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Göttingen „Kreativ Markt“ in der Lokhalle
Die Region Göttingen „Kreativ Markt“ in der Lokhalle
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00:17 09.10.2018
Der Göttinger Kreativmarkt lockt viele Besucher in die Lokhalle. Quelle: Tina Hey
Göttingen

Beim „Kreativ Markt“ reiht sich ein kunterbunter Stand an den nächsten. An einigen Tischen gibt es selbstgenähte Kinderkleider aus bunten Jerseystoffen, aber auch Mode für Erwachsene wird zum Verkauf angeboten. Besonders beliebt bei den Göttingern sind die nachhaltig produzierten Waren, T-Shirts aus Ökostoffen etwa. Aber auch im Bereich der Kosmetik schauen die Menschen nach Angaben der Aussteller ganz genau hin: „Gerade die jungen Leute legen wieder mehr Wert darauf, was sie zu sich nehmen“, erklärt Claudia Herrmann und verdeutlicht, dass in handgemachten Produkten eben kein Mikroplastik zu finden sei.

Göttinger setzen auf nachhaltige Produkte

Sie ist mit ihrer Seifenkiste auf verschiedenen Märkten in der Region vertreten, die Fertigung ihrer Naturseifen erfolge im heimischen Katlenburg-Lindau. Natürliche Öle und Biomilch sind das Geheimnis ihrer Seifen, Herrmann zeigt sich aber auch experimentierfreudig: „Ganz neu im Programm ist die Hundeseife, sie enthält Neemöl, das gegen Zecken hilft.“ Ihr Mann Reinhold schwört auf die Haarseife: „Ich hab sonst immer ziemlich fettige Haare, damit ist es besser geworden.“ Favorit der Herstellerin dagegen ist die Ziegenmilchseife, auch weil diese Mandelöl enthalte und somit gut pflege. Der Duft sei zudem dezent und nicht polarisierend. An Patchouli allerdings schieden sich die Geister: „Das mag man, oder man mag es nicht.“

Mit dem Stand des Ehepaars Franke aus Herzberg findet sich ein weiterer Aussteller aus der Region. „Von mir stammen die Ideen, mein Mann Frank setzt dann die Holzarbeit um“, sagte Verena Franke lächelnd. Ausführen nennt sie es, ihr Mann Frank spricht von ausbaden. Aber beide lachen: „Es schweißt zusammen, wenn man ein gemeinsames Hobby hat. Wir stellen auf ungefähr zwei Märkten pro Monat aus und verbringen so viel Zeit miteinander.“ Angefangen habe alles mit der vergeblichen Suche nach einem Geschenk für Verenas Vater. Nichts war gut genug und so machten sich die beiden kurzer Hand selbst ans Werk. Geboren waren individuelle Holzdekorationen, die seither „einen netten Nebenverdienst“ ausmachten. Als Ausgleich zu ihren Bürojobs sei das Kunsthandwerk optimal, das Holz bezieht das Ehepaar aus der Region.

Noch bis Sonntagabend können Kreativbegeisterte in handgemachten Kunstwerken schwelgen, selbstgenähte Kinderkleidung und diverse nachhaltige Wohndekoration erstehen. Einen kleinen Einblick in das bunte Potpourri gibt es hier.

Eine muntere Touristengruppe bestehend aus zwei Herren und drei Damen zeigt sich erfreut über die bunte Auswahl, die in der Lokhalle zu bestaunen ist. „Wir stammen aus verschiedenen Teilen Deutschlands und haben uns an diesem Wochenende hier in Göttingen getroffen“, erzählte Iris Rottmann. Ihre Freundin Margret Becker lobt die Fertigkeiten der Schmuckdesigner: „Das ist ganz tolle Arbeit und auch gute Qualität. Und zu den Preisen kann man nichts sagen.“ Die dritte im Bunde, Barbara Wagener, ergänzt, dass einzig die Getränkepreise zu hoch ausfielen. „Wenn ich mir vorstelle, man müsste für eine ganze Familie zahlen, ist das schon ziemlich happig.“

Am hinteren Ende in der Lokhalle befindet sich der Stand von Ingo Dansberg. Der Göttinger lässt sich beim Verkauf von zweien seiner Töchter unterstützen. „Ich bin generell daran interessiert aus Sachen, die ihren ersten Lebenszyklus hindert sich gelassen haben, noch was zu machen“, erklärte er das Prinzip seines Labels 2 use. Schwerpunktmaterialien seien LKW-Schläuche, alte Turnkästen und das Turnkastenleder sowie das Kunststoffgewebe von Turnmatten. In Zusammenarbeit mit den Göttinger Werkstätten entstehen so echte Unikate, ein großer Turnkasten, der zum Sideboard umgebaut ist, dient in der Lokhalle als Präsentationsfläche für Darnsbergs Taschen. „Die Taschen sind die beliebtesten Produkte“, erklärt der vierfache Vater, der sein Material über Gebrauchtbörsen im Internet bezieht. In Ergänzung seines eigenen Portfolios bietet er auf dem Markt auch Turnbeutel aus neongelben Polizeiuniformen an. „Die sind von den Göttinger Werkstätten gefertigt worden, ich übernehme hier vor Ort nur den Vertrieb.“

Marmeladenbrötchen mit Eierlikör und Prosecco

Ein absolutes Unikat ist das „Senfmadel“, die 75-jährige Brigitte Dörge aus Wolfenbüttel, die unter ihrem Label auch einen Onlineshop betreibt. An ihrem Stand kann selbst gemachter Senf, verschiedene Brotaufstriche sowie Essige und Öle erworben werden. „Das mache ich alles nach Rezepten meiner Urgroßmutter, das ist ein bisschen was Besonderes.“, sagte sie, während sie Kundinnen darauf hinwies, dass bei ihr am Stand nicht probiert werden dürfe, sondern alles probiert werden müsste. So sei sie selbst auch aufgewachsen und an manchen Tagen hätte sie dann von der Oma besondere Leckereien bekommen. Zu Ostern gab es einmal gar ein Marmeladenbrötchen mit Eierlikör und Prosecco.

Die besonderen Rezepte ihrer Großmutter seien es, welche die Produkte einzigartig machten. So reiht sich an ihrem Stand auf dem Kreativ Markt zum Beispiel Bratapfelsenf an Gläser mit Whiskeysenf. „Arbeit macht jung – viel Arbeit noch jünger“, lachte Dörge am Sonnabend, außerdem halte Senf gesund. „Jeden Tag ein Löffel Senf, das ist gut für den Magen-Darm-Trakt und fürs Gehirn. Also guter Senf – ohne Konservierungsstoffe.“

Von Stickerei über Stoffe und Kurzwaren bis hin zu Möbelstücken und handgearbeiteten Messern: Das Angebot in der Göttinger Lokhalle ist vielseitig. Geöffnet ist der Kreativ Markt am Sonntag zwischen 10 bis 17 Uhr.

Von Claudia Bartels

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