem Angebot eines kostenlosen Nahverkehrs möchte die Bundesregierung die Schadstoffbelastung in den Städten verringern. Damit will einer möglichen Klage der EU-Kommission zuvorkommen. Doch die Finanzierung des Vorhabens ist bislang ungeklärt.

Die Wirksamkeit von Maßnahmen für eine bessere Luft solle in fünf Städten getestet werden - und zwar in Bonn, Essen, Herrenberg (Baden-Württemberg), Reutlingen und Mannheim. Für diese Städte soll auch die Möglichkeit eines kostenlosen Nahverkehrs geprüft werden. Göttingen hat nach Angaben von Detlef Johannson, Sprecher der Stadtverwaltung, in der Vergangenheit den erlaubten Grenzwert für Schadstoffe in der Luft nicht überschritten. Grundsätzlich sei alles, was den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) stärke, in den Städten willkommen. Doch wegen der noch unklaren Finanzierungssituation sei es nicht möglich, sich genau zu dem Vorschlag zu äußern. Durch die Umstellung auf einen kostenlosen Nahverkehr fielen nicht nur die Betriebserlöse der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) aus dem Fahrkartenverkauf weg, auch würden zusätzliche Anschaffungskosten für weitere Busse notwendig.

„Grundsätzlich ist so eine Umstellung nicht von jetzt auf gleich möglich“, erklärt Stephanie Gallinat-Mecke, Pressesprecherin der GöVB. Für einen kostenlosen Nahverkehr seien nicht nur mehr Busse und Fahrer erforderlich, sondern auch die Fahrpläne müssten geändert werden. „Allerdings beträgt derzeit auch die Lieferzeit für einen neuen Bus je nach Hersteller zwischen sechs und zwölf Monaten“, erläutert die GöVB-Sprecherin. Sie gehe bei einer flächendeckenden Einführung des kostenlosen Nahverkehrs davon aus, dass diese Wartezeiten weiter anstiegen.

Derzeit nutzen in Göttingen etwa 22 Millionen Fahrgäste jährlich das Angebot des ÖPNV. Für Gallinat-Mecke müsse ein kostenloses ÖPNV-Angebot langfristig geplant werden, da sie für die Verkehrsbetriebe mit erheblichen Kosten verbunden sein würden. Das Risiko: „Wenn das Angebot nach wenigen Monaten wieder abgeschafft würde, dann wären die getätigten Investitionen umsonst gewesen“, betont die GöVB-Sprecherin.

Bereits jetzt 7,1 Millionen Defizit pro Jahr

Ein Wegfall der Einnahmen durch den Verkauf von Fahrkarten (eine Einzelfahrt für Erwachsene kostet derzeit 2,30 Euro) würde zudem zu einem sprunghaften Anstieg des Defizits der GöVB führen, das derzeit bei etwa 7,1 Millionen Euro liege, erklärte Stephanie Gallinat-Mecke. Außerdem müsse bei einer Einführung, die auf den Stadtbereich beschränkt wäre, überlegt werden, wie mit Rosdorf und Bovenden, die ebenfalls von der GöVB angefahren werden, umgegangen werden soll: „Da würde es bestimmt Diskussionen geben - auch deshalb, weil wir Partner im Verkehrsverbund sind“, sagte Gallinat-Mecke.

Unabhängig von der Einführung eines kostenlosen Nahverkehrs gebe es in Göttingen bereits Bemühungen, den Schadstoffausstoß zu verringern. Bei der GöVB werden beispielsweise derzeit drei Hybrid-Busse angeschafft, drei weitere sollen laut Gallinat-Mecke noch folgen.

Außerdem sei geplant, in Zukunft vollelektrische Busse anzuschaffen. Die Investitionskosten liegen laut Johannson bis 2030 bei etwa 38 Millionen Euro. Außerdem gleiche die Stadt jährlich das Defizit der GöVB aus. Deshalb müsse es bei einem kostenlosen Nahverkehrsangebot weitere Finanzierungsmöglichkeiten geben, um den Haushalt der Stadt nicht noch weiter zu belasten.

Von Vera Wölk

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